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Wie Wildhühner leben: In diesem Umfeld fühlen sie sich wohl

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Von: Anna Katharina Küsters

Hühner leben hierzulande nur unter Aufsicht in einem Gehege. Doch in Asien gibt es auch Wildhühner. Sie gestalten ihr Zusammenleben anders.

Bonn – Auf das obligatorische Sonntags-Ei beim Frühstück müssten wohl viele Menschen verzichten, wenn das Haushuhn nicht so ein treues und weit verbreitetes Nutztier wäre. Laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft gibt es in Deutschland etwa 43 Millionen Hennen, die pro Jahr 13 Milliarden Eier legen. Jedes Huhn legt also im Schnitt 301 Eier pro Jahr. Eine enorme Anzahl, die bei wild lebenden Tieren nicht erreicht würde. Denn wenn Hühner selbst entscheiden, wie und wo sie leben, sieht das meist anders aus als hierzulande.

Wie Hühner leben: In diesem Umfeld fühlen sie sich wohl

Das Haushuhn stammt ursprünglich von einem Wildhuhn aus Asien, dem Bankivahuhn, ab. Diese Urform des Haushuhns lebt vor allem in großen Teilen Indiens und China. Dort lebt es meist konstant innerhalb einer Region, was unter anderem auch am beständigen Klima liegt. Männchen und Weibchen des Bankivahuhns unterscheiden sich äußerlich deutlich: Während das Männchen ein prächtig schimmerndes, buntes Gefieder hat, sind die Federn des Weibchens braun-grau und das Tier allgemein unscheinbarer.

Zu sehen ist ein männliches Bankivahuhn mit prächtig schimmerndem Gefieder. (Symbolbild)
Das Bankivahuhn lebt am liebsten im Unterholz. (Symbolbild) © Christian Zappel/Imago

Greifen Menschen nicht in das Leben dieser Wildhühner ein, zeigen sich deutlich Unterschiede zwischen Haus- und Wildhuhn. Das betrifft sowohl die soziale Organisation der Hühner in der Gruppe als auch das Paarungsverhalten sowie die Menge an Eiern, die die Hühner legen. Nicht immer sind große Hühnergruppen die von den Tieren bevorzugte Lebensweise und der Kampf unter zwei Männchen in einer Gruppe treibt den Vermehrungsdrang der Wildhühner deutlich an.

Wie Hühner leben: Lebensweise in freier Wildbahn

Wildhühner in Asien leben nicht wie Haushühner auf freier Fläche, dort wären sie viel zu leichte Beute für ihre Feinde. Stattdessen halten sie sich versteckt an Waldrändern im Unterholz auf. Im Gegensatz zu Haushühnern variiert auch die gewählte Gruppengröße, in der Wildhühner leben, deutlich. Niemals umfasst eine Wildhuhngruppe laut Untersuchungen jedoch mehr als 90 Hühner und Hennen. Das hat den einfachen Grund, dass die Tiere dann nicht mehr erkennen, wer zur Gruppe gehört und wer als Feind oder Eindringling neu hinzugekommen ist. Leben zu viele Tiere zusammen, führt das unweigerlich zu sozialem Stress, Kämpfen und unnötigem Verbrauch von Kraftreserven. Einer Massenansammlung gehen die Tiere also freiwillig aus dem Weg.

Das Leben in der Gruppe bringt den Wildhühner einige Vorteile. Unter anderem zum Beispiel:

Auf der anderen Seite bringt das dichte Beisammenleben der Wildhühner aber auch Gefahren und Probleme mit sich. Zum Beispiel:

Dennoch scheint es sich für die Tiere im Laufe der Jahrhunderte bewährt zu haben, sich in bestimmten Größen aufeinander einzulassen und aneinander anzupassen.

Wie Hühner leben: Paarungsverhalten bei Wildhühnern

Das zeigt sich nicht zuletzt beim Paarungsverhalten der Tiere. Im Gegensatz zu Haushühnern ist in frei lebenden Gruppen nicht immer nur ein Hahn dabei. Deswegen gibt es regelmäßig Machtkämpfe zwischen den männlichen Tieren. So loten die Tiere aus, wer sein Erbgut an die Hennen weitergeben darf. Dieser Hahn lebt dann mit einer kleinen Gruppe Weibchen zusammen und paart sich für einen bestimmten Zeitraum mit einer ausgewählten Gruppe an Hühnern. Hähne erkennen ihren Nachwuchs nicht, noch ein Grund mehr, sich so häufig wie möglich zu paaren und die Chance auf eigenen Nachwuchs zu erhöhen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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