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Honigsorten: Linde, Raps und Akazie – was sie unterscheidet

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Von: Sina Lück

Honig gibt es in vielen verschiedenen Sorten. Doch was unterscheidet sie genau? Wir verraten, was hinter dem flüssigen Gold von Linde, Raps und Akazie steckt.

Wachtberg (NRW) – Imker stellen eine Vielzahl an verschiedenen Honigsorten her. Dafür sammeln die fleißigen Bienen Nektar von Wiesen, Feldern und Bäumen. Zu den bekanntesten Sorten zählen beispielsweise Linden-, Raps- oder Akazienhonig. Doch was genau sind die Unterschiede? Wir klären auf.

Honigsorten: Unterscheidung nach Art der Gewinnung

Honig lässt sich auf verschiedene Arten unterscheiden. Ein Merkmal ist beispielsweise die Art der Gewinnung. „So gibt es Schleuder-, aber auch Press-, Tropf- oder Seimhonige. Wabenhonig wiederum ist eine bestimmte Angebotsart“, erklärt Marion Hoffmann von der Honiguntersuchungsstelle des Deutschen Imkerbundes im nordrhein-westfälischen Wachtberg.

Honigsorten: Unterscheidung nach Herkunft

Neben der Art der Gewinnung wird Honig außerdem nach der Herkunft unterschieden. Daher gibt es die Einteilung in Blüten- und Honigtauhonige, die wiederum differenziert werden. „In Deutschland sind es ungefähr zwanzig Blüten-Sortenhonige, dazu rund eine Handvoll Honigtauhonige“, weiß Marion Hoffmann. Zu den spezifischen Blütenhonigen zählt beispielsweise der Rapshonig, bei den Honigtauhonigen ist es beispielsweise der Tannenhonig. Honig, der verschiedene Pflanzen in unterschiedlichen Anteilen enthält, wird allgemein als Sommerblüten- oder Waldhonig bezeichnet. Bis zu 100 Kilo Honig im Jahr kann ein Bienenvolk produzieren.

Übrigens: Für Honigtauhonig sammeln die Bienen keinen Nektar aus Blüten, sondern den namensgebenden Honigtau. Dabei handelt es sich um zuckerhaltige Ausscheidungen von Insekten wie Blatt- oder Schildläuse*, die an den Pflanzen saugen. Egal, ob Nektar oder Honigtau: Für die Auszeichnung von sortenreinen Honigen verlangt der Gesetzgeber von Imkern einen Anteil von mindestens 60 Prozent einer bestimmten Trachtpflanze. Der Gehalt wird durch eine Laboranalyse geprüft.

Auf einem Tisch stehen drei verschiedene Gläser mit Honig. (Symbolbild)
Je nach Sorte unterscheidet sich Honig unter anderem nach Herkunft, Farbe und Konsistenz. (Symbolbild) © McPhoto/Imago

Honigsorten: Unterscheidung nach Farbe

Auch die Farbe ist ein Unterscheidungsmerkmal bei Honig. Generell gilt: „Blütenhonige sind eher hell und Honigtauhonige eher dunkel, wobei es auch Ausnahmen gibt“, erläutert die Expertin des Deutschen Imkerbundes. Welche Farbe der Honig letztlich annimmt, wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Ein Kriterium sind die Farbstoffe aus dem Nektar. „Die Bienen entziehen diesem Wasser, damit intensiviert sich die Farbe. Kornblumenhonig ist zum Beispiel extrem gelb.“ Auch orangegelbe Farbstoffe aus den Pollen der jeweiligen Trachtpflanzen spielen eine Rolle.

Die Farbgebung des Honigs geht außerdem mit der Zuckerzusammensetzung einher. Marion Hoffmann erklärt warum: „Auskristallisierte Glukose erscheint durch Lichtreflexion weiß. Weil dieser Zucker im Rapshonig überwiegt, ist er so hell. Schließlich gibt es noch eine Färbung durch ablaufende Umwandlungsprozesse, das ist vor allem bei Honigtauhonigen der Fall.“ Der teuerste Honig der Welt kostet 700 Euro pro Kilo.

Honigsorten: Unterscheidung nach Konsistenz

Honigsorten unterscheiden sich auch im Hinblick auf die Konsistenz. Dabei ist das Verhältnis von Glukose und Fruktose entscheidend. Der grobe Richtwert: Enthält der Honig mehr Fruktose bleibt er flüssig. Ist der Hauptanteil Glukose wird er fest. Ein ausgeglichenes Verhältnis der beiden Zuckerarten sorgt für eine geschmeidige Konsistenz. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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