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Diabetes bei Hunden erkennt man unter anderem häufig durch starken Durst. (Symbolbild)

Zuckerkrankheit

Diabetes mellitus beim Hund erkennen, Symptome und wie Sie richtig füttern

Wenn ein Hund an Diabetes leidet, ist es wichtig, den Vierbeiner individuell auf Insulin einzustellen und Besitzern zu erklären, worauf es bei der Haltung zu achten gilt.

Diessenhofen – In dieser kleinen Stadt in der Schweiz wurde 1653 Johann Conrad Brunner geboren. Er ging mit seiner Entdeckung, dass eine Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse für Diabetes verantwortlich sein kann, in die Geschichte ein. Die Erkenntnis erlangte er durch Entfernung der Bauchspeicheldrüse bei Hunden und Beobachtung der Folgen. Dadurch zeigte sich außerdem, dass auch Hunde an Diabetes mellitus erkranken.

Diabetes beim Hund: Symptome

Bei Diabetes mellitus handelt es sich um eine Störung des Zuckerstoffwechsels. Der Körper produziert nicht genug oder gar kein Insulin, wodurch der Zuckerhaushalt nicht mehr reguliert werden kann. Es kommt zu einem chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel. Ein Hund, der Diabetes hat, scheidet den überschüssigen Zucker über den Urin aus. Da dies mit einem hohen Flüssigkeitsverlust einhergeht, ist starker Durst in Verbindung mit häufigem Wasserlassen ein typisches Symptom der Krankheit. Daneben hat der Hund aufgrund des Energiedefizits einen starken Appetit. Wenn er große Mengen an Futter zu sich nimmt und dennoch an Gewicht verliert, kann das ein Anzeichen für Diabetes sein.

Diabetes beim Hund: Behandlung

Zur Behandlung von Diabetes bei Hunden gibt es verschiedene Methoden:

  • Insulinspritzen
  • Diät
  • Bewegung

Das fehlende Insulin kann bei Hunden mit Schweine-Insulin ersetzt werden, da dieses identisch ist. Mit beispielsweise einem Insulin-Pen wird es dem Vierbeiner gespritzt. Die richtige Dosierung spricht der Tierarzt individuell mit dem Besitzer ab. Daneben ist bei Hunden mit Diabetes ein gesundes Körpergewicht wichtig. Übergewicht schadet hier besonders stark beziehungsweise ist sogar die Ursache. Genauso regelmäßig braucht ein Hund mit Diabetes Bewegung. Körperliche Aktivität fördert die Aufnahme und Verwertung des Insulins in den Muskeln. Zu beachten ist aber, dass plötzliche und sehr anstrengende Leistungen oft zu einem niedrigen Blutzuckerspiegel führen und daher vermieden werden sollten.

Diabetes beim Hund: Richtige Ernährung

Bei einem Hund mit Diabetes ist es elementar, ihn immer zu denselben Tageszeiten zu füttern. Kleinere Portionen über den Tag verteilt lassen den Blutzuckerspiegel nicht so stark ansteigen. Die Insulindosis muss immer nach dem Fressen verabreicht werden. Ansonsten kommt es möglicherweise es zu einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung, wenn der Hund anschließend nicht genug zu sich nimmt. Spezielles Diabetiker-Futter ist so zusammengesetzt, dass es weniger starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels auslöst. Manchmal kann sogar die Insulindosis reduziert werden. Bei dieser Fütterung darf der Hund aber nichts anderes bekommen, auch keine Leckerlis, die nicht mit dem Tierarzt abgesprochen sind. Ist die Diabeteserkrankung eine Begleiterkrankung oder hat der Hund weitere Beschwerden, eignet sich das spezielle Futter eventuell nicht.

Diabetes beim Hund: Zu erwartende Kosten

Eine Insulinbehandlung von Hunden kostet im Jahr circa zwischen 450 und 500 Euro. Das kommt allerdings auch auf die Größe und das Gewicht des Hundes an. Bei schweren Tieren kann der Preis hier noch einmal etwas ansteigen. Erste Bluttests liegen bei etwa 100 Euro und weitere Zuckertests bei 100 bis 120 Euro. Hinzu kommen die regelmäßigen Tierarztkosten sowie das Spezialfutter, das etwas teurer ist als reguläre Nahrung.

Diabetes beim Hund: Lebenserwartung

Hunde mit Diabetes können eine genauso hohe Lebenserwartung haben wie ihre gesunden Artgenossen. Voraussetzung ist, dass ihre Krankheit so frühzeitig wie möglich angemessen behandelt wird. Dafür sind regelmäßige Check-ups und eine gute Kommunikation zwischen Halter und Tierarzt erforderlich. Es kommt vor, dass ein Hund eine höhere oder niedrigere Insulineinstellung benötigt. Außerdem haben Hunde mit Diabetes ein erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen, andererseits kann Diabetes selbst die Begleiterkrankung sein. Nimmt der Hund plötzlich deutlich zu oder ab beziehungsweise zeigt andere Auffälligkeiten, sollte der Tierarzt umgehend kontaktiert werden.