Vom Ei zur Biene

Bienenlarven: Königin entscheidet, welches Geschlecht ein Ei bekommt

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Die Königin ist nicht nur das einzige fortpflanzungsfähige Weibchen in einem Volk, sondern bestimmt auch das Geschlecht der künftigen Jungbienen.

München – Die Fortpflanzung der Bienen ist komplex und faszinierend zugleich. Ohne die Königin läuft allerdings gar nichts. Denn als einziges fortpflanzungsfähiges Weibchen eines Bienenvolks ist sie nicht nur für die Eiablage zuständig, sondern auch für die Bestimmung des Geschlechts. Doch aus welchem Ei schlüpft eine weibliche und aus welchem eine männliche Jungbiene?

Bei der Eiablage bestimmt die Bienenkönigin das Geschlecht der künftigen Jungbienen. (Symbolbild)

Bienenlarven: Königin entscheidet, welches Geschlecht ein Ei bekommt

Bis die Jungtiere zu adulten Bienen herangewachsen sind, durchlaufen sie verschiedene Entwicklungsstadien. Dieser Vorgang wird auch als Metamorphose bezeichnet. Die Entwicklung von Bienen umfasst folgende Stadien:

  • Ei
  • Rundmade
  • Streckmade
  • Puppe
  • Adult

Alles beginnt mit dem Hochzeitsflug der Königin, bei dem sie sich nacheinander mit mehreren Drohnen paart. Das Besondere: Die Königin nimmt während der Paarung bis zu zehn Millionen Spermien in ihrer Samenblase auf und ist damit für die gesamte Lebensdauer von zwei bis fünf Jahren bestens ausgestattet. Für Aufregung in einer Fußgängerzone sorgt ein Bienenschwarm, der einen Bistrotisch besetzt.

Bienenlarven: Befruchtung der Eier bestimmt das Geschlecht

Das Ei wird von der Königin in eine leere Wabenzelle gelegt, die sie zuvor auf Sauberkeit und Größe geprüft hat. Im Sommer kommt die fleißige Königin dabei auf bis zu 2.000 Eier pro Tag. Dabei bestimmt sie auch das Geschlecht der künftigen Jungbienen, die unterschiedliche Aufgaben im Bienenstock übernehmen. Grundsätzlich gilt: Aus befruchteten Eiern schlüpfen neue Königinnen bzw. Arbeiterinnen (= weibliche Bienen) und aus unbefruchteten Eiern Drohnen (= männliche Bienen).

Innerhalb der ersten drei Tage entwickelt sich aus dem Ei eine Larve, die zunächst als Rundmade bezeichnet wird, da sie eingerollt am Boden der Zelle liegt. Nach etwa acht Tagen werden die Zellen mit Wachsdeckeln verschlossen. Zu dem Zeitpunkt hat sich die Rundmade bereits zur Streckmade weiterentwickelt. Sie ist nun wesentlich größer und hat sich aufgerichtet. Alle Bienenlarven werden zunächst mit Gelee Royale gefüttert, wobei die Königin den Futtersaft während der ganzen Entwicklung bekommt.

Bienenlarven: Entwicklungsdauer der Bienen ist unterschiedlich

Nach der Entwicklung zur Streckmade beginnt die künftige Jungbiene einen Kokon zu spinnen und sich zu verpuppen. Die Tiere sind zunächst noch vollkommen weiß, erst im Laufe der finalen Entwicklung färbt sich ihr Chitinpanzer dunkel. Übrigens: Die Entwicklungsdauer ist bei jeder Biene verschieden. Während Bienenköniginnen nach 16 Tagen schlüpfen, benötigen Arbeiterinnen 21 und Drohnen 24 Tage.

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