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Der Stock benötigt eine bestimmte Ausrichtung. (Symbolbild)

Erfolgreich Bienenvölker halten

Bienenhaltung: Das sind die Voraussetzungen für den perfekten Standort

Bienen benötigen für artgerechte Haltung einen optimalen Standort. Hier gibt es rechtliche und haltungsrelevante Informationen zur Bienenhaltung.

Wachtberg bei Bonn – Über rund 50 Quadratmeter erstreckt sich laut dem Deutschen Imkerbund das Fluggebiet eines Bienenvolkes. Der optimale Standort des Stocks ist unter anderem für die Orientierung der Tiere wichtig.

Bienenhaltung: Rechtliche Hintergründe

Die Bienenhaltung gilt zivilrechtlich nicht als Haus-, sondern als Wildtierhaltung. In der Folge ist sie auf gemieteten Grundstücken beim Vermieter ausdrücklich genehmigungspflichtig. Klauseln im Mietvertrag zur Haustierhaltung gelten für Bienen nicht.

Auf dem eigenen Grundstück ist eine solche Genehmigung zwar nicht notwendig, es müssen aber doch einige Faktoren berücksichtigt werden. Dazu zählt insbesondere der Abstand des Bienenstocks zum Nachbargrundstück. Dieser sollte mindestens fünf Meter betragen. Darüber hinaus sollten Start- und Zielbahn der Bienen nicht über benachbarte Areale führen.

Der Deutsche Imkerbund weist des Weiteren darauf hin, dass es ratsam ist, die Nachbarn vor der Errichtung der Bienenstöcke zu informieren.

Eine Versicherung ist für die Haltung von Bienen nicht vorgeschrieben. Da der Halter jedoch im Falle eines Stiches haftet, ist der Abschluss anzuraten.

Bienenhaltung: Den optimalen Standort auswählen

Die Bienenhaltung erfordert über die rechtlichen Bedingungen hinaus einige Überlegungen im Vorfeld. Diese betreffen insbesondere den geeigneten Standort im Garten oder an einem anderen Platz auf dem Grundstück. Dieser sollte die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Das Flugloch sollte nach Osten oder Süden, nicht nach Norden oder Westen zeigen. So können die Bienen sich optimal orientieren.
  • Hinter dem Bienenstock ist ausreichend Platz zum Hantieren zu lassen. Keinesfalls sollte man vorne und damit am Flugloch arbeiten.
  • Das Flugloch sollte nicht unmittelbar an Wegen oder Arbeitsflächen platziert werden.
  • Ein Hindernis in geringem Abstand zum Flugloch bringt die Bienen dazu, schnell an Flughöhe zu gewinnen. So lassen sich Überfliegungen von Nachbargrundstücken verhindern.
  • Ein Standort im Halbschatten ist ideal. Eine zu starke Sonneneinstrahlung sollte ebenso vermieden werden wie ein vollständig beschatteter Platz.
  • Eine Bienentränke in der Nähe des Stocks erlaubt den notwendigen Zugang zu Wasser. Das ist vor allem bei großer Hitze im Sommer wichtig.

Wichtig: Der Stock sollte während der Saison am einmal festgelegten Standort bleiben. Versetzt man ihn, finden die Bienen nicht mehr zurück.

Bienenhaltung: Diese Regeln gelten für den Bienenstock

Bienenstöcke gibt es im Handel fertig zu kaufen. Abgesehen vom optimalen Standort ist auch hinsichtlich der Platzierung der Bienenkästen einiges zu beachten. Sie sollten im Sinne einer artgerechten Bienenhaltung leicht erhöht und damit nicht unmittelbar am Boden platziert werden. So lassen sie sich bei Bedarf einfacher nach vorne kippen. Eine Unterkonstruktion in einer Höhe von etwa 30 Zentimetern gilt als ideal.

Bei der Installation ist darauf zu achten, dass die Bienenkästen einen festen Stand aufweisen. Zugleich sollte ein Gefälle von ein bis zwei Zentimetern nach hinten eingeplant werden. Dies hilft den Bienen beim geordneten Einflug, denn sie orientieren sich stets am höchsten Punkt des Stocks.

Bienenhaltung: Wie viele Bienenvölker kann man halten?

Die Anzahl der Bienenvölker sollte an die Grundstücksgröße angepasst sein. Pro Volk ist eine Fläche von rund 100 Quadratmetern einzuplanen. Auf Arealen mit weniger als 200 Quadratmetern Fläche sollte von der Bienenhaltung generell Abstand genommen werden. Mehr als acht Bienenvölker sind für die private Haltung in der Regel nicht ratsam. Selbst wenn ein ausreichend großes Grundstück vorhanden ist, kosten die Versorgung und Pflege einer großen Anzahl Bienen viel Zeit.

Nachbarn müssen Bienenhaltung grundsätzlich dulden, insbesondere, wenn die Haltung „ortsüblich“ ist. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn in der Umgebung bereits Bienenvölker angesiedelt sind.