Neues Tierschutzgesetz

Kükentöten endlich verboten – doch was bedeutet das wirklich?

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Ab Januar 2022 ist das Töten männlicher Küken verboten. Damit ist Deutschland das erste Land mit Tötungsverbot. Doch Tierschutzprobleme bleiben bestehen.

Bonn – Etwa 45 Millionen Küken werden jährlich kurz nach dem Schlüpfen in Deutschland getötet. Und zwar die männlichen Geschwister der Legehennen. Aus dem einfachen Grund, weil sie keine Eier legen, ihre Mast länger dauert, sie weniger Fleisch ansetzen und sie sich für die Legehennen-Züchter schlichtweg nicht lohnen. Mit dem Verbot setzt die Bundesregierung dem nun ein Ende.

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt zwar das neue Gesetz, kritisiert jedoch, dass die Aufzucht und das Schlachten der Hähne trotzdem noch immer nicht klar geregelt ist. „Dass das Verbot endlich in Kraft tritt, ist lange überfällig. Das Grundproblem ist aber noch nicht vom Tisch“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Es besteht zudem die Gefahr, dass die Züchter die Küken exportieren und einfach woanders töten lassen.

Deutschland ist das erste Land mit einem Tötungsverbot für Küken.

Kükentöten endlich verboten – doch was bedeutet das wirklich?

Außerdem bleibt das Töten von Embryonen nach einer Geschlechterbestimmung im Ei vorerst weiter möglich. Denn laut Bundesregierung wird erst ab dem 01.01.2024 das Töten von Hühnerembryonen im Ei nach dem 6. Bebrütungstag untersagt. Hintergrund ist, dass ab dem siebten Tag bebrütete Embryos ein Schmerzempfinden haben.

Auch dies kritisiert der Deutsche Tierschutzbund – das Gesetz ist ihnen nicht transparent genug. Denn den meisten Verbrauchern ist nicht bewusst, dass auch für Eier, die im Handel mit der Aufschrift „ohne Kükentöten“ zu kaufen sind, auch schmerzempfindliche Embryonen oder sogar Küken getötet wurden. „Statt nur Fassaden aufzuhübschen, muss die Regierung schnellstmöglich eine politische Gesamtstrategie erarbeiten und die Förderung von gesünderen und robusteren Hühnerrassen vorantreiben“, fordert Schröder. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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