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Getreide und Samen machen bei Hühnern einen großen Teil ihrer Ernährung aus. (Symbolbild)

Hühnerernährung leicht gemacht

Hühnerfutter: Dieses mögen sie am liebsten – und was verboten ist

Glückliche Hühner legen die besten Eier. Ob Küchenreste, Bio-Futter oder Scharren im Misthaufen – bei der Auswahl von Futter gibt es viele Optionen.

Bonn – Über die richtige Zusammensetzung von Hühnerfutter und Empfehlungen für eine geeignete Fütterung privat gehaltener Hühner informiert der Deutsche Verband für Tierfütterung. Auf der Homepage finden sich Angaben zur Zusammensetzung, den empfehlenswerten Zutaten und richtigen Mengen.

Hühnerfutter: Dieses mögen sie am liebsten – und was verboten ist

Hühner sind echte Allesfresser. Sie haben ein großes Spektrum an Nahrungsmitteln, die sie nach ihrem natürlichen Bedürfnis aufnehmen möchten. Dazu gehören:

  • Kohlenhydrate aus Getreide
  • Protein aus tierischem und pflanzlichem Ursprung
  • pflanzliche Produkte wie Gras und Gemüse
  • Vitamine und mehr aus Beeren und Früchten

Hühner benötigen je nach Alter und Legeleistung etwa 15 bis 20 Prozent an Proteingehalt in ihrem Futter. Um diesen zu decken, fressen Hühner bei echter Freilandhaltung nahezu alles, was in den Schnabel passt. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Regenwürmer
  • Insekten aller Art (auch Wespen)
  • Spinnen
  • junge Schnecken
  • Frösche
  • Mäuse

Den Hauptteil ihrer Ernährung machen aber Getreide, Samen und Grünzeug aus. Im industriell hergestellten Hühnerfutter wird tierisches Eiweiß durch pflanzliches aus Soja ersetzt.

Hühnerfutter: Zutaten aus Gentechnik- oder Bio-Anbau?

Der Blick auf den Markt des Fertig-Hühnerfutters wie Legemehl und Legepellets macht deutlich: Die Bandbreite ist riesig. In den letzten Jahren hat der Anteil an Angeboten mit gentechnisch verändertem Soja als Eiweißanteil immer weiter zugenommen. Weil diese Art von Soja günstiger ist, findet es sich häufiger in preisgünstigem Hühnerfutter. Es muss im Kleingedruckten erwähnt werden.

Auf der anderen Seite achten viele private Hühnerhalter stark auf die Zusammensetzung ihres Hühnerfutters und entscheiden sich deshalb für ein Bio-Produkt. Alle Bestandteile eines als Bio-Hühnerfutter deklarierten Legemehls müssen aus dem Bio-Anbau stammen und hohe Qualitätskriterien erfüllen. Viele Hersteller nutzen Erbsenmehl statt Soja als Proteinquelle.

Angesichts der Tatsache, dass diese Haustiere einen Teil der Ernährung beisteuern, ist es wichtig, das Hühnerfutter ganz bewusst auszuwählen.

Hühnerfutter: Ungesunde und verbotene Zutaten

Traditionell wurden die Hühner auf einem Bauernhof mit dem gefüttert, was vom Essen übrig blieb. Küchenabfälle und Speisereste standen ganz oben auf dem Speiseplan. Im Grunde ist diese Ernährung für Hühner richtig, denn sie sind Allesfresser und lieben Abwechslung auf ihrem Speiseplan.

Von gesetzlicher Seite ist allerdings eine Zutat im Hühnerfutter klar verboten, wenn die Eier verschenkt oder verkauft werden: Fleischerzeugnisse wie Fleischmehl. Dazu gehören beispielsweise Hunde- und Katzenfutter. Viele Experten raten aber auch bei der Hühnerhaltung für den Eigenbedarf von der Fütterung dieser Fleischprodukte sowie Geflügel jeder Art ab. Freilaufende Hühner decken ihren Bedarf an tierischem Eiweiß an allem, was sie im Garten finden.

Aus gesundheitlicher Sicht verboten sind außerdem:

  • Avocados
  • rohe Kartoffeln und Zwiebeln
  • Zitrusfrüchte
  • Zucker und Süßigkeiten
  • stark gewürzte Speiseabfälle
  • verschimmelte oder vergorene Speiseabfälle
  • zersetzter Grasschnitt

Für die meisten Halter ist die Kombination aus einem hochwertigen Fertigfutter mit fleischlosen Küchenabfällen und Speiseresten wie Nudeln, Salat und Getreideprodukten die beste Wahl.

Hühnerfutter: So kann man es rattensicher anbieten

Das leckere Hühnerfutter – seien es Legepellets oder Speisereste – hat eine hohe Anziehungskraft auf Ungeziefer wie Mäuse und Ratten. Eine rattensichere Fütterung ist wichtig, um die Ausbreitung von Krankheiten zu vermeiden und die Hühner zu schützen. Futterautomaten mit einer Trittklappe aus Metall oder hängende Futterspender sorgen dafür, dass die Nager das Futter weder tags noch nachts erreichen. Die Gabe von Speiseresten erfolgt am besten gegen Mittag oder am frühen Nachmittag, damit die Hühner morgens das für die Grundversorgung mit Nährstoffen notwendige Legemehl aufnehmen können und dennoch genügend Zeit haben, die fleischfreien Küchenabfälle restlos zu vertilgen.