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Von Auslauf bis Stall: So geht Hühnerhaltung im eigenen Garten (Symbolbild)

Das gibt‘s zu tun

Hühner-Pflege: Diese Routine-Arbeiten stehen im Hühnerstall an

Die Pflege von Hühnern ist nicht sehr aufwendig. Wer von Anfang an gut plant, erledigt die Stall-Arbeiten im Hühnerhaus später in wenigen Minuten.

Haselbachtal – Die Hühnerpflege ist eine unterhaltsame Pflicht, denn die neugierigen Hühner nutzen die Zeit oft zur Kontaktaufnahme. Der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter informiert mithilfe von Broschüren über wichtige Themen rund um die Pflege, Fütterung und Zucht der nützlichen Haustiere.

Pflege der Hühner im Garten

Mit dem Wunsch nach mehr Eigenständigkeit, Selbstversorgung und Nachhaltigkeit kommt bei vielen Gartenbesitzern der Gedanke auf, selbst Hühner zu halten. Eigene Eier frisch aus dem Garten sind ein wunderbares Extra und geschmacklich mit gekauften Eiern nicht zu vergleichen.

Der Gedanke an aufwendige Pflegearbeiten schreckt so manchen potenziellen Hühnerhalter jedoch ab. Wie viel Pflege brauchen Hühner? Welche Arbeiten stehen an und was gehört zur täglichen Routine? Das lässt sich wie folgt zusammenfassen:

  • Hühner morgens herauslassen und am Abend einsperren
  • füttern
  • für frisches Wasser sorgen
  • Eier absammeln
  • Stall reinigen
  • Stall und Auslauf kontrollieren
  • Hühner auf Verletzungen oder Erkrankungen checken

Zusätzlich gibt es Arbeiten, die regelmäßig oder sporadisch alle paar Monate zu erledigen sind. Dazu gehören:

  • Grundreinigung des Stalles
  • Pflegearbeiten wie Impfungen durchführen
  • Reparaturen an Stall und Auslauf
  • mobiles Hühnerhaus weiter bewegen

Wie aufwendig diese Arbeiten wirklich sind, hängt in hohem Maße von der Gestaltung der Anlage ab. Wer clever plant, kann sich das Leben leichter machen. Hühner, die nicht nur einen kleinen Auslauf haben, sondern im ganzen Garten frei laufen dürfen, versorgen sich fast komplett selbst.

Hühnerpflege leicht gemacht durch einen großen Stall

Ein gut durchdachter und im Hinblick auf die Pflege intelligent gestalteter Hühnerstall ist eine große Hilfe bei der täglichen Hühnerpflege. Kleine, halbhohe Hühnerhäuser sind zwar handlich, haben aber den Nachteil, dass man das Innere nur schlecht erreichen kann. Ein Hühnerhaus oder Hühnerschuppen, den man aufgerichtet betreten und darin im Stehen arbeiten kann, ist weitaus komfortabler. Wer einen Schuppen aus rechtlichen Gründen nicht stellen darf, kann zu einem fahrbaren Hühnerhaus mit einem nach unten offenen Gitterboden greifen. Hier fällt ein großer Teil des Hühnerkots nach unten durch. Wird das Hühnerhaus regelmäßig umgestellt, so ist der Reinigungsaufwand minimal. Für einen gepflegten Rasen hinter dem Haus ist diese Variante allerdings nicht geeignet. Für die mobile Haltung auf Streuobstwiesen dagegen ist sie optimal.

Neben der Größe spielt die Einrichtung eine wichtige Rolle. Bei einem kleinen Hühnerhaus ist es praktisch, wenn die Eier von außen erreichbar sind. Um zu verhindern, dass die Hühner die Eier anpicken oder fressen, kann man spezielle Legenester in das Hühnerhaus einbauen, bei denen die Eier davonrollen und so in Sicherheit sind. Mit dieser Vorrichtung ist es nicht mehr ganz so wichtig, die Eier täglich abzusammeln.

Unterhalb der Sitzstangen und auf dem Boden ist eine staubarme Einstreu empfehlenswert. Gut geeignet sind entstaubte Hobel- bzw. Sägespäne oder Hanfeinstreu. Die Einstreu sollte regelmäßig komplett entfernt werden. Materialien, die sich gut abwischen oder abwaschen lassen, sind praktisch und erlauben einen einfachen Großputz alle paar Wochen.

Pflege der Hühner: Füttern und Tränken richtig planen

Tagsüber brauchen Hühner vor allem Platz zum Scharren, frisches Wasser und Futter. Je mehr Platz den Tieren zur Futtersuche zur Verfügung steht, desto weniger Fertigfutter fressen die Hühner. Sie ernähren sich dann überwiegend von Gräsern, Samen, Beeren, Würmern, Insekten, Spinnen und sogar Schnecken. Ergibt sich die Gelegenheit, jagen und erlegen Hühner auch kleine Tiere wie Frösche oder Mäuse.

Um den notwendigen Energie- und Kalziumbedarf zu decken, fressen viele Vögel trotzdem zusätzlich spezielles Hühnerfutter. Es sollte deshalb immer zum Verzehr bereitstehen. Legemehl, Pellets, Muschelkalk und Korn können in speziellen Futterspendern gereicht werden. Die größten Futterspender fassen bis zu 20 Kilogramm Futter. Bei einem Verbrauch von 100 bis 150 Gramm Futter pro Huhn und Tag ist die Fütterung damit bei einer kleinen Hühnerschar über einige Tage abgedeckt. Futterspender, die vom Huhn über das eigene Gewicht geöffnet werden müssen, sichern das Futter zuverlässig gegen unerwünschte Mitfresser und Schädlinge wie Wildvögel, Mäuse oder Ratten.

Große Wasserspender senken den täglichen Arbeitsaufwand ebenfalls. Es gibt Wasserspender mit einem Fassungsvolumen von bis zu 40 Litern. Damit kommt eine kleine Hühnerschar bis zu einer Woche aus. Wichtig: Im Sommer darf das Wasser nicht in der Sonne stehen und im Winter kann es einfrieren.

Kombiniert mit einer automatischen Tür sind diese großräumigen Wasser- und Futterspender eine hervorragende Ausstattung, um die Hühner auch bei einer kurzen Abwesenheit des Halters für wenige Tage gut versorgt zu wissen.

Hühnerpflege – die täglichen Arbeiten

Zur wichtigsten täglichen Routine gehören das Herauslassen der Hühner am Morgen und das Einsperren am Abend. Wer das zeitlich nicht gewährleisten kann oder möchte, ist mit einer automatischen Hühnerhaus-Tür gut beraten. Diese öffnet und schließt in Abhängigkeit einer Zeitschaltuhr oder eines Lichtsensors selbstständig.

Möchte man die Tiere persönlich zu Bett bringen, so lohnt es sich, einen Rückruf zu trainieren. Hühner sind intelligente Tiere, die lernen, wann und von wem es Futter gibt. Es ist ratsam, die Tiere auf ein bestimmtes Geräusch oder einen Ruf zu konditionieren. Das Schütteln eines Futtereimers mit Getreide oder geschrotetem Mais wird schnell zu einem Signal, um alle Hühner zusammenzurufen.

Rund um Hühnerhaus und Auslauf ist ein schneller Blick auf mögliche Schäden ratsam. Füchse und andere Räuber können versuchen, sich an unzugänglichen Stellen durch das Holz zu nagen. Wer bei ersten Hinweisen reagiert, kann das Schlimmste vielleicht verhindern.

Viele Hühnerhalter reinigen das Hühnerhaus täglich grob vom Kot der Nacht. Das reduziert die Notwendigkeit einer Komplettreinigung auf wenige Male pro Jahr, statt einmal im Monat Schaufel und Besen zu schwingen.

Hühnerpflege – Kontrolle der Tiere

Das Füttern aus der Hand oder das Verstreuen von Leckerbissen um sich herum gibt dem Hühnerhalter die perfekte Möglichkeit, die Tiere auf mögliche Verletzungen, Erkrankungen oder Verhaltensauffälligkeiten zu kontrollieren. Dabei sind die folgenden Punkte wichtig:

  • Fressen: Hühner, die sonst kommen und fressen, aber an einem Tag wegbleiben oder ruhig sitzen bleiben, sind vermutlich krank.
  • Gangwerk: Lahmen oder schwankendes Gehen sind klare Hinweise auf gesundheitliche Probleme.
  • Kamm: Der Kamm sollte schön rot sein und stehen. Ein schlaffer, bleicher Kamm ist ein Alarmsignal, insbesondere, wenn dies plötzlich auftritt.
  • Blut: Blutige Stellen oder ausgerupfte Federn können auf Probleme innerhalb der Gruppe oder einen Wildtierangriff hinweisen.
  • Voller Kropf am Abend: Haben die Hühner genügend gefressen, ist der Kropf am Abend voll und schwer.
  • Nasenausfluss oder verklebte Augen: Erkältungen oder Infektionen sind mögliche Ursachen.

Diese tägliche Kontrolle ist wichtig, um Probleme frühzeitig zu erkennen und mit der Behandlung zu beginnen.

Pflege von Hühnern: Gesundheitsvorsorge und Impfungen

Zusätzlich zur täglichen Kontrolle ist ein wöchentlicher Gesundheitscheck empfehlenswert. Milben und Läuse können dem Geflügel stark zusetzen. Läuse finden sich zwischen den Federn, Milben meist im Hühnerhaus. Zeigen Hühner Symptome wie einen bleichen Kamm, Müdigkeit oder stellen sie das Legen und Fressen ein, so steckt dahinter oft ein Befall mit der roten Hühnermilbe. Sie versteckt sich bei Tageslicht, kommt bei Nacht aber heraus. Einmal wöchentlich ist eine kurze Kontrolle mit der Taschenlampe bei Dunkelheit ratsam. Die winzigen Milben laufen dann zum Beispiel auf der Sitzstange umher und sind so leichter zu entdecken.

Damit die Hühner auch langfristig gesund bleiben, gibt es die Möglichkeit, sie gegen Infektionskrankheiten durch Impfung zu schützen. Die Impfung gegen die Newcastle Disease ist Pflicht. Die Gabe des Impfstoffs erfolgt alle zwölf Wochen über das Trinkwasser.