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Manche Hunde leiden unter Trennungsangst, andere kommen besser damit klar. (Symbolbild)

Stressgefühle durch Einsamkeit

Alleine bleiben: Daran erkennen Sie, ob Ihr Hund zurechtkommt

Den Hund alleine zu lassen, ist für viele Tierbesitzer ein heikles Thema. Dabei gibt es zahlreiche Tipps und Übungen, die Hunden dies erleichtern.

Wiesbaden – Eine im Februar 2021 Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes zum Thema Hundehaltung in Deutschland besagt, dass im Jahr 2020 rund neun Millionen Personen mit einem Hund im Haushalt zusammenlebten. 1,35 Millionen Verbraucher hatten sogar zwei Hunde. Letztere stehen nicht vor der Frage, ob sie den Hund alleine lassen können oder nicht, denn der eine Hund leistet dem anderen stets Gesellschaft.

Hund alleine lassen: Auf die Dauer kommt es an

Der Abstand bis zum nächsten Gassigang stellt die äußerste Zeitspanne dar, in der Besitzer ihren Hund alleine lassen sollten. In der Regel liegt das Limit hier bei maximal sechs Stunden. Die folgenden Anzeichen deuten jedoch auch bei wesentlich kürzerer Abwesenheit darauf hin, dass der Hund ein Problem mit der Einsamkeit hat:

  • das Verrichten von großem oder kleinem Geschäft in der Wohnung
  • die Zerstörung beziehungsweise das Anknabbern von Möbeln, Kleidung, Schuhen und anderen Objekten
  • apathisches und teilnahmsloses Verhalten
  • Heulen und Winseln

Hund alleine lassen: Voraussetzungen für hilfreiche Übungen

Wer seinen Hund alleine lassen möchte, zum Beispiel, weil er regelmäßig arbeiten oder einkaufen gehen muss, sollte das Tier nach Möglichkeit schon als Welpen daraufhin trainieren. Das Ziel aller Übungen besteht darin, dass der Hund auf die Rückkehr seines Besitzers vertraut und keine Angst oder sogar Panikzustände durchleiden muss. Daraus ergibt sich, dass alle Tipps nur wirken können, wenn das Verhältnis zwischen Hund und Halter von gegenseitigem Respekt und bedingungsloser Liebe geprägt ist.

Hund alleine lassen: Tipps zur Bekämpfung von Trennungsangst

Es liegt in der Natur von Hunden, dass sie eine sehr enge und starke Bindung zu ihrem Hauptbezugsmenschen oder ihrer Familie eingehen. Diese Personen ersetzen ihnen das Rudel, in dem sie in freier Wildbahn leben würden. Aus diesem Grund fällt es jedem Hund schwer, alleine zurückzubleiben. Auf der anderen Seite sind Vierbeiner ausgesprochen lernwillig und -fähig. Diese Eigenschaften nutzen Hundehalter, um ihre Tiere zu trainieren. Besitzer, die ihren Hund alleine lassen wollen, können die folgenden Übungen mit ihrem Vierbeiner durchführen:

  • tägliches Verlassen der Wohnung für eine kurze Zeitspanne, die kontinuierlich verlängert wird
  • Einführung eines Trennungsrituals
  • regelmäßige Belohnung beim Zurückkommen

Ein Trennungsritual kann beispielsweise darin bestehen, dass Herrchen oder Frauchen den Hund an seinen Lieblingsort innerhalb der Wohnung bringen, bevor sie gehen. Auch ein stets wiederholter Abschiedsgruß gibt Sicherheit und macht dem Tier die Trennung einfacher. Eine Belohnung muss nicht in einem Leckerli bestehen, diese Anerkennungen sind wesentlich gesünder:

  • ausgiebiges Streicheln oder Kraulen
  • Überlassen des Lieblingsspielzeugs für eine bestimmte Zeit
  • kurzer Gang vor die Tür außer der Reihe

Hund alleine lassen: Weitere Tipps für jedes Alter und Problemhunde

In jedem Fall sollten Halter versuchen, Abschied und Begrüßung nicht zu dramatisch zu gestalten, wenn sie den Hund alleine lassen. Eine gelassene, entspannte Haltung überträgt sich automatisch vom Herrchen oder Frauchen auf das Tier. Sie signalisiert ihm, dass es keinen Grund für Aufregung gibt. Prinzipiell können Hunde in jedem Alter lernen, auch einmal Zeit alleine zu verbringen. Bei Senioren ist lediglich ein wenig mehr Geduld erforderlich. Doch von dieser Regel gibt es Ausnahmen: Schwer traumatisierte Vierbeiner, wie sie häufig in Tierheimen landen, leiden trotz gut gemeinter Übungen sehr, wenn ihre Besitzer weggehen. Wer einen solchen Hund aufnimmt, sollte zumindest im ersten halben Jahr rund um die Uhr in seiner Nähe bleiben. Erst dann lässt sich sehr vorsichtig versuchen, den Vierbeiner alleine zu lassen. Falls das auch bei wiederholten Versuchen seitens des Hundes mit Verzweiflung und auffälligem Verhalten endet, sollten andere Lösungen gesucht werden. Oft ist es möglich, den Hund zur Arbeit und privaten Unternehmungen mitzunehmen oder anderenfalls einen Hundesitter zu organisieren.