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Grauer Star beim Hund: Anzeichen, Kosten und wann eine OP nötig ist

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Nahaufnahme von einem Auge eines Hundemischlings (Symbolbild)
Bei Hunden mit Grauem Star tritt die Trübung der Linse meist erst im fortgeschrittenen Stadium auf. (Symbolbild) © Christian Ohde/Imago

Grauer Star tritt nicht nur beim Menschen auf, auch ein Hund kann aus verschiedenen Gründen unter der getrübten Augenlinse leiden und langfristig erblinden.

Frankfurt am Main – Wird ein Hund ruhiger und insbesondere in fremder Umgebung sehr anhänglich, läuft er vor Gegenstände und erscheinen die Linsen der Augen trübe und undurchsichtig, ist klar: Grauer Star beeinträchtigt die Sicht des Tieres. Die Augenerkrankung tritt bei den Vierbeinern aus verschiedenen Gründen auf. Der „Bundesverband Praktizierender Tierärzte“ (bpv) kennt Behandlungsmethoden, die gegebenenfalls bis zu einer Operation reichen können.

Grauer Star beim Hund: Ursachen und Genetik

Grauer Star (Katarakt) beim Hund kann eine primäre oder eine sekundäre Erkrankung sein. Die primäre Form der Augenerkrankung entsteht direkt an der Augenlinse, es gibt keine weiteren Faktoren, die die Beschwerden verursachen. Hier sorgt das Alter oder eine genetische Veranlagung für die Trübung der Linse.

Der sekundäre Katarakt ist dagegen die Folge einer anderen Grunderkrankung. Typische Ursachen für Grauen Star sind Erkrankungen wie:

In seltenen Fällen können auch Vergiftungen, Strahlenschäden oder Elektroschocks den Grauen Star beim Hund verursachen.

Bei einigen Rassen treten gehäuft Gendefekte auf, die dazu führen, dass ein Hund bereits in jungen Jahren an Grauem Star leidet. Besonders betroffen sind unter anderem:

Die Genetik ist dabei rezessiv. Das heißt, hat ein Hund ein defektes und ein gesundes Gen, erkrankt er selbst nicht, aber er kann den Katarakt vererben. Grauer Star tritt auf, wenn ein Hund von beiden Elternteilen ein defektes Gen erhält.

Grauer Star beim Hund: Behandlung und Operation

Grauer Star beim Hund wird unterschiedlich behandelt. Es kommt dabei auf die Form des Katarakts an und wie weit fortgeschritten die Linsentrübung ist. Bei Tieren, die an einem sekundären Grauen Star leiden, erfolgt die Behandlung nicht zuerst an der Augenlinse. Stattdessen wird die Grunderkrankung therapiert. So wird der Tierarzt zum Beispiel über eine Diät, kontrollierte Bewegung und eventuell auch eine Insulingabe einen bestehenden Diabetes mellitus behandeln, um die Blutzuckerwerte zu senken. Bei konsequenter Einstellung der Werte schreitet die Linsentrübung nicht oder nur sehr langsam voran.

Handelt es sich dagegen um einen primären Katarakt ohne eine andere Grunderkrankung als Verursacher oder ist der Hund bereits erblindet, ist eine Operation das Mittel der Wahl. Dabei entfernt der Operateur die getrübte Linse. Meist ist es möglich, eine künstliche Linse einzusetzen, die das Sehen deutlich verbessert. Ist der Linsensack dafür zu instabil, sieht der Hund nach der Operation unscharf. Aber daran gewöhnen sich die Tiere schnell und kommen gut zurecht.

Grauer Star beim Hund: Kosten der Behandlung

Welche Behandlungskosten Grauer Star verursacht, lässt sich kaum abschätzen. Leidet ein Hund unter der sekundären Form, weil er zuckerkrank ist, verursacht er lebenslang Kosten für die Messung der Laborwerte und die Behandlung. Nach der Operation eines primären Katarakts sind etwa sechs Nachkontrollen erforderlich, danach entstehen nur weitere Kosten, wenn sich neue Symptome zeigen. Die Operationskosten richten sich nach Größe und Gewicht des Tieres und den Verbrauchsmaterialien. Im Schnitt werden rund 2.000 Euro für die Behandlung eines Auges inklusive der nötigen Nachkontrolltermine fällig. Bei den meisten Vierbeinern sind beide Augen betroffen und behandlungsbedürftig. Der Abschluss einer Tierkrankenversicherung, die für diese Kosten aufkommt, ist sehr empfehlenswert.

Ohne Behandlung sollte der Katarakt niemals bleiben, da Grauer Star unbehandelt immer zu einer Entzündung des Auges führt (kataraktinduzierte Uveitis), die weitere Maßnahmen erfordert, Strukturen im Auge zerstört und Schmerzen verursacht.

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