1. Landtiere.de
  2. Hühner

Hühner im Winter: Zehn Dinge, die Hühnerhalter nicht tun sollten

Erstellt:

Von: Nina Marie Jarosch

Damit ihre Hühner gesund und glücklich durch den Winter kommen, sollten Hühnerhalter diese zehn Dinge ganz besonders beachten.

München – Damit sich die Hühner im Winter rundum wohlfühlen und gesund bleiben, gibt es von Hygiene bis Futter einiges zu beachten. Wir haben Tipps und Tricks, wie Huhn und auch Halter gut durch den Winter kommen.

Hühner im Winter: Zehn Dinge, die Hühnerhalter nicht tun sollten

Hühner keinesfalls den ganzen Winter im Stall einsperren! Auch wenn Hühner ursprünglich aus südlicheren Gefilden stammen, können sie trotzdem auch extremen Temperaturen standhalten. Sie haben unter dem sichtbaren Gefieder eine Schicht Daunenfedern, die sie aufplustern können, und so eine zusätzliche wärmende Isolierschicht bilden. Eingesperrte Hühner langweilen sich schnell und nehmen deshalb gerne die Möglichkeit in Anspruch, sich auch im Winter mal draußen die Beine zu vertreten.

Haushühner stehen im Winter neben einer Wassertränke in einem schneebedeckten Freigehege. (Symbolbild)
Hühner sollten auch im Winter die Möglichkeit haben, sich draußen die Beine zu vertreten. (Symbolbild) © Bruno Kickner/Imago

Am besten sorgt man dafür, dass sie einen trockenen und geschützten Platz in einem sicheren Gehege oder im Garten haben, wo sie Zeit im Freien verbringen können. Um Schlamm zu vermeiden, empfiehlt sich eine Schicht Stroh auf dem Boden zu verteilen. Außerdem empfiehlt sich als Schutz eine Abdeckung gegen Zugluft.

Hühner im Winter: Warum eine zu dichte Isolierung schadet

Für den Winter muss ein Hühnerstall gut isoliert sein. Ist der Stall allerdings zu dicht isoliert, kann die verdunstende Feuchtigkeit vom Atem und Kot der Hühner, nicht entweichen. Das und die mögliche Anhäufung von Ammoniak ist für Hühner sehr schädlich und kann zu unangenehmen Atemwegserkrankungen führen. Daher sollte man immer darauf achten, dass der Hühnerstall gut belüftet ist. Am besten eignen sich kleine Belüftungsschlitze, sodass die Hühner keine Zugluft abbekommen. Zugluft und Feuchtigkeit sind die größten Feinde im Winter, da sie verhindern, dass die Hühner warm bleiben.

Hühner im Winter: Der Stall sollte nicht beheizt werden

Eine Heizung im Stall stellt nicht nur eine potenzielle Brandgefahr dar, sie sorgt mit Sicherheit auch dafür, dass die Hühner nicht mehr rauswollen, wenn es draußen richtig kalt ist. Hühner brauchen aber Bewegung, frische Luft und die Abwechslung im Freien, um gesund und glücklich zu bleiben. Außerdem können die Hühner einen Kälteschock erleiden, sollte der Strom und somit auch die Heizung im Stall eventuell unerwartet ausfallen. Es ist hingegen besser, die Hühner an einen kühleren Stall zu gewöhnen und ihnen dafür die Nester mit viel Stroh kuschelig warm zu gestalten. Auch Wärmelampen über den Nestern sind für sehr kalte Nächte zu empfehlen.

Hühner im Winter: Eier können einfrieren

Im Winter legen die Hühner weniger Eier, aber dennoch produzieren sie welche. Eier, die nicht im Nest, sondern zum Beispiel im Gehege oder Freilauf gelegt werden, können im Winter einfrieren. Zwar ist es nicht bedenklich, gefrorene und wieder aufgetaute Eier zu essen. Wenn aber der Inhalt im Ei gefriert und sich ausdehnt, kann es zu Rissen in der Schale kommen, durch die wiederum Bakterien eindringen können. Daher sollte man den Stall und das Gehege regelmäßig auf Eier kontrollieren und diese rechtzeitig einsammeln.

Hühner im Winter: Trinkwasser nicht vergessen

Wie alle Tier benötigen auch Hühner einen ständigen Zugang zu frischem Trinkwasser. Sie trinken zwar im Winter nicht so viel, aber genau deswegen, kann das Trinkwasser in der Tränke leicht einfrieren. Um das zu vermeiden, kann man sich entweder einen Tränkenwärmer – gibt es strom- oder batteriebetrieben im Fachhandel – besorgen. Oder aber, wenn die Temperatur um die Null Grad bleibt, einfach ein Objekt, wie zum Beispiel ein Tennisball, im Wasser schwimmen lassen. Das verhindert bzw. verlangsamt den Gefrierprozess des Wassers.

Hühner im Winter: Stallhygiene nicht vernachlässigen

Auch wenn es im Winter nicht besonders verlockend ist, sich länger draußen aufzuhalten, und den Stall sauberzumachen, darf man die Hygiene nicht vernachlässigen. Denn die Hühner verbringen im Winter wesentlich mehr Zeit im Stall als sonst und verunreinigen diesen dadurch auch mehr. Um den Hühnerstall immer sauber zu halten, sollten man den Stall öfters kontrollieren und auch mehr Zeit zum Reinigen einplanen, damit sich Parasiten und Krankheiten nicht ausbreiten können.

Hühner im Winter: Unterhaltungsprogramm nicht verringern

Im Sommer sind Hühner den ganzen Tag damit beschäftigt Insekten, Kräuter oder andere Leckereien in der Wiese zu suchen. Im Winter sind die Beschäftigungsmöglichkeiten eher begrenzt. Das kann zur Folge haben, dass sie sich langweilen und es zu aggressivem Verhalten wie Federpicken oder auch zum Eierfressen kommt. Abhilfe kann man mit verschiedenen Beschäftigungsideen schaffen: für Abwechslung sorgen Futterspiele, Scharrspielzeug, Picksteine, ein Kletterparcours aus Ästen oder spezielle Hühnerschaukeln.

Hühner im Winter: Ernährungsplan muss angepasst werden

Hühner benötigen im Winter extra Energie, um sich warmzuhalten. Sie fressen nicht nur mehr, sondern benötigen auch extra Nährstoffe, Vitamine und Proteine, die sie im Sommer mit Insekten und Grünzeug im Garten aufnehmen. Deswegen sollten Hühnerhalter den Futterplan im Winter an diese besonderen Bedürfnisse anpassen. Als extra Mahlzeit kann man den Hühnern nachmittags etwas Mais auf den Boden im Gehege streuen. So bekommen die Hühner nicht nur extra Kalorien, sondern haben auch gleichzeitig Spaß bei der Futtersuche.

Hühner im Winter: Kämme und Kehllappen nicht ignorieren

Zu den empfindlichsten Körperteilen der Hühner zählen im Winter vor allem die Kämme und Kehllappen. Insbesondere bei Hühner-Rassen, bei denen die Kämme und Kehllappen größer sind, können im Winter Frostbeulen an den Spitzen entstehen. Es ist zwar nicht gefährlich für die Hühner, kann aber sehr unangenehm sein. Um das zu verhindern, kann man bei starker Kälte, Vaseline oder Melkfett auf diese empfindlichen Stellen auftragen.

Hühner im Winter: Schützende Gehegeabdeckung nicht entfernen

Damit die Hühner im Winter in ihrem Auslauf keine eisigen Winde abbekommen, empfiehlt sich eine schützende Abdeckung aus durchsichtiger Folie. Diese sollte man, auch an sonnigen Wintertagen, unbedingt immer dranlassen. Mit dem Sonnenschein und der durchsichtigen Folie entsteht ein angenehmes Wintergarten-Ambiente im Auslauf. So sind die Hühner bestens vor Wind geschützt, können ungestört dem Picken und Scharren im Auslauf nachgehen und bleiben gesund und munter. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant