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Eigility für Hühner: Was dahinter steckt, wie es geht und Tipps für den Parcours

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Ein Huhn läuft eine Treppe in den Stall hinauf. (Symbolbild)
Mit Eigility-Übungen können Hühner lernen, einen Parcours zu absolvieren. (Symbolbild) © Westend 61/Imago

Was unter dem Begriff „Eigility“ bekannt wurde, ist nichts anderes als Klicker-Training, wie man es auch bei Hunden und Katzen erfolgreich einsetzt.

Hengstbach bei Zweibrücken – Was eine bekannte Tiertrainerin erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt hat, findet immer mehr Anklang bei Hühnerhaltern und Trainern. Eigility ist die sinnige Bezeichnung für Agility mit Hühnern. Genau wie bei Hunden oder Katzen steht neben dem praktischen Lernwert der Spaß für das Tier im Vordergrund. Dabei stellt sich heraus, dass die Hühner sehr lernfähig und auch -willig sind – und obendrein ausgesprochen schnell.

Eigility für Hühner: Das können sie lernen

Bei der breiten Masse ist Eigility zwar noch nicht angekommen, doch die Suche online fördert zutage, was Hühner dabei lernen können. Das Erfolgsrezept ist, wie bei anderen Tieren auch, bei artgerechtem Verhalten anzusetzen und darauf aufbauend Abläufe zu entwickeln. Lernen können Hühner unter anderem das Kommen oder Folgen auf Zuruf, aber auch echte Kunststücke:

Viele der einfacheren Übungen für Hühner setzen beim Picken an. Das ist für die Vögel gewissermaßen zweite Natur und wird in das Training eingebaut. Da Hühner recht wendig sind, finden sie mitunter Gefallen an Hindernisläufen oder dem systematischen Umwerfen von Hindernissen.

Eigility für Hühner: Tipps für den Parcours und mehr

Wer sich als Halter für Eigility interessiert, ist angesichts dessen, was manche Hühner fertigbringen, zunächst sprachlos. Dass die eigenen Hennen einen Parcours bewältigen oder eine Spielkarte zuverlässig erkennen, scheint in unerreichbarer Ferne, doch mit einigen Tipps kann man das Konzept daheim ausprobieren.

Der erste Rat eines jeden Tiertrainers ist dabei, viel Geduld zu haben – mit dem Tier, und noch mehr mit sich selbst. Denn zunächst muss man lernen, dem Huhn präzise zu vermitteln, was es gerade so super hinbekommen hat. Bei Hühnern klappt das nur über die Motivation, sprich über ein Leckerli, denn sie verstehen das Prinzip der Strafe nicht, und wenn sie keine Lust mehr haben, gehen sie einfach weg. Der Klicker macht es leichter, beim Training ein Signal zu setzen – das ist besonders wichtig, weil Hühner sehr schnell sind. Sobald das Huhn lernt, dass nach dem Klick ein Leckerbissen folgt, versteht es, was erwünscht ist.

Das klingt logisch, dauert aber seine Zeit, wenn es um die praktische Umsetzung geht. Wer mit Hunden gearbeitet hat, bei denen der Mensch die Bezugsperson ist, muss sich nun umstellen, denn Hühner „ticken“ anders und sind nicht auf eine solche Bindung angewiesen.

Eigility für Hühner: Nutzen für Tier und Mensch

Eigility-Training ist also ein wenig anders als die Hundeschule oder Kunststücke mit der Katze. Trotzdem kann es gut gelingen, Hühner dafür zu begeistern, und auch der Mensch hat seinen Spaß. Vor allem die oft unterschätzte Intelligenz des Federviehs können Hühner mit Kartentricks und Hindernisläufen unter Beweis stellen.

Doch nicht alle Hühner sind für den „zweiten Bildungsweg“ zu motivieren. Gemütlichere Tiere, die am liebsten den Schnabel ins Futter versenken und ansonsten vor sich hin dösen, kommen als Kandidaten weniger infrage. Umgekehrt gibt es auch unter Hühnern die aufgeweckten Zeitgenossen, die von sich aus den Kontakt suchen und im Hühnerstall durch viel Initiative und Führungsverhalten auffallen.

Für solche Hühner ist Eigility eine spannende Abwechslung, die sie – abgesehen von den Leckerbissen – auch als Bereicherung empfinden. Würden sie den Nutzen nicht einsehen, dann könnten sie sich dem ganzen Training einfach verweigern. Es ist also einen Versuch wert, die eigenen Hühner nach Eignung zu screenen und mit den Ehrgeizigen unter ihnen Eigility auszuprobieren.

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