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Hühner: Vier Tipps, wie Sie die rote Vogelmilbe natürlich bekämpfen

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Im Sommer steigt die Gefahr bei Hühnern von der roten Vogelmilbe befallen zu werden. Erfahren Sie, mit welchen natürlichen Mitteln man den blutsaugenden Parasiten bekämpfen kann.

München – Sommerzeit ist Milbenzeit. Denn wenn die Temperaturen steigen, fühlen sich die lästigen Parasiten richtig wohl und die Gefahr eines Befalls im Hühnerstall steigt. Die Blutsauger anschließend wieder loszuwerden, ist meist eine langwierige Angelegenheit. Dafür muss man nicht unbedingt zur chemischen Keule greifen, denn das kann den Hühnern gesundheitlich schaden. Erfahren Sie, mit welchen natürlichen Mitteln man gegen die rote Vogelmilbe vorbeugen kann und wie man sie effektiv bekämpft.

Hühner: Vier Tipps, wie Sie die rote Vogelmilbe natürlich bekämpfen

Natürliche Mittel wie Kalkanstrich und Kieselgur können die rote Vogelmilbe im Hühnerstall nachhaltig bekämpfen. (Symbolbild)

Im Vergleich zu anderen Geflügelparasiten wie Läusen, Geflügelzecken oder Fliegen treten Milben weit häufiger auf, sind am unangenehmsten und relativ schwierig in den Griff zu bekommen. Bei Hühnern kann der Befall mit der roten Vogelmilbe zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Denn sie verursachen beim Federvieh nicht nur Hautirritationen und Gewichtsverlust, sondern können sogar zum Federpicken und Kannibalismus führen. Daher ist es ratsam, vorzubeugen und bei einem Befall schnell zu handeln. Damit die Hühner nicht unnötig belastet werden, macht man das am besten mit ganz natürlichen Mitteln.

Rote Vogelmilbe bei Hühnern natürlich bekämpfen: 1. Parasiten Dampf machen

Sollten der Hühnerstall mit der roten Vogelmilbe befallen sein, ist es zunächst einmal wichtig, den Stall gründlich zu reinigen. Dafür müssen zunächst alle Tiere aus dem Stall raus. Dann nach größeren Milbennestern suchen, diese mit einem Spatel händisch entfernen und anschließend draußen verbrennen. Alle Einstreu und auch die Dämmung im Dach muss entfernt werden. Dann den Stall entweder mit einem Hochdruckreiniger oder einem Dampfstrahler reinigen. Wichtig ist wirklich an jede Ritze und Ecke zu denken. Den Stall anschließend trocknen lassen und den Vorgang noch ein paar mal wiederholen.

Rote Vogelmilbe bei Hühnern natürlich bekämpfen: 2. Ganz in Weiß

Ein Anstrich mit spezieller weißer Kalkfarbe, auch Sumpfkalk genannt, kann helfen einem Befall mit der roten Vogelmilbe vorzubeugen. Früher war es gang und gäbe, landwirtschaftliche Nutztierräumlichkeiten damit zu streichen. Die Kalkfarbe ist so effektiv, weil sie nahezu alle Poren und Öffnungen der Wände verschließt und außerdem die unschlagbare Fähigkeit hat, Keime einzubinden und auszuhungern. Das macht es den Parasiten fast unmöglich, im Stall zu überleben. Die Farbe ist in jedem Baumarkt erhältlich und wird auf die zuvor gereinigten und trockenen Wände, Boden und Decke deines Hühnerstalls in zwei Anstrichen aufgetragen. 

Rote Vogelmilbe bei Hühnern natürlich bekämpfen: 3. Alles frisch gepudert

Ein weiteres natürliches und ungiftiges Mittel zur Bekämpfung und Vorbeugung der roten Vogelmilbe ist Kieselgur. Der feine Puder besteht hauptsächlich aus den Schalen von fossilen Kieselalgen und wird auch Diatomeenerde genannt. Kieselgur bekämpft die lästigen Blutsauger besonders nachhaltig und kann als Zusatz in der Einstreu, aber auch auf Sitzstangen und Legenestern verwendet werden. Läuft eine Milbe über die scharfkantigen Schalen der Kieselalgen, beschädigen diese den Chininpanzer der kleinen Spinnentiere, schmirgeln sie auf und trocknen sie dann in kürzester Zeit ganz aus. Für Mensch und Huhn ist der feine Puder ungefährlich. Der Kieselgur-Puder muss alle paar Tage erneut aufgetragen werden.

Rote Vogelmilbe bei Hühnern natürlich bekämpfen: 4. Wellness-Oase für Hühner

Gönnen Sie Ihren Hühnern ein Spa! Denn Hühner baden für ihr Leben gern. Allerdings nicht in warmen Wasser mit ordentlich Schaum drin. Hühner bevorzugen ein Staub- oder Sandbad, denn das reinigt ihr Gefieder von Schmutz und Ungeziefer. Die Wellness-Oase für Hühner ist schnell gebaut und gar nicht teuer. Denn dafür muss man den Tieren mit dem Spaten im Freilauf nur ein kleines Loch graben und dieses mit feinem Sand, erhältlich im Baumarkt oder Fachhandel, befüllen. Mehr braucht es nicht für die Hühner-Wellness-Oase, die die Tiere garantiert lieben werden.

Rubriklistenbild: © Hubert JelinekIamgo