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Newcastle-Krankheit bei Hühnern: Hochansteckend – wann sie geimpft werden sollten

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Drei Hühner auf der Stange. (Symbolbild)
Symptome für die Newcastle-Krankheit bei Hühnern können ein aufgeplustertes Federkleid und Apathie sein. (Symbolbild) © Ivonne Wierink/Imago

Die Newcastle-Krankheit bei Hühnern: Alle Infos zu den Ursachen, Symptomen und Behandlungen der gefährlichen Viruserkrankung.

Offenbach am Main – Als weltweit führender Verband zur Rassegeflügelzucht vereint der „Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter“ (BDRG) etwa 180.000 Mitglieder in rund 4.600 Vereinen. Seine Aufgabenbereiche umfassen den aktiven Tierschutz, die Arterhaltung sowie Aufklärungsarbeit für eine artgerechte Rassegeflügelzucht. Auch in Belangen der Tiergesundheit wie der Newcastle-Krankheit bei Hühnern ist der BDRG – neben Veterinärämtern und Tierärzten – der richtige Ansprechpartner.

Die Newcastle-Krankheit bei Hühnern: Ursachen und Zusammenhänge

Die Newcastle-Krankheit trat in Europa erstmals 1927 in „Newcastle upon Tyne“ auf. Sie bezeichnet eine außerordentlich ansteckende, anzeigepflichtige Viruserkrankung, von der weltweit Hühner, Truthühner und andere Vögel betroffen sind. Da ihr Krankheitsbild dem der Geflügelpest oder Vogelgrippe ähnelt, trägt sie in Fachkreisen auch den Namen atypische Geflügelpest. Sie befällt Geflügel aller Altersgruppen und geht mit einer hohen Sterberate einher.

Ursache ist das Newcastle-Disease-Virus (NDV), ein RNA-Virus, dessen Erbgut aus Ribonukleinsäure besteht. Der Erreger weist eine enge Verwandtschaft mit dem Paramyxovirus auf und zählt wie dieser zu den Orthornavirae. Das NDV befällt das Zentralnervensystem, die Lunge und den Darm von Hühnern. Es löst punktuelle Blutungen aus und zerstört den Organismus, bis der Tod des befallenen Tieres eintritt.

Die Newcastle-Krankheit bei Hühnern: Krankheitsbild und Symptome

Eine der Tücken der Newcastle-Krankheit stellt ihr stark variierendes Krankheitsbild dar. Erste Anzeichen zeigen sich bei Hühnern meist in Form von Verhaltensänderungen und eines deutlichen Rückgangs der Legeleistung. Weitere Symptome umfassen:

Die Inkubationszeit beträgt bei der Newcastle-Krankheit zwischen vier und sechs Tagen. Sobald ein Huhn infiziert ist, breitet sich die Viruserkrankung in Windeseile über den gesamten Bestand aus. Da auch ein symptomfreier Verlauf möglich ist, besteht eine hohe Gefahr darin, dass sich das Virus unerkannt verbreitet. Der Nachweis erfolgt durch eine serologische Untersuchung.

Die Newcastle-Krankheit bei Hühnern: Behandlung und Maßnahmen

Sind Hühner in Deutschland von der Newcastle-Krankheit befallen, besteht für den Tierhalter Meldepflicht. Da eine Behandlung nicht möglich ist, müssen erkrankte Tiere sofort vom Bestand separiert und getötet werden. Begleitend erfolgt die Desinfektion der betroffenen Ställe, Fahrzeuge, Gebäude und Gegenstände. Denn das NDV verbreitet sich über direkten Kontakt ebenso wie über Atemluft, Stallstaub und Verpackungsmaterial.

Die Überlebensrate der RNA-Viren ist außerordentlich hoch: Der Erreger überlebt sogar bis zu sechs Monate in Tiefkühlkost und bis zu zwei Jahre in Trockenei. Das Veterinäramt errichtet daher im Umkreis von rund drei Kilometern ein Sperrgebiet für Geflügel und verhängt zum Schutz vor der Ausbreitung der Tierseuche eine Stallpflicht von drei Wochen. Wie die Melde- gilt auch die Stallpflicht für gewerbliche wie für private Hühnerhalter.

Die Newcastle-Krankheit bei Hühnern: Infos zur Impfung

Die „Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest“ regelt in Deutschland die Impfpflicht. Wie gewerbliche sind auch private Tierhalter zur regelmäßigen Impfung ihrer Hühner gegen die Newcastle-Krankheit sowie zum Führen eines Impfnachweises verpflichtet. Dieser kostet für den gesamten Bestand rund fünf Euro.

Die Verabreichung erfolgt über klares Wasser in einem sauberen Gefäß; die Impfkosten bewegen sich pro Tier und Gabe zwischen einem und zwei Euro.

Die Newcastle-Krankheit: Auswirkungen auf Menschen

Ein Mensch ist ebenfalls nicht vor den Viren gefeit, die bei Hühnern die gefürchtete Newcastle-Krankheit auslösen. Allerdings richten die hochansteckenden NDV bei Menschen einen weitaus geringeren Schaden an. Bislang wurde bei engem Kontakt zwischen Hühnerhaltern und Tieren in einzelnen Fällen das Auftreten einer Bindehautentzündung beobachtet.

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