In einem Otterfinger Garten

Hühner graben amerikanische Weltkriegs-Munition aus

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Ein tierischer Kampfmittel-Räumdienst leistet in einem Otterfinger Garten saubere Arbeit: Eine Gruppe Hühner scharrte eine großkalibrige Patrone des Zweiten Weltkriegs frei.

Otterfing - Da staunte ein 32-jähriger Otterfinger am frühen Abend des Maifeiertags (1. Mai) nicht schlecht: Im Hühnergehege, das im Garten seines Einfamilienhauses eingerichtet ist, hatten sich die Tiere als „Kampfmittelräumdienst“ nützlich gemacht. Mit den Krallen hatte das Federvieh gegen 18 Uhr eine über 14 Zentimeter lange Patrone freigescharrt.

In einem Otterfinger Garten haben Hühner jetzt eine Weltkriegs-Patrone freigescharrt. (Symbolbild)

Hühner graben Munition aus – Patrone ist noch scharf

Wie Polizeihauptkommissar Matthias Büch von der Holzkirchner Polizei auf Anfrage mitteilte, handelt es sich bei dem Fund um eine noch scharfe amerikanische Patrone des Kalibers .50 BMG. „Auf der Patrone sind sogar noch Hinweise zu lesen, wo sie hergestellt wurde.“ Demnach stammt das Fundstück aus einer Waffenfabrik in St. Louis (Missouri), hergestellt im Jahr 1943. Das Kaliber wurde von US-Streitkräften im Zweiten Weltkrieg für schwere Maschinengewehre verwendet, etwa für Bordgeschütze von Bombern oder auf Jeeps, wie Merkur.de berichtet.

Die Patrone wurde in die Polizeiinspektion Holzkirchen gebracht und bleibt dort verwahrt, bis sie das Landeskriminalamt übernimmt und dann vernichtet. Weitere Patronen wurden laut Büch im Otterfinger Hühnergarten nicht entdeckt. „Es handelt sich um einen Einzelfund.“ Ein anderes Huhn treibt sich auf dem Gelände des Pentagon herum und löst so einen Großeinsatz aus.

Eine unmittelbare Gefahr ging von der Patrone nicht aus. Büch geht aber davon aus, dass sie scharf ist und noch immer verschossen werden könnte. US-Scharfschützen, die ihre Ziele in mehreren Kilometern Entfernung anvisieren, verwenden ein solches Kaliber ebenso wie Streitkräfte anderer NATO-Länder. „Es ist die mächtigste Patrone, die man derzeit in ein Gewehr stecken kann“, erklärt Büch.

Hühner graben Munition aus – Polizei rät zu Vorsicht beim Sondengehen

Wo genau die Patrone auftauchte, will Büch nicht verraten – er will so vermeiden, Sondengeher anzulocken. „Gerade durch die zwei vergangenen Corona-Jahre nahmen Freizeitaktivitäten in der Natur zu, auch das Sondengehen mit Metalldetektoren“, sagt Büch. Deswegen rate die Polizei dringend davon ab, nicht zweifelsfrei definierbare Gegenstände anzufassen, die beim Graben in Feld, Wald und Flur oder ähnlichen Aktivitäten aufgefunden werden. Im Zweifel, so Büch, sollte immer die Polizei informiert werden.

Rubriklistenbild: © Margit Wild/Imago