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Alle Infos zu Bienen: Haltung, Kosten und Imkern

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Westliche Honigbienen (Apis mellifera) auf Honigwabe (Symbolbild)
Westliche Honigbienen (Apis mellifera) auf einer Honigwabe (Symbolbild) © imageBROKER/NLBFoto/IMAGO

Aufschlussreiche Informationen zu den Arten, der Unterbringung, den Kosten und der Pflege der Honig bildenden Insekten, die weltweit zu den wichtigsten Bestäubern zählen.

Wachtberg-Villip – Mit Stand 2019 gehörten dem Deutschen Imkerbund e. V. (D.I.B.) 127.253 Imker mit etwa 851.000 Bienenvölkern an. Seine Aufgaben umfassen das Vertreten der Interessen der Imker auf politischer Ebene, ihr Repräsentieren in der Öffentlichkeit und die Förderung des Absatzes von einheimischem Honig unter der Verbandsmarke „Echter Deutscher Honig“. Die einzelnen Imker unterstützt der D.I.B. durch Beratungen, Fortbildungen und Marketing.

Bienen – Grundsätzliches über das Imkern

Das Imkern umfasst alle Tätigkeiten eines Imkers rund um die Haltung und Aufzucht von Bienen. Die Unterbringung der nutzbringenden Insekten erfolgt in Bienenstöcken, die Brut und Vorräte in Form künstlicher Nisthöhlen schützen. Neben der Sicherheit überwacht ein Imker auch das Futter, die Gesundheit und die Brut seiner Bienenvölker. Zudem stellt er Honig sowie weitere Nebenprodukte aus Pollen, Propolis und Wachs her, um seine Kosten auszugleichen und Gewinn zu erwirtschaften.

In Deutschland betreiben 95 Prozent der aktuell rund 130.000 Imker das Imkern als Nebenerwerb oder Hobby. Jedes Bundesland hat seine eigenen Vorschriften in Bezug auf die Imker- und Bienendichte sowie hinsichtlich der Ausbildung. Die rechtlichen Voraussetzungen sind dennoch unkompliziert: Ein Imker muss gemäß § 1a der Bienenseuchen-Verordnung lediglich den Standort und die Anzahl seiner Bienenvölker an die zuständige Behörde melden. Honig, Pollen und Propolis unterliegen der strengen deutschen Lebensmittelgesetzverordnung.

Bienen – Gründe für das Imkern

Für die Haltung von Bienen spricht eine Reihe von Gründen. Denn die fleißigen Insekten erbringen eine beachtliche Gemeinschaftsleistung und tragen als Bestäuber von Kultur- und Wildpflanzen wesentlich zu einem funktionierenden Ökosystem bei. Die Beschäftigung mit Bienenvölkern schult die Sensibilität für die Natur und erweckt ein entsprechendes Verantwortungsgefühl. Durch ihre Tätigkeit leisten Imker einen wertvollen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz.

Imkern bereitet als Hobby Freude und eignet sich als Neben- oder Haupterwerb. Auch als Freizeitbeschäftigung betrieben, kommen die Kosten durch den Verkauf von Honig, Nebenprodukten oder ganzer Bienenvölker wieder herein. Der eigene Garten profitiert bereits durch einen einzelnen Bienenstock. Das liegt zum einen am Flugradius von dreieinhalb Kilometern, in dem sich Bienen bewegen. Zum anderen besuchen diese blütensteten Insekten jeweils nur eine Blütenart, was die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung erhöht.

Bienen – die Unterbringung der nutzbringenden Insekten

Bei einem Bienenstock handelt es sich um die Gesamtheit aus einer künstlichen Nisthöhle und dem darin lebenden Bienenvolk. Die Unterbringung der Bienen erfolgt in einer Behausung, die in der Fachsprache als Beute bezeichnet wird.

Bienenhäuser beherbergen mehrere Bienenstöcke und bieten Platz für Imkereigeräte. Sie kosten vergleichsweise mehr als Magazinbeuten im freien Gelände und bieten im Gegenzug hervorragenden Wetterschutz.

Bienen – die Kosten für den Start als Imker

Die Kosten für den Start in die eigene Imkerei hängen von der Anzahl der Bienenvölker ab, mit denen begonnen wird. Erfahrene Imker empfehlen für den Anfang zwei Bienenvölker:

Als Dachorganisation der Imker-Landesverbände ist der D.I.B. die erste Adresse für Fortbildungen und Beratungen rund um das Thema Imkern.

Bienen – wichtige Kaufkriterien & die Kosten der Insekten

Beim Kauf von Bienen sollte der erste Blick dem Gesundheitszeugnis gelten. Eine Futterkranzprobe der Kategorie 0 reicht nicht aus, da sie zwar die Gesundheit bestätigt, jedoch nur einen Teil des Gesundheitszeugnisses ausmacht.

Die nachfolgenden Kosten stellen Richtwerte dar und dienen der Orientierung:

Der Kauf sollte möglichst in der Region erfolgen, um die Imker vor Ort zu unterstützen und zugleich den Stress für die Insekten möglichst gering zu halten.

Bienen – die Arten der Honigbiene

Beim Imkern dreht sich alles um Honigbienen. Sie gehören der Gattung Apis an und gliedern sich in neun Bienenarten. Diese leben – wie die Riesenhonigbiene (Apis dorsate) und die Östliche Honigbiene (Apis cerena) – vorwiegend in Asien, während die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) in Europa beheimatet ist. Sie gliedert sich in folgende Rassen:

Bei der Zucht von Honigbienen stehen das Verstärken erwünschter und das Abschwächen unerwünschter genetischer Eigenschaften im Vordergrund. Das Ziel besteht im Aufbau von Zuchtlinien mit geringem Schwarmtrieb und hohem Honigertrag.

Bienen – die Pflege eines Bienenstocks

Im Anschluss an die Honigernte bereitet der Imker seine Bienen auf den Winter vor. Die Pflege umfasst Reparaturen an der Beute, die Schaffung von Winterbienen für die Pflege der Königin und das Aufstocken der entnommenen Wintervorräte durch Ein- und Auffüttern. Dabei wird die Futterzarge mit Zuckerwasser als Nektar-Honigersatz befüllt, das den Flugbienen Energie für den Polleneintrag verleiht. Bei der Königin bewirkt die Futtergabe häufig eine kurzzeitige Steigerung der Bruttätigkeit.

Nach Behandlungen gegen die Varroa-Milbe erhält das Bienenvolk eine vollständige Auffütterung, die bis Mitte September abgeschlossen sein sollte. Weitere Pflegemaßnahmen umfassen das Umweiseln, bei dem die Königin ausgetauscht wird, und die Winterkontrolle. Zu dieser gehören die regelmäßige Kontrolle der Fluglöcher auf Eindringlinge oder Gemüll und eine etwaige Restentmilbung.

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