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Faktencheck Hühner-Ei: Wissenswertes rund um das Ostersymbol

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Von: Lara-Sabrina Kiehl

Ostern ohne Eier? Kaum vorstellbar! Schließlich sind sie neben dem Osterhasen das Ostersymbol schlechthin. Wie es dazu kam und was im Hühner-Ei alles drin ist.

München – Hühner-Eier könnten kaum vielseitiger einsetzbar sein: Kuchen, Quiche, Crêpes, Eierlikör, Omlet, Spiegel- oder Rührei sind nur ein paar der vielen Leckereien, die wir den Eiern und damit auch den Hühnern verdanken. Doch auch als Deko finden sie Verwendung – besonders zu Ostern. Gekocht und bunt bemalt im Osternest oder ausgeblasen aufgehängt, dürfen sie an den Feiertagen nicht fehlen.

Zu Ostern erleben Eier einen wahren Hype. Die Schokoladenindustrie baut sie sogar nach und verpackt sie in bunt schillernde Folien. Doch warum ist das so, warum sind Eier zum Ostersymbol geworden? Und wie entsteht überhaupt ein Hühner-Ei und was steckt da eigentlich alles drin?

Faktencheck Hühner-Ei: Wissenswertes rund um das Ostersymbol

Gut legende Hennen produzieren etwa alle 25,5 Stunden ein Ei. Doch bis es fertig im Nest liegt, ist für niemanden sichtbar, so einiges passiert. Täglich bringt Huhn Sigrid ihrem Nachbarn ein Ei, doch ihr Weg ist gefährlich.

Als allererstes entsteht der Dotter aus einer winzigen Eizelle. Das dauert etwa eine Woche. Mit einer Schicht Eiweiß umhüllt beginnt sich nun das Ei von innen nach außen immer mehr zu entwickeln. Sobald der Dotter fertig ist, wandert er durch den Eileiter der Henne. Dort wird zunächst das Eiweiß aus Protein, Wasser und Mineralstoffen gebildet. Im weiteren Verlauf wachsen die sogenannten Hagelschnüre, die den Dotter in der Mitte des Eis halten.

Bevor im Uterus die Schale des Eis gebildet wird, entsteht um das Eiweiß herum eine Membran. Die Eierschale selbst besteht aus Kalziumkarbonat, das auch in Marmor oder Kreide vorkommt. Auch wenn sie nur 0,3 Millimeter dünn ist, ist die Schale dennoch äußerst stabil. Die Farbe vom Hühner-Ei hängt von der Rasse des Huhns ab. Einen Einfluss auf den Geschmack hat sie aber nicht.

Bunte Ostereier in einem Nest auf einer Wiese. (Symbolbild)
Früher wurden alle Eier rot bemalt. Erst später kamen dann auch andere Farben zum Einsatz. (Symbolbild) © Shotshop/Imago

Faktencheck Hühner-Ei: Das steckt alles drin in dem Ostersymbol

Eier enthalten die acht für den Menschen essenziellen Aminosäuren: Valin, Methionin, Leucin, Isoleucin, Phenylalanin, Tryptophan, Threonin und Lysin. Neben den wertvollen Proteinen enthalten sie aber auch wichtige Vitamine und Mineralien:

Eiern wird schon seit Jahren nachgesagt, dass sie den Cholesterinspiegel in einem ungesunden Maß ansteigen lassen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen aber gelten ein bis zwei Eier täglich als gesund. Wer allerdings auf seine Cholesterinwerte achten muss, sollte die tägliche Menge besser nicht überschreiten. Bei gesunden Menschen ist ein leicht erhöhter Konsum von Eiern, wie zum Beispiel zu Ostern, jedoch unbedenklich.

Faktencheck Hühner-Ei: Deswegen sind sie mit Ostern verbunden

Aber warum sind Eier so untrennbar mit Ostern verbunden und warum werden sie bunt angemalt? Wie so oft, gibt es auch hier verschiedene Vermutungen. In vielen Kulturen gilt das Ei als Symbol für Fruchtbarkeit, neues Leben und Wiedergeburt. Die alten Ägypter verehrten das Ei als Ursprung der Welt. Im antiken Griechenland und Rom hingegen galt es als Symbol des Neubeginns und wurde zur Feier der Tagundnachtgleiche, dem damaligen Beginn des neuen Jahres, angepriesen. Doch auch als Grabbeigabe, um die Auferstehung zu ermöglichen, fanden Eier damals Verwendung. Ob zuerst das Huhn oder das Ei da war, verrät die Geschichte der Hühner.

Später hat dann das Christentum die uralte Symbolik übernommen. Denn das Küken, das aus dem Ei schlüpft, erinnert an die Auferstehung Jesu am Ostersonntag und ist deswegen für die Christen ein wichtiger Bestandteil des Osterfestes.

Faktencheck Hühner-Ei: Das steckt hinter dem Anmalen

Bereits im Mittelalter wurden Eier, um ihre Bedeutsamkeit zu kennzeichnen, rot eingefärbt. Die rote Farbe soll das von Jesu vergossene Blut am Kreuz symbolisieren. Von Aschermittwoch bis Karfreitag haben die Menschen im Mittelalter stets eine strenge Fastenzeit gehalten, in der sie auch keine Eier essen durften. Doch die Hühner produzierten weiter. Um die Eier haltbar zu machen, haben die Menschen sie gekocht.

Alle Eier, die in der Karwoche gelegt wurden, wurden rot gefärbt, um sie von den anderen unterscheiden zu können. Denn die Eier, aus der Karwoche, galten als besonders heilig. Am Ostersonntag, nach 40 Fastentagen, durften die Eier wieder gegessen werden. Die heiligen roten Karwoche-Eier wurden zunächst geweiht und erst dann zum Frühstück verzehrt oder auch verschenkt. Diese Idee mit Herz schenkt ausgedienten Legehennen ein zweites Leben.

Erst viele Jahre später sind die Eier auch in anderen Farben außer rot* bemalt worden. Eine Tradition, die bis heute gelebt wird – jedes Jahr aufs Neue zu Ostern. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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