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Legenot bei Hühnern: Wie sie sich äußert und was bei einem Eierstau zu tun ist

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Huhn sitzt im Nest. (Symbolbild)
Bei Legenot kann die Henne ein Ei nicht legen – es steckt im Körper fest. (Symbolbild) © David Cheshire/Imago

Hühner mit Legenot sind in einer lebensbedrohlichen Situation, denn das Ei steckt im Legedarm fest. Das Problem muss so schnell wie möglich behandelt werden.

Frankfurt am Main – Liegt akute Legenot vor, ohne dass das Tier auf eine erste Behandlung anspricht, sollten Hühnerhalter einen Tierarzt des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte e. V. hinzuziehen.

Legenot bei Hühnern: Definition und Ursachen für den Eierstau

Bei der sogenannten Legenot tritt eine Situation ein, mit der das betroffene Tier nicht mehr selbst fertig werden kann. Hühner in Legenot leiden Schmerzen und können durch den Eierstau sterben. Die Definition für Legenot ist, dass ein Ei im Legedarm des Tiers feststeckt, auf dem Weg von der Gebärmutter zur sogenannten Kloake – vergleichbar mit einem Baby, das aus irgendeinem Grund den Geburtskanal nicht passieren kann. Die Symptome sind recht deutlich:

Deutlich sichtbares und wiederholtes Pressen im Legenest ohne Ergebnis gehört ebenfalls zu den Symptomen. Die Ursachen sind in den meisten Fällen ein zu geringes Alter der Hennen – die Tiere sollten mindestens sechs Monate alt sein – aber auch zu große Beanspruchung durch zu häufiges Legen. Ähnlich wie bei anderen Tieren – und beim Menschen – gibt es also ein „Mindestalter“, in dem der Legeapparat voll ausgeprägt ist sowie Limits für die vertretbare „Geburtenzahl“.

Legenot bei Hühnern: Baden als sofortige Therapie

Wenn Hühner in Legenot sind, heißt es nicht selbst nervös werden, sondern rasch und umsichtig handeln. Da die Henne in diesem Zustand meist extrem verkrampft ist, empfehlen viele erfahrene Hühnerhalter als Therapie warmes Baden – oder eine Wärmelampe. Die Wärme sollte angenehm, aber nicht zu stark ausfallen. Sie lockert und entkrampft die Muskulatur, sodass das Ei besser herausgleiten kann. Auch das sanfte, kreisende Massieren des Bauchs trägt dazu bei, dass die Legenot aufgehoben wird. In den meisten Fällen genügt dies.

Hilft das alles nicht innerhalb überschaubarer Zeit, sollte ein Tierarzt zurate gezogen werden. Denn es kann vorkommen, dass ein Ei tatsächlich zu groß ist – in diesem Fall kann der Veterinär es behutsam aufstechen und entfernen. Auch krampflösende Medikamente können helfen. Überdies hat das Huhn unmittelbar nach einer solchen Situation eine gewisse Erholung notwendig und sollte nicht sofort wieder vom Hahn getreten werden. Eine anschließende Beobachtung ist ebenso wichtig, damit eine erneute Legenot ausgeschlossen oder bei Eintreten sofort behandelt werden kann.

Legenot bei Hühnern: Vitaminmangel, Kälte oder Übergewicht gehören zu den Verursachern

Legenot kann durch weitere Faktoren begünstigt werden. Wenn den Tieren wichtige Mineralien und Vitamine fehlen, haben sie möglicherweise nicht die Kraft, die die Ausbildung des Eis und der Legevorgang benötigen – und so kommt es zu Legenot. Das kann auch bei übergewichtigen Hennen der Fall sein, denn bei ihnen verfettet gleichzeitig der gesamte Legeapparat.

Gesunde Tiere verfügen deshalb über hinreichend Auslauf und Bewegung. Die artgerechte Ernährung mit speziellem Legefutter stellt sicher, dass die Vögel ihren Nährstoffbedarf decken. Zusätzliche Eiweißgaben durch das gelegentliche Verfüttern von Mehlwürmer sowie ausreichend Grünfutter unterstützen die Gesundheit der Hühner und beugen der Legenot vor. Die Verkrampfung bei starker Kälte begünstigt ebenfalls die Legenot bei Hühnern – wenn die Maßnahmen für die Absicherung und Dämmung des Stalls nicht ausreichen, kann eventuell eine Wärmelampe helfen.

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