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Die Schwarzkopfkrankheit ist besonders für junge Hühner gefährlich. (Symbolbild)

Ernst zu nehmende Bedrohung

Schwarzkopfkrankheit bei Hühnern: Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Schwarzkopfkrankheit stellt insbesondere für junge Hühner eine Gefahrenquelle dar. Alle Infos über Ursachen, Symptome, Behandlungsmethoden und Medikamente.

Haselbachtal – Der im sächsischen Haselbachtal ansässige Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter e.V. macht darauf aufmerksam, dass die Schwarzkopfkrankheit eine hohe Verbreitungsrate unter Junggeflügel besitzt. Die Krankheit ist auch unter den Begriffen Histomoniasis, Typhlohepatitis und Enterohepatitis bekannt. Identifiziert wurden die einzelligen Parasiten im Jahr 1985 von einem Veterinär, der seiner Entdeckung den Namen „Histomonas meleagridis“ gab. Die in der Folge der Entdeckung durchgeführten Studien belegen die weltweite Verbreitung der Schwarzkopfkrankheit.

Schwarzkopfkrankheit bei Hühnern: Die Ursachen

Die Schwarzkopfkrankheit bei Hühnern beruht ursächlich auf der Infektion mit einem einzelnen Parasiten, der das Federvieh mithilfe eines Zwischenwirtes befällt. Als Folge ergeben sich Erkrankungen des Blinddarms und der Leber, die nicht selten einen tödlichen Verlauf nehmen. Der Parasit ist meist in den Eiern von Würmern heimisch. Der Schädling gelangt in den Organismus des Huhns, wenn das Tier den Wurm beziehungsweise dessen Eier aufpickt. Darüber hinaus verbreitet sich der Parasit über den Kot infizierter Tiere. Einmal im Organismus angelangt, wandern die Schädlinge in den Darm. Von dort aus gelangen sie in den Blutkreislauf und in die Leber, wo sie immensen Schaden anrichten.

Schwarzkopfkrankheit bei Hühnern: Unverkennbare Symptome

Die Symptome der Schwarzkopfkrankheit bei Hühnern sind mannigfaltig und überschneiden sich zum Teil mit anderen Leiden. Das markanteste Symptom ist der gelbliche wie schleimige Durchfall, der die Tiere heimsucht. Zudem stellen sich weitere Symptome ein:

  • starke Abmagerung
  • apathische Grundhaltung
  • schläfriges Wesen
  • Atemschwierigkeiten
  • geschlossene Augen

Des Weiteren fallen infizierte Tiere durch einen unsicheren Gang auf. Allgemein ist ihr Verhalten anormal, da sie oft geschwächter Natur sind. So verfallen Junghühner oft in einen teilnahmslosen Zustand und versterben wenige Tage nach Auftreten erster Symptome. Ältere Tiere weisen hingegen so gut wie keine Anzeichen auf und dienen vornehmlich als Wirte. Sie geben den Parasiten über ihren Kot weiter.

Schwarzkopfkrankheit bei Hühnern: Die richtige Behandlung

Eine Behandlung von Hühnern, die an der Schwarzkopfkrankheit leiden, ist nur bedingt möglich. Eine sinnvolle Maßnahme besteht jedoch darin, infizierte Tiere von nicht-infizierten zu trennen. Hat die Krankheit ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, sind die Hühner von einem Veterinär einzuschläfern. Um die Weitergabe des Parasiten zu verhindern, sollten tote Hühner beiseitegeschafft und verbrannt werden. Bei Tieren, die im Verdacht stehen, an der Schwarzkopfkrankheit zu leiden, ist auf leicht verdauliches Futter zu setzen. Weiterhin sind Vitamine zu verabreichen, da diese das Immunsystem stärken.

Schwarzkopfkrankheit bei Hühnern: Medikamente verabreichen

Die Behandlung der Schwarzkopfkrankheit mithilfe von Medikamenten ist nur für bestimmte Hühner zulässig. So dürfen Tiere, die für die Lebensmittelgewinnung bestimmt sind, nicht medikamentös versorgt werden. Demzufolge erhalten lediglich Hühner aus heimischer Hobbyhaltung entsprechende Arzneien. Ihnen wird über einen Zeitraum von rund zwei Wochen ein spezielles Medikament verabreicht, das wasserlöslich ist. Eine Garantie für die vollständige Gesundung der Tiere lässt sich daraus allerdings nicht ableiten, da die Sterblichkeitsrate selbst unter entsprechend behandelten Hühnern hoch ist. Hingegen sind ausschließlich für den Lebensmittelverzehr gezüchtete Tiere von vornherein von einer pharmazeutischen Versorgung ausgeschlossen, da davon auszugehen ist, dass chemische Rückstände in den menschlichen Körper gelangen. Ein vormals zugelassenes Medikament wurde inzwischen verboten und vom Markt genommen.

Schwarzkopfkrankheit bei Hühnern: Übertragung auf den Menschen

Eine Übertragung der Schwarzkopfkrankheit auf den Menschen ist ausgeschlossen. Das Leiden befällt ausschließlich Hühner. Der Parasit ist für den Homo sapiens nicht nur ungefährlich, sondern auch für seine tierischen Gefährten. So befällt der Erreger weder Hunde noch Katzen. Allerdings sollte auf die Verfütterung erkrankter beziehungsweise getöteter Hühner verzichtet werden.