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Hühner verstehen: Ihre Körpersprache richtig deuten

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Von: Nina Marie Jarosch

Hühner kommunizieren nicht nur über Laute, sondern zusätzlich über Körpersprache. Erfahren Sie, was die verschiedenen Gesten bedeuten.

München – Hühner leben in einer streng hierarchischen Ordnung, die auch Hackordnung genannt wird und das soziale Zusammenleben in der Gruppe regelt. Kommuniziert wird nicht nur über Lautsprache, sondern auch über Körpersprache. Erfahren Sie, wie man die Körpersprache von Hühnern richtig deutet.

Hühner verstehen: Ihre Körpersprache richtig deuten

Kämpfen Hühner um die Rangordnung, spielt die Körpersprache eine wichtige Rolle.
Kämpfen Hühner um die Rangordnung, spielt die Körpersprache eine wichtige Rolle. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago

So komisch es auch klingen mag, aber die Hackordnung sorgt bei Hühnern für ein friedliches Zusammenleben in der Gruppe. Die Kommunikation in der Gruppe erfolgt über Lautsprache, die oft durch Gesten der Körpersprache unterstützt wird und auch bei Auseinandersetzungen eine wichtige Rolle spielt. In vielen Bewegungsmustern setzt das Huhn oder der Hahn dabei seine Flügel ein, um sich auszudrücken.

Körpersprache Hühner: Flügelklatschen

Das Zusammenschlagen der Flügel über dem Rücken ist bei Hähnen üblich. Es soll Selbstsicherheit ausstrahlen und einschüchternd gegenüber Rivalen wirken. Der Hahn stellt damit seinen Revieranspruch klar und es wird zudem oft vor dem Krähen eingesetzt. Je höher seine Schlagfrequenz dabei ist, desto attraktiver ist er laut Studien für die Hennen.

Körpersprache Hühner: Kratzfuß

Der Kratzfuß des Hahns ist eine Art ritualisiertes Scharren und ist eine Übergelegenheitsgeste, die Eindruck machen soll. Dabei umkreist der Hahn mit halb gesenktem Kopf eine Henne oder einen rangniederen Hahn, und spreizt dabei den Flügel auf der abgewandten Seite so ab, dass dieser beim Laufen hörbar über das auf dieser Seite befindliche Bein kratzt. Gegenüber der Henne wird eine Tretabsicht oft so bekundet. Aber auch eine Henne kann ihre Stellung gegenüber einer rangniederen Gefährtin auf diese Art zum Ausdruck bringen.

Körpersprache Hühner: Drohen

Die Drohgebärde ist beim Federvieh oft ein Mittel zur Demonstration der Stellung in der Gruppe. Dabei unterstreichen die Hennen ihre Geste meist mit einem Drohlaut, ein Hahn hingegen bleibt dabei stumm. Hähne stellen sich dabei seitlich zum Gegner, senken die ihm zugewandte Schulter und heben die äußere an. Der Schwanz wird in Richtung des Rivalen gestellt. Die Körperhaltung erinnert an die des Kratzfuß, aber ohne die abgespreizte Schwinge.

Wenn eine Henne droht, richtet sie sich dagegen auf, hebt die Flügel am Ansatz an, aber die Spitzen zeigen nach unten. Außerdem legt sie ihr Gefieder eng an, wodurch ihre Körperform kantiger und eindrucksvoller wirkt. Kurz vor einem Kampf wird zudem das Halsgefieder und der Schwanz gesträubt. Wenn Hühner keine Eier mehr legen, könnte das falsche Futter daran Schuld sein.

Körpersprache Hühner: Flügelschwenken

Eher eine Geste der Unterwürfigkeit ist das Flügelschwenken. Es wird meist vor einem ranghöheren Tier gezeigt. Dabei wird das Gefieder eng angelegt, um sich möglichst klein und „dünn“ zu machen. Dann wedelt das unterlegene Huhn zwei bis dreimal leicht mit den Flügeln, bevor es den Rückzug antritt. Hühner sind intelligenter als viele Leute annehmen, laut einer Studie sind sie sogar so schlau wie Krähen.

Körpersprache Hühner: Flügelheben

Sehr ähnlich zur Geste des Flügelschwenkens ist die des Flügelhebens und zeigt ebenso die Unterwürfigkeit. Das Flügelheben kommt in dem speziellen Fall zum Einsatz, wenn eine rangniedrigere Henne aus Versehen einer ranghöheren gedroht hat. Es kann also als eine Art Entschuldigungsgeste für irrtümliches Drohen angesehen werden. Diese Entschuldigung wird meist anerkannt und das rangniedrigere Tier muss sich nicht vor Konsequenzen der ranghöheren Henne fürchten.

Körpersprache Hühner: Glucken

Wenn Tiermütter Babys haben, ist mit ihnen meist nicht zu spaßen. Das ist auch bei Hühnern der Fall, bei denen eine Glucke ihr Gefieder schon bei der kleinsten Abweichung vom Normalzustand sträubt. Eine Glucke würde ihre Küken mit dem Leben verteidigen und zögert nicht, sich auch mit körperlich überlegenen Gegnern, wie zum Beispiel einem Hund, anzulegen.

Wird die Glucke mit ihren Küken von einer Henne eines höheren Rangs oder einem Hahn bedrängt, nimmt sie eine defensive Haltung ein. Dabei sträubt sie ihr ganzes Gefieder, entfaltet ihre Flügel seitwärts nach unten und senkt den Kopf untertänig. Diese Geste dient der Abschreckung, die meistens Erfolg hat. Das liegt unter anderem daran, dass sie ihr Gesicht abwendet. Hühner erkennen sich gegenseitig. Wird dies versteckt, zügelt es den Zorn des Gegenübers. Auch besiegte Hähne nutzen diese Methode.

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