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Bienenvolk umweiseln: Der richtige Zeitpunkt und wie es funktioniert

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Eine gelb markierte Bienenkönigin mit ihrem Volk (Symbolbild)
Eine gelb markierte Bienenkönigin mit ihrem Volk (Symbolbild) © Giorgio Magini/IMAGO

Die Bienen-Fortpflanzung ist Sache der Königin, die auch „Weisel“ genannt wird. Was aber, wenn eine Königin stirbt oder ersetzt werden soll?

Wachtberg-Villip – Wie man den Informationen des Deutschen Imkerbunds e. V. und anderer Fachorgane entnehmen kann, gibt es verschiedene Methoden für die Nachzucht von Bienenköniginnen und die Schaffung neuer Bienenvölker. Denn die Fortpflanzung von Bienen ist recht kompliziert.

Fortpflanzung bei Bienen: Ein Hochzeitsflug für lebenslange Brut

Die Fortpflanzung von Bienen hat ihre Besonderheiten. Ein Bienenvolk besteht aus Arbeiterinnen, (männlichen) Drohnen – und der Königin. Nur die Königin legt Eier, denn nach dem Ausschlüpfen in ihrem heimischen Stock begibt sie sich auf den Hochzeitsflug. Dabei legen die jungen Königinnen kilometerweite Strecken zurück und paaren sich mit Drohnen, die ihnen dabei folgen oder die sie unterwegs treffen.

Von diesen „Flitterwochen“ zehrt die Bienenkönigin ihr Leben lang – und das kann bis zu fünf Jahre dauern. Sie legt Eier, die von den Arbeiterinnen in Wabenzellen abgelegt werden. Von der Ernährung der Brut hängt ab, ob aus dem Nachwuchs Arbeiterinnen oder Drohnen werden – oder eine neue Königin. Die Betreuungsdauer fällt folgendermaßen aus:

Während die Larven, die zu Arbeiterinnen oder Drohnen bestimmt sind, mit Honig und Pollen gefüttert werden, erhalten künftige Königinnen Gelée royale, einen Futtersaft, der in den Kieferdrüsen der betreuenden Arbeiterinnen hergestellt wird.

Bienen-Fortpflanzung: Gründe für ein Umweiseln oder Einweiseln

Nicht wenige Imker ersetzen eine Königin, die ein Alter von etwa zwei Jahren erreicht hat, damit das Bienenvolk weiterhin seine Produktivität behält. Doch auch in anderen Situationen kann es erforderlich werden, eine neue Königin zuzusetzen – etwa, wenn die Vorgängerin stirbt oder wenn aus einem großen Bienenvolk „Ableger“ gebildet werden sollen, also neue Völker.

Es gibt durchaus auch Imker, die der Meinung sind, dass das Umweiseln – das Ersetzen der Königin – auf die Stimmung im Bienenvolk Einfluss hat, und die deshalb das Einweiseln einer neuen Königin bei ungewöhnlich aggressiven Völkern empfehlen. Gründe gibt es mehrere, das Vorgehen kann recht komplex sein, denn eine neue Königin wird nicht ohne Weiteres angenommen.

Bienen-Fortpflanzung: Vorgehen für das Einweiseln einer neuen Königin

Bienen identifizieren einander durch den gemeinsamen Duft. Wer ähnlich riecht, gehört zum Bienenvolk, wer nicht ins Geruchsbild passt, wird als Eindringling gnadenlos niedergestochen. Die Aggressivität ist verständlich, denn Bienenstöcke sind das Ziel anderer Insekten, die es auf den Honig oder die Larven abgesehen haben. Deshalb benutzen Imker ein bestimmtes Vorgehen, wenn sie einem Bienenvolk eine neue Königin zugeben wollen.

Die meisten Fachleute empfehlen das Entnehmen der alten Königin und anschließend eine Warteperiode von mindestens zwei oder drei Tagen. Die Bienen müssen sich der Tatsache bewusst werden, dass sie sozusagen führerlos sind. Erst dann sind sie fähig, eine neue Königin anzuerkennen. Damit das „Einweiseln“ funktioniert, greifen Imker zu Tricks.

Fortpflanzung von Bienen: Einweiseln befruchteter oder unbefruchteter Königinnen

Mit dem Einweiseln bereits befruchteter Königinnen haben Imker die Möglichkeit, Einfluss auf die Zucht zu nehmen. Doch nicht immer wird der Neuankömmling akzeptiert. Verbreitet ist deshalb die Methode, künstliche „Weiselzellen“, also die Schlupfwabe einer Königin, in den Bienenstock einzuhängen und darin eine unbefruchtete, schlupfreife Königin unterzubringen. Die neue „Herrscherin“ nagt sich durch die dem Bienenstock zugewandte Seite der Weiselzelle und wird von den Bienen dort als Nachwuchs aus dem eigenen Stock akzeptiert. Bei ihrem Hochzeitsflug wird sie überwiegend Drohnen aus dem ihr zugewiesenen Volk mit auf die Reise nehmen.

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