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Marek-Krankheit bei Hühnern: So erkennen Sie die tödliche Viruserkrankung

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Hühner ganz eng in einem Stall. (Symbolbild)
Die Marek-Krankheit geht ursächlich auf tierische Interaktion und infizierte alte Hautzellen in der Unterkunft zurück. (Symbolbild) © biky/Imago

Nicht nur frei laufende Hühner sind einer Reihe von Bedrohungen ausgesetzt. Eine ist die Marek-Krankheit. Alle Infos zu Ursachen, Symptome, Behandlung.

Haselbachtal – Der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter mit Sitz im sächsischen Haselbachtal macht darauf aufmerksam, dass es sich bei der Marek-Krankheit um ein hochgradig ansteckendes Virus-Leiden handelt. Benannt ist die auch als Mareksche Krankheit oder Geflügellähmung bekannte Infektion nach ihrem Entdecker, dem Ungarn Josef Marek. Ein infiziertes Huhn kann nicht mehr geheilt werden, wobei sich insbesondere Jungtiere das Virus einhandeln. Hat das Küken die 16. Lebenswoche überstanden, bilden sich in der Regel keine lebensbedrohlichen Tumore mehr aus.

Marek-Krankheit bei Hühnern: So erkennen Sie die tödliche Viruserkrankung

Die Marek-Krankheit bei Hühnern geht ursächlich auf tierische Interaktion zurück. Das bedeutet, dass für eine Infektion direkter oder indirekter Kontakt zu einem kranken Tier bestehen muss. Konkret erfolgt die Übertragung des Virus mithilfe von Hautzellen oder Staubpartikeln. Da sich ähnlich wie bei Menschen auch die Hautzellen des Huhns permanent erneuern, befinden sich etliche alte, abgestoßene Zellen in der Hühnerunterkunft. Sind die Altzellen infiziert und geraten in Kontakt mit gesunden Hühnern, kommt es zu einer Übertragung der Viruslast. Nach Ablauf der Inkubationszeit, die mehrere Wochen betragen kann, treten erste Sehbehinderungen oder andere Unregelmäßigkeiten auf. Die Tumore befallen entweder das Nervensystem, die Organe, die Muskeln oder die Haut des Huhns. Viele Tiere überleben die Virusattacke nicht.

Marek-Krankheit bei Hühnern: Das sind typische Symptome

Die Symptome der Marek-Krankheit bei Hühnern richten sich nach der Art des Infekts. Es werden drei Krankheitsformen unterschieden:

Bewegungsstörungen sind ein typisches Symptom des klassischen Marek. Zurückzuführen sind die Störungen auf eine Schädigung der Nervenzellen. Betroffen sind in der Regel die Beine des Huhns, woraufhin es wiederholt taumelt oder umfällt. Nicht selten besitzen die Beschwerden eine chronische Ausprägung.

Bei einem akuten Marek bilden sich Tumore in den Organen, wobei bevorzugt Genitalien, Magen und Herz in Mitleidenschaft gezogen werden. Da zusätzlich Lähmungserscheinungen auftreten, wirken die betroffenen Hühner schwach und kränklich.

Als weitere Form der Marek-Krankheit kommt die okuläre Erscheinungsform in Betracht. Hierbei befällt das Virus den Sehnerv der Tiere, woraufhin sie schleichend erblinden. Zu erkennen ist das Leiden an einer Verfärbung der Iris. Die okuläre Erscheinungsform tritt zumeist bei älteren Hühnern zutage, wobei die Dysfunktion ihren Ausgang während der Legeperiode nimmt.

Marek-Krankheit bei Hühnern: Die richtige Behandlung

Tritt die Marek-Krankheit bei Hühnern auf, ist eine Behandlung beziehungsweise eine Heilung nicht mehr möglich. Erholen sich die infizierten Tiere nicht aus eigener Kraft von dem Befall durch das Virus, verläuft der Defekt in den meisten Fällen tödlich. Nicht umsonst empfehlen Tierärzte nach einem Ausbruch der Marek-Krankheit die vollständige Eliminierung des Hühnerbestands. Überlebende Tiere sind potenzielle Virenwirte und somit Überträger der Krankheit.

Marek-Krankheit bei Hühnern: So kann man sinnvoll vorbeugen

Eine umfängliche Vorbeugung gegen die Marek-Krankheit bei Hühnern ist nur mithilfe einer Impfung möglich. Geimpft werden Ein- oder Zweitagesküken, wobei verschiedene Immunisierungsstoffe zur Verfügung stehen. Die Impfung bringt keinen hundertprozentigen Schutz vor der Erkrankung mit sich. Jedoch sinkt die Infektions- und Sterblichkeitsrate deutlich ab. Zur dauerhaften Erhaltung des Hühnerbestands trägt obendrein ein erhöhter Hygienegrad innerhalb der Stallung bei. Auch bei der Zucht von Hühnern ist seitens des Halters auf maximale Sauberkeit zu achten.

Marek-Krankheit bei Hühnern: Ein besonderer Impfstoff

Eine Impfung gegen die Marek-Krankheit bei Hühnern schützt zwar vor klinischen Symptomen, nicht aber vor einem Infekt. Zwecks Protektion verabreicht der Veterinär einen Lebendimpfstoff, dessen Lagerung in flüssigem Stickstoff erfolgt. Das Antiserum ist nach dem Auftauen innerhalb von zwei Stunden zu verimpfen, da es andernfalls seine Wirksamkeit verliert. Aus diesem Grund scheint es ratsam, mehrere Tierbestände gleichzeitig zu impfen.

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