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Bienenhonig-Ernte: Wie der süße Honig ins Glas kommt und was man dazu braucht

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Entdeckeln einer Honigwabe (Symbolbild)
Entdeckeln einer Honigwabe (Symbolbild) © Sabine Brose/IMAGO

Die Honigernte steht jedes Jahr im Hochsommer an. Dann kommt das goldene Naschwerk aus der Wabe ins Glas. Die Ernte erfolgt per Hand oder Honigschleuder.

Bonn – Laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) verbrauchen die Menschen in Deutschland ein Kilogramm Honig pro Kopf im Jahr. Damit zählen sie zu den Spitzenreitern der Honigverbraucher. Wer Hobby- oder Berufsimker ist, kann die Honigernte gleich selbst vornehmen.

Honigernte: Benötigtes Zubehör

Folgende Utensilien werden für die Honigernte benötigt:

Honigernte: Wann ist es so weit?

Die Erntezeit fällt meistens in die zweite Hälfte des Julis. Bis Ende Juli sollte die Honigernte abgeschlossen sein, da dann die Ameisensäurebehandlung ansteht – daran anschließend geernteter Honig ist nicht mehr als Lebensmittel zulässig. Ob der Honig reif ist, erkennen Imker in der Regel daran, dass zwei Drittel der Wabe mit Wachs bedeckt – „verdeckelt“ – sind. Wichtig ist, dass sich keine Brut mehr in den Honigwaben befindet. Die Brut ist daran zu erkennen, dass ihr „Deckel“ deutlich unebener ist als die Wachsverdeckelung. Der Wassergehalt des Honigs muss nach dem Deutschen Imkerbund unter 18 Prozent liegen, nach der Deutschen Honigverordnung unter 20 Prozent. Das kann der Imker mit einem Refraktometer feststellen. Dazu streicht er ein wenig flüssigen Honig auf das Prisma und drückt die Klappe zu. Nach einem kurzen Moment sieht er durch das Gerät und kann an einer blau-weißen Linie auf einer Messskala den Wassergehalt ablesen.

Honigernte: Vorgehen und Zeitaufwand

Wie lange eine Honigernte dauert, kommt auf die Anzahl der Bienenvölker, die Erfahrung und darauf an, ob der Honig mit einer Honigschleuder oder per Hand geerntet wird. Zunächst sollen die Bienen aus dem Honigraum vertrieben werden. Dazu verwendet man eine Bienenflucht. Die Trennwand hat einige Durchgangslöcher, doch die Bienen können diese nur von einer Seite aus passieren. Die Bienenflucht wird ein oder zwei Tage vor der Ernte eingesetzt. Die restlichen Bienen, die sich noch auf den Rahmen mit den Waben befinden, werden mit einem Abkehrbesen oder einem Smoker sanft entfernt. Mit einer Entdeckelungsgabel entfernen Imker das Wachs, mit dem die Bienen die Waben verschlossen haben. Erfolgt die Ernte per Hand, werden die Waben anschließend mit einem Messer aus ihrem Rahmen geschnitten. Dann zerkleinert ein Honigrührer oder ein Kartoffelstampfer die Waben zu einem Brei. Dieser wird durch ein Doppelsieb gefüllt. Im Grobsieb lagern sich grobe Wachsstücke, im Feinsieb die kleineren Reste.

Eine Honigschleuder wird mithilfe einer Handkurbel oder eines Motors gedreht. Mehrere Waben mitsamt Rahmen werden gleichzeitig eingesetzt. Die Honigernte erfolgt, indem die Zentrifugalkraft den Honig wortwörtlich aus den Waben herausschleudert. Über einen Auslaufhahn fließt der Honig durch das Doppelsieb in einen Eimer. Eine Wabe enthält übrigens circa zwei Kilo Honig.

Honigernte: Lagerung

Nach der Honigernte lässt man den geernteten Honig am besten noch ein bis zwei Tage im Eimer ruhen. Dabei setzen sich letzte Wachsreste und feinste Fremdkörper an der Oberfläche ab. Diese werden einfach mit einem Teigschaber entfernt. Anschließend ist der Honig verzehrfertig und muss nur noch in Gläser abgefüllt werden. Die Gläser lagern im Idealfall an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort. Dadurch hält er sich besonders lange. Jeder, der Honig weitergibt, ist verpflichtet, sich an das Lebensmittelrecht und die Lebensmittelinformationsverordnung zu halten.

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