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Vogelgrippe bei Hühnern: Symptome, Ansteckung und Gefahr

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Eine Gruppe von Hühnern sucht in ihrem Auslauf nach Futter. (Symbolbild)
Hühner können sich mit der Vogelgrippe infizieren. (Symbolbild) © Xeuhma/Imago

Infizieren sich Hühner mit der Vogelgrippe, sind spezielle Dinge zu beachten. Alle Infos über Symptome, Impfungen und Behandlungsmethoden.

Haselbachtal – Bei der Vogelgrippe handelt es sich um eine Form der Geflügelpest. Die Vogelgrippe wird hervorgerufen durch Influenza-A-Viren. Sie befallen Hühner, Puten und anderes Geflügel. Es existieren mehrere Varianten der Vogelgrippe. Einige sind hochgradig gefährlich, andere harmlos. Die von Zugvögeln verbreitete Vogelgrippe stammt aus dem asiatischen Raum. Im Jahr 2014 tauchte die Geflügelpest erstmals in Deutschland auf, als das Virus einen Mastbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern befiel. Sämtliche Tiere mussten getötet werden, wie der in Haselbachtal ansässige Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter bestätigt.

Vogelgrippe bei Hühnern: Symptome und Erkennungsmerkmale

Die Vogelgrippe bei Hühnern weist nach kurzer Inkubationszeit erste Symptome auf. So kommt es zu einem starken Rückgang von Futter- und Wasseraufnahme bei gleichzeitiger Gewichtszunahme. Zusätzlich schwellen die Gliedmaßen der Hühner an, sie bekommen wässrigen Durchfall und wirken apathisch. Außerdem sind Entzündungen der Atemwege festzustellen. Darüber hinaus treten Veränderungen der Bronchien, Nasenhöhlen und Lungen auf.

Ein weiteres Erkennungsmerkmal der Vogelgrippe ist die Beschädigung der Eierschalen. Sie werden dünn, brüchig oder fehlen ganz. Die Dissonanz geht einher mit einer Blaufärbung von Kamm und Kehllappen. Kommen dann noch eine ungewöhnliche Kopfhaltung und ein zerzaustes Gefieder hinzu, sind die Tiere mit hoher Wahrscheinlichkeit infiziert. In der Folge stellen sich erste Todesfälle ein.

Vogelgrippe bei Hühnern: Tiere behandeln oder töten

Um die Vogelgrippe bei Hühnern zweifelsfrei zu erkennen, bedarf es einer Untersuchung beziehungsweise einer Diagnose durch einen Tierarzt. Der Veterinär stellt fest, ob es sich um eine aggressive oder mild verlaufende Form der Vogelgrippe handelt. Eine milde Form zieht die Verabreichung antiviraler Mittel nach sich, die nur wirken, wenn die Infektion kurze Zeit zurückliegt. Liegt sie länger zurück, werden die Symptome bekämpft. Sind die Hühner mit einem aggressiven Typus infiziert, ist der Betrieb zu räumen. Es folgen Desinfektions- und Hygienemaßnahmen, die ein Betretungsverbot für Unbefugte einschließen. In letzter Konsequenz sind die Tiere zu töten und artgerecht zu entsorgen.

Vogelgrippe bei Hühnern: Maßnahmen in Stall und Auslauf

Wird eine Hühneransammlung von der Vogelgrippe heimgesucht, ist ihr Auslauf zu stoppen. Das sogenannte Aufstallgebot gilt sowohl für landwirtschaftliche Betriebe wie die hobbymäßige Haltung von Hühnern. Das Aufstallgebot ist Teil der Geflügelpestverordnung und soll die Übertragung auf eine gesunde Herde verhindern. Die Verordnung sieht des Weiteren die Einrichtung von Sperrzonen vor.

Hobbyhalter sollten zum Schutz vor der Vogelgrippe folgende Empfehlungen beachten:

Zudem ist es sinnvoll, heimische Stallungen und Freilaufbereiche in einen sauberen Zustand zu versetzen. Darüber hinaus sollten Eierkartons nur einmal verwendet werden.

Vogelgrippe bei Hühnern: Impfung auch gegen Newcastle-Krankheit

Um Hühner vor Vogelgrippe zu schützen, muss der Besitzer seine Tiere immunisieren. Zuwiderhandlungen sind strafbar. Eine Impfung gegen die Vogelgrippe kann über einen Lebendimpfstoff oder ein inaktives Serum erfolgen. Lebendimpfstoffe werden über Trinkwasser und Augentropfen verabreicht. Auch eine Impfung per Aerosolspray ist möglich. Die Immunisierung wirkt sowohl gegen die Geflügelpest als auch gegen die Newcastle-Krankheit. Das Erscheinungsbild des Newcastle-Virus ähnelt dem der Vogelgrippe, weshalb man das Leiden unter anderem als atypische Geflügelpest betitelt.

Vogelgrippe bei Hühnern: Übertragung auf den Menschen

Die Hühner-Vogelgrippe ist bedingt auf den Menschen übertragbar. Es handelt sich zuvorderst um eine Vogelkrankheit, die von einem infizierten Exemplar per Kotabsonderung auf ein anderes übertragen wird. Die Ansteckungsgefahr für Menschen hält sich daher in Grenzen, ist aber sehr wohl existent. Jedoch müssen Menschen deutlich höhere Virusmengen aufnehmen als ihre tierischen Verwandten, um sich zu infizieren. Wer allerdings engen und stetigen Kontakt zu krankem Geflügel pflegt, ist als gefährdet anzusehen. Springt das Virus über, kann es irreparable beziehungsweise tödliche Folgen haben.

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