Tipps für artgerechte Haltung

5 Fehler bei der Hühnerhaltung: Falsches Futter kann tödlich enden

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Wer Hühner im eigenen Garten halten möchte, sollte sich vorab gut informieren. Denn so kann man die fünf häufigsten Fehler bei der Hühnerhaltung vermeiden.

Hasselbachtal – Hühner im eigenen Garten halten, liegt voll im Trend. Immer mehr Leute finden Gefallen daran, Selbstversorger zu sein und wollen zudem auf Eier aus der Massentierhaltung verzichten. Laut dem „Bund der Deutschen Rassegeflügelzüchter“ gibt es inzwischen über 300.000 private Hühnerhalter – und das mit steigender Tendenz. Wer sich Hühner anschaffen will, sollte sich vorab gut informieren. Wir verraten, worauf es bei artgerechter Hühnerhaltung ankommt und wie man die fünf häufigsten Fehler vermeiden kann.

5 Fehler bei der Hühnerhaltung: Zu wenig Platz

Für eine artgerechte Haltung brauchen Hühner vor allem eines – reichlich Platz für den Auslauf. Pro Tier sollten acht bis zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen. Hühner sind am liebsten frei im Garten unterwegs, nur zum Brüten und Schlafen ziehen sie sich in den Stall zurück. Vor der Anschaffung von Hühnern sollte man daher genau wissen, wie viel Platz man den Tieren zur Verfügung stellen kann oder möchte. Denn daraus bemisst sich dann die Anzahl der Hühner für eine artgerechte Haltung.

Kommt zu der Hühnerschar ein Hahn dazu, kann es schnell zum Streit mit Nachbarn kommen. (Symbollbild)

5 Fehler bei der Hühnerhaltung: Unterschätzter Lärm

Wer Hühner im eigenen Garten halten möchte, sollte am besten vorher auch die Nachbarn darüber informieren. Glücklich im Garten scharrende, gurrende und gackernde Hühner sind zwar nicht so laut wie ein Hund, könnten aber trotzdem so manchem Nachbarn auf die Nerven gehen. Kommt dann auch noch ein Hahn dazu, der die Anwohner täglich im Morgengrauen mit einem lauten Krähen aus dem Schlaf reißt, ist der Streit mit den Nachbarn wahrscheinlich vorprogrammiert. Deswegen am besten darüber sprechen, im Zweifel braucht es aber keinen Hahn, damit die Hühner Eier legen.

5 Fehler bei der Hühnerhaltung: Falsche Rasse ausgewählt

In Europa gibt es etwa 180 verschiedenen Hühnerrassen. Die Rassen unterscheiden sich nicht nur in Größe, Verhalten und Farbe, sondern auch darin, wie viele Eier sie legen. Wer seine Hühner rein nach Schönheit und äußerlichen Kriterien aussucht, muss sich später nicht wundern, wenn die Tiere dann zu temperamentvoll sind, die Eier ausbleiben oder sie gar das Klima nicht gut vertragen und krank werden. Für Anfänger eignen sich am besten Hühnerrassen, die eher ruhig sind und schnell zahm werden. Dazu zählen zum Beispiel Deutsche Zwerghühner, Brahma, Mechelner und Lachshühner. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, sich vor dem Kauf vom Züchter beraten zu lassen, welche Hühner am besten zum eigenen Garten passen.

5 Fehler bei der Hühnerhaltung: Hühner nicht angemeldet

Hühner zu halten ist zwar ohne Genehmigung möglich, nicht aber ohne die Tiere beim Veterinäramt und der Tierseuchenkasse anzumelden und zu registrieren. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es eine private oder professionelle Haltung ist und wie viele Tiere man hat. Denn auch „Hobbygeflügel“ unterliegt einer Impfpflicht und muss regelmäßig gegen die Newcastle-Krankheit immunisiert werden. Auch ein Impfnachweis muss geführt werden. Die Anmeldung ist außerdem wichtig, damit im Falle eines Seuchenausbruchs rechtzeitig Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden können. Wer gegen diese Auflagen verstößt oder zur nachweislich zur Seuchenverschleppung beiträgt, muss mit empfindlichen Bußgeldern rechnen.

5 Fehler bei der Hühnerhaltung: Falsches Futter kann tödlich enden

Hühner sind Allesfresser und nehmen als Omnivoren sowohl tierische, als auch pflanzliche Nahrung zu sich. Bei ihrem Auslauf im Garten suchen sie nach Körnern, Würmern, Insekten, kleinen Schnecken, aber auch Samen und Grünfutter. Meist reicht das, was die Hühner im Garten finden, aber nicht aus. Bekommen Hühner zu wenig Calcium, wird die Eierschale brüchig, oft stellen sie auch das Eierlegen ganz ein oder werden krank. Deswegen müssen unbedingt spezielle Getreide- und Kraftfuttermischungen für Hühner zugefüttert werden.

Auch Reste und Abfälle aus der Küche sind bei Hühnern stets willkommen. Doch nicht alles ist für das Federvieh geeignet und gesund. Beispielsweise sind Avocado, Zwiebeln und Zitrusfrüchte für Hühner giftig und können im schlimmsten Fall zum Tod der Tiere führen. Auch rohes Fleisch darf nicht gefüttert werden, da das sonst zu Federpicken oder Kannibalismus bei den Hühnern führen kann.

Rubriklistenbild: © CHROMORANGE/Imago