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Hühner impfen: Impfpflicht, Impfstoffe und Kosten

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Ein Huhn erhält eine Impfung (Symbolbild)
Ein Huhn erhält eine Impfung (Symbolbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Impfungen für Hühner schützen Leben und verhindern die Ausbreitung von Infektionen. Die Kosten für Impfstoffe vom Tierarzt sind im Verhältnis zum Nutzen gering.

Oldenburg – Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen informiert Hühnerhalter über die Impfpflicht gegen die Newcastle Disease. Bei Hühnern können Impfungen vor hochansteckenden Krankheiten schützen.

Impfungen bei Hühnern: Welche Impfstoffe gibt es?

Es gibt einige Infektionskrankheiten bei Hühnern, gegen die Impfstoffe verfügbar sind. Dazu gehören:

Die meisten dieser Impfstoffe werden über das Trinkwasser der Hühner verabreicht. Die einzige Ausnahme ist die Impfung gegen die Mareksche Hühnerlähme, die injiziert wird. Die Impfung gegen Vogelgrippe steht weiterhin unter Diskussion. Es ist noch kein zuverlässiger Impfstoff verfügbar, weshalb hier für Hobbyhalter keine Impfempfehlung besteht.

Hühner impfen über das Trinkwasser – so geht‘s!

Weil das mit Hühnerimpfstoff versetzte Wasser nur maximal zwei Stunden im Freien stehen darf, ist es ratsam, die Hühner vor der Gabe für 30 bis 120 Minuten – je nach Außentemperatur – dursten zu lassen. Sie trinken dann schnell und zuverlässig das frische, mit Impfstoff versehene Wasser. Die dafür verwendeten Trinkgefäße müssen vor und nach der Impfung gründlich gereinigt und am besten desinfiziert werden.

Impfungen bei Hühnern: Pflicht zur Impfung gegen Newcastle Disease

Die Newcastle Disease (ND) ist eine hochansteckende, virale Infektionskrankheit bei Hühnern. Sie verläuft symptomatisch sehr ähnlich wie die Vogelgrippe und führt bei den meisten erkrankten Tieren innerhalb weniger Tage zum Tod. Die auch als „atypische Geflügelpest“ bezeichnete Erkrankung kann nicht nur von Tier zu Tier über Speichel und Futter übertragen werden, sondern auch über die Luft und über Staub. Selbst bei äußerster Hygiene ist die Gefahr einer Infektion über Schuhe, Autoreifen und ähnliche Kontaktflächen bei einem Befall in der unmittelbaren Umgebung sehr hoch.

Deshalb besteht in Deutschland Impfpflicht für Geflügel jeder Art – egal, ob kommerziell gehalten oder im heimischen Garten. Gegen die Newcastle Disease kann entweder alle zwölf Wochen über das Trinkwasser, als Aerosolspray sowie Augentropfen oder einmal jährlich per Spritze geimpft werden.

Impfungen bei Hühnern: Tierarzt berät bei Zuchttieren

Neben der Pflichtimpfung gegen die atypische Geflügelpest besteht die Möglichkeit, seinen Bestand gegen weitere Hühner-Krankheiten zu schützen. Der Tierarzt steht beratend zur Seite.

Impfungen bei Hühnern: Sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis

Der für die Bestandsbetreuung zuständige Tierarzt ist der richtige Ansprechpartner bei Fragen zur Impfung und hält die notwendigen Impfstoffe auf Lager. Jede Abgabe wird vom Tierarzt und jede durchgeführte Impfung vom Halter dokumentiert. Die Impfstoffe sind nicht nur beim Tierarzt, sondern teilweise bei Geflügelzüchtervereinen erhältlich. Das hat den Vorteil, dass sich mehrere Hühnerhalter mit Kleinstbeständen die auf 1.000 Tiere ausgelegten Impfstoffgebinde teilen können. Die Kosten für Impfungen bei Hühnern sind überschaubar. Der Impfstoff gegen die Newcastle Disease kostet knapp 25 Euro für 1.000 Tiere. Über den gemeinsamen Einkauf im Geflügelzüchterverein oder mit Züchterfreunden liegen die Kosten bei einem Kleinbestand pro Impfung bei unter 5 Euro.

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