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Dackellähmung bei Hunden: Bandscheibenvorfall vorbeugen und was eine OP kostet

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Wenn eine OP nicht hilft, kann ein Hund mit Dackellähmung beispielsweise mit einem Rollwagen noch ein lebenswertes Leben führen.
Wenn eine OP nicht hilft, kann ein Hund mit Dackellähmung beispielsweise mit einem Rollwagen noch ein lebenswertes Leben führen. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago

Nicht nur Dackelhalter fürchten die typischen Symptome der Dackellähmung, wenn die Hinterbeine nicht mehr richtig funktionieren.

Der Begriff Dackellähmung, auch Teckellähme genannt, stammt aus einer Zeit, als nur wenige Hunderassen weit verbreitet waren. In den 1960er-Jahren gehörte der Dackel zu den absoluten Modehunden und begleitete Stars wie Brigitte Bardot oder Andy Warhol. Die große Verbreitung der Rasse führte zum häufigen Auftreten der genetisch bedingten Bandscheibenvorfälle. So wurde die Krankheit fest mit dem kurzbeinigen Dackel verbunden und bekam den Namen Dackellähmung. Dabei sind auch andere Rassen betroffen, berichtet der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpv).

Dackellähmung bei Hunden: Ursachen und Häufigkeit

Die typische Figur von Dackeln und anderen für die Dackellähmung anfälligen Hunden entsteht durch eine genetisch bedingte Knorpelwachstumsstörung. Diese sogenannte Chondrodystrophie führt zu einer Form des Kleinwuchses. Hunde, die für die Dackellähmung besonders empfänglich sind, zeigen ein deutlich verkürztes Wachstum der Gliedmaßen, während der Rumpf normal und der Kopf eher groß geraten sind. Zu den Rassen mit dieser spezifischen Wachstumsstörung gehören unter anderem:

Hunde mit „langem Rücken“ wie der Dackel sind häufiger von einem Bandscheibenvorfall (Diskopathie), also der Dackellähmung, betroffen, weil der Rücken aufgrund des Körperbaus stark belastet wird. Dazu ist bei ihnen der äußere feste Ring der Bandscheibe durch die Wachstumsstörung oft durch Verkalkung spröde und reißt leichter. Dann tritt der weiche Bandscheibenkern aus und drückt auf das Rückenmark. Aber auch jeder andere Hund kann einen Bandscheibenvorfall erleiden. Insgesamt gehört die Dackellähmung zu den zehn häufigsten schweren Erkrankungen bei Hunden.

Dackellähmung bei Hunden: Symptome und Operationskosten

Hunde mit Dackellähmung sind nicht automatisch gelähmt. Je nachdem, wo der Bandscheibenvorfall auftritt und wie schwer er ist, variieren die Symptome. Leichter Druck auf das Rückenmark verursacht weniger Ausfälle als starker, der zur kompletten Lähmung der Gliedmaßen führen kann. Meist sind die Hinterbeine betroffen, bei einem Vorfall in der Halswirbelsäule arbeiten auch die Vordergliedmaßen nicht richtig. Tiermediziner erkennen die Erkrankung an folgenden Symptomen:

In leichten Fällen ist eine konservative Therapie mit strenger Boxenruhe und späterer kontrollierter Bewegung an der Leine ausreichend. Der Hund erhält dann Medikamente, die eine Entzündung und Schwellung des Bandscheibenvorfalls verhindern sollen. Wirksam sind unter anderem: Glukokortikoide (Kortison), nicht-steroidale Antiphlogistika (entzündungshemmende Schmerzmittel wie Carprofen), Anabolika (Wirkstoffe zum Aufbau körpereigenen Gewebes) sowie B-Vitamine.

Reicht eine konservative Therapie nicht aus, kann eine Operation den Druck vom Rückenmark nehmen. Dabei fallen nicht nur die Operationskosten hoch aus, auch die Diagnostik mittels Röntgen und MRT (Magnetresonanztomografie) ist teuer. 3.000 Euro und mehr sind keine Seltenheit.

Dackellähmung beim Hund verhindern

Komplett verhindern lässt sich die Dackellähme nicht. Aber Besitzer können viel tun, um das Risiko, dass der eigene Hund erkrankt, zu senken. Zur Vorbeugung empfehlen Experten unter anderem:

Sollte es trotzdem zu einem Bandscheibenvorfall kommen und eine Operation nicht helfen, ist die Lebenserwartung vieler Hunde nicht unbedingt beeinträchtigt. Viele Tiere gewöhnen sich an einen Hunderollwagen und bleiben mobil und lebensfroh.

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