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Berner Sennenhund neben einem Napf mit Rohfleisch und einem Korb mit Obst und Gemüse

Biologisch, artgerecht, roh

BARFen von Hunden: Was man darunter versteht und wie es funktioniert

Immer mehr Hundehalter in Deutschland schwören auf sogenanntes BARF. Die Abkürzung dieser Ernährungsmethode steht für „biologisch artgerechtes rohes Futter“.

Berlin – Die Rohfütterung mit naturbelassenen Ausgangsstoffen, das sogenannte BARF, gilt als besonders artgerecht und gesund für den Hund.

Hund BARFen: Grundsätzliches zum Futter

Die Abkürzung BARF steht für „biologisch artgerechtes rohes Futter“. Immer mehr Hundehalter schwören darauf, ihrem Tier möglichst naturbelassenes Futter zu reichen. Dabei setzt die Ernährungsmethode auf rohes Fleisch oder rohen Fisch. Um den Nährstoffbedarf zu decken, sollte die Hundemahlzeit auch Innereien und Knochen enthalten. Außerdem wird das Futter um Gemüse, Obst, Getreide und Nüsse ergänzt. Auch kaltgepresste Öle sind fester Bestandteil des BARF-Konzepts.

Die Fütterung von BARF bedarf einer umfassenden Kenntnis der Tierernährung und Futtermittelkunde. Tierärzte empfehlen Hundehaltern daher, vor Umstellung auf BARF einen Fachtierarzt oder einen speziell ausgebildeten Hundeernährungsberater zu konsultieren.

Hund BARFen: Besonderheiten

Viele Hundehalter machen den Fehler, BARF mit „viel rohes Fleisch“ gleichzusetzen und fast ausschließlich auf ungekochtes Muskelfleisch zu setzen. Diese einseitige Ernährung kann zu Mangelerscheinungen führen. Deshalb sollten folgende Besonderheiten beachtet werden:

  • Der Hund sollte nicht nur mit Muskelfleisch ernährt werden. Auch andere Bestandteile des „Beutetieres“ wie Sehnen, Bindegewebe und Innereien gehören dazu. Vorsicht ist bei Organen wie der Schilddrüse angesagt, da diese den Hormonhaushalt des Hundes beeinflussen können. Gänzlich ungeeignet ist Fleisch vom Schwein oder Wildschwein – im rohen Zustand kann es das für Hunde tödliche Aujeszky-Virus enthalten.
  • Auch der Hund als Beutegreifer braucht Kohlenhydrate – etwa Obst und Gemüse.
  • Bei der Futterzusammenstellung ist auf ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis zu achten. Dies sollte individuell für den Hund berechnet werden.
  • Küchenhygiene ist das A und O beim BARFen, denn rohes oder tiefgefrorenes Fleisch kann mit Parasiten und Keimen belastet sein, mit denen sich auch der Mensch anstecken kann.

Hund BARFen: Gemüse, Kohlenhydrate & Co.

Die ideale BARF-Ernährung besteht zu 80 Prozent aus tierischen und 20 Prozent aus pflanzlichen Komponenten.

Für den pflanzlichen Anteil gilt ein Richtwert von 75 Prozent Gemüse und 25 Prozent Obst. Kohlenhydrate kann der Hund meist gekocht besser aufschließen und verwerten, weswegen Gemüse schonend gegart werden sollte. Kartoffeln dürfen aufgrund des darin enthaltenen Solanin nicht roh verfüttert werden. Obst kann fein püriert zum Futter gegeben werden. Wie auch das Fleisch sollte das Gemüse für eine ausgewogene Ernährung variiert werden.

Da beim BARF keine „Beutetiere“ komplett verfüttert werden, müssen Vitamine, Mineralien, Fette und Faserstoffe, die im Blut, Hirn oder Fell enthalten sind, in Form von Nahrungsergänzungsmitteln dem Futter zugesetzt werden. So dient Seealgenmehl zur Deckung des Jodbedarfs. Auch hochwertiges Öl mit Omega-3-Fettsäuren sollte dem Futter zugegeben werden. Wenn der Hund keine Knochen frisst oder verträgt, muss der Nahrung ein entsprechendes Supplement für den Kalziumanteil zugesetzt werden.

Hund BARFen: Die Kosten

Das sind die Kosten pro Monat für eine BARF-Ernährung:

  • Etwa 20 bis 40 Euro fallen für einen kleinen Hund bis zehn Kilogramm Körpergewicht an.
  • Mittlere Hunde mit einem Gewicht bis zu 30 Kilo werden mit BARF-Rationen für 50 bis 80 Euro satt.
  • Für große Hunde bis 60 Kilo Körpergewicht müssen für die BARF-Ernährung zwischen 100 und 180 Euro veranschlagt werden.
  • Bei sehr großen Hunden ab 60 Kilogramm schlägt die Ernährung mit mindestens 190 Euro zu Buche.

Hund BARFen: Geht das auch mit Welpen?

Grundsätzlich ist es möglich, auch einen Welpen mit BARF zu füttern. Wichtig ist hierbei, die Nährstoffe im Blick zu behalten. Am einfachsten für den Hundehalter ist es, auf spezielle Welpenpakete oder Zusatzpulver, die auf den Bedarf von Welpen abgestimmt sind, zurückzugreifen.