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Bahn bildet Spürhunde aus: Vierbeiner erschnüffeln seltene Tiere

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Von: Sina Lück

Mit ihrer feinen Nase werden Spürhunde seit Jahren als Helfer eingesetzt. Jetzt bildet auch die Bahn ihr Team auf vier Pfoten aus. Ihre Aufgabe: Schnüffeln für den Artenschutz.

Frankfurt am Main – Dass Hunde einen feinen Geruchssinn haben, ist nichts Neues. Ihre sensible Nase hilft der Polizei bei der Suche von vermissten Personen in Trümmern oder Lawinen, beim Erschnüffeln von Drogen oder Corona-Infektionen. Sogar eine Unter- oder Überzuckerung bei Diabetikern riechen die Vierbeiner und warnen ihre Herrchen. Neu sind allerdings Hunde bei der Deutschen Bahn. Ihr Spezialgebiet: das Aufspüren von geschützten Tierarten bei geplanten Bauvorhaben. Sechs Super-Nasen bildet ein Trainerteam für ihren künftigen Job bis zum Jahreswechsel aus.

Bahn bildet Spürhunde aus: Vierbeiner erschnüffeln seltene Tiere

Finya, Fenna, Storm, Eskil, Monte und Whisper – diese sechs Hunde verschiedener Rassen im Alter von ein bis sieben Jahren bilden das tierische Einsatzkommando bei der Deutschen Bahn. Die Spürhunde sollen beim Neu- und Ausbau des Schienennetzes helfen. Dabei hat jede der sechs Super-Nasen ihr eigenes Spezialgebiet. Golden Retriever-Hündin Whisper zum Beispiel ist Spezialistin für eine ganze Reihe von Arten, die unter Tierschutz stehen. Egal ob Schlingnattern, Gelbbauchunken, Fledermäuse oder Mauer- und Zauneidechsen: Gemeinsam mit ihren fünf Hunde-Kollegen erschnüffelt sie nach der Ausbildung zuverlässig jede der seltenen Tierarten. Und das auch noch viel schneller als Menschen, die das Gelände geplanter Bauvorhaben mit viel Aufwand bis zu ein Jahr lang beobachten müssen. Die Ergebnisse tragen die Hundeführer in eine neue digitale Datenplattform auf dem Tablet ein. (Gassi gehen im Herbst: So gefährlich sind Kastanien für Ihren Hund)

Eine Golden Retriever-Hündin mit einem Geschirr schnüffelt an einer Scentbox.
Konzentriert bei der Arbeit: Golden Retriever-Hündin Whisper schnüffelt an der Scentbox. © Patrick Kuschfeld/Deutsche Bahn AG

„Der Einsatz von Artenspürhunden bei Bauvorhaben in Deutschland ist ein Novum. Mit ihrem feinen Geruchssinn finden Hunde geschützte Tiere zu jeder Jahreszeit und bei fast jedem Wetter. Das hilft uns enorm: Wir kommen schneller ins Bauen, können unsere Projekte effizienter umsetzen und treiben damit die Mobilitätswende weiter voran“, nennt Jens Bergmann, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB Netz AG, die Vorteile des Projekts. (Drama um Polizeihund – nach schwerer Verletzung passiert das große Wunder)

Bahn bildet Spürhunde aus: Vierbeiner lernen verschiedene Gerüche kennen

Für ihre Aufgabe als Artenspürhunde müssen Whisper und ihre vierbeinigen Kollegen zunächst verschiedene Gerüche kennenlernen. Die Trainer der Deutschen Bahn sensibilisieren die Hunde daher mithilfe von Eierschalen, Kotresten oder abgestoßener Reptilien-Haut. Wenn das Team mit den Vierbeinern nicht gerade draußen in der Natur unterwegs ist, kommt beim Training außerdem eine sogenannte Scentbox zum Einsatz. Sie enthält verschiedene Geruchsproben geschützter Tierarten. Wie in der Schule auch müssen die Spürnasen das Gelernte in einer Klimakammer bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen unter Beweis stellen. Bei der Arbeit mit den Hunden* hat die Bahn wissenschaftliche Unterstützung von Forschern der „Universität Innsbruck“, der „Hochschule Bonn-Rhein-Sieg“ und des „Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung“. Ab 2022 soll die Hundestaffel den seltenen Tierarten auf die Spur gehen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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