Über 100 Koalas gerettet

Hund geht für andere Tiere durchs Feuer – dafür erhält er eine Medaille

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Koala-Spürhund „Bear“ wird in Großbritannien für seinen enormen Mut geehrt – diese spektakuläre Leistung hat er vollbracht.

London – Es gibt immer wieder Vierbeiner, die durch ihr ganz besonderes Talent hervorstechen. Die als Spür- oder Rettungshund Unglaubliches leisten und uns Menschen damit zu Tränen rühren. So ein außergewöhnlicher Vierbeiner ist der sechsjährige Koolie „Bear“. Unter vollem Einsatz seines Lebens hat er während der verheerenden Buschbrände in Australien 2019/2020 mehr als 100 verletzte, kranke oder dehydrierte Koalas aufgespürt und somit vor dem sicheren Tod gerettet. Für diesen Einsatz wurde er nun in Großbritannien von der internationalen Tierschutzorganisation „IFAW“ (International Fund for Animal Welfare) mit einer Sondermedaille ausgezeichnet.

Spürhund „Bear“ trägt während des Einsatzes spezielle Schuhe, damit er sich nicht die Pfoten verbrennt.

Hund geht für Frauchen durchs Feuer – warum er jetzt eine Medaille erhält

Das Buschfeuer hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. In ganz Australien verbrannten über 18 Millionen Hektar Land. Dies entspricht etwa der halben Fläche von Deutschland. Und laut einer wissenschaftlichen Studie kamen allein in South Wales (Australien) mindestens 5.000 Koalas dabei ums Leben – das sind etwa zwölf Prozent der Population. Neben weitreichenden Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise keine Bäume mehr zu roden, sind es auch bestimmte Projekte, die ein klein wenig Hoffnung verbreiten. Bestes Beispiel: Koala-Spürhund „Bear“.

Hund geht für Frauchen durchs Feuer – seine Ausbildung rettet Leben

Der clevere Vierbeiner wurde von seinen ehemaligen Besitzern abgegeben, weil sie mit dessen „auffälligen Verhalten“ nicht zurechtkamen. „Bear“ ist ein Koolie und zählt zu den Hütehunden – er arbeitet also für sein Leben gerne. Genau dieses spezielle Verhalten prädestiniert den Vierbeiner für eine Ausbildung als Suchhund. Hier kommt Dr. Romane Cirstescu ins Spiel. Die Ökologin und Tierärztin leitet an der „University of the Sunshine Coast“ die Abteilung „Detection Dogs for Conservation“ – mit dem Ziel, Australiens Tierwelt zu schützen und zu retten. Sie „adoptierte“ den Vierbeiner und holte ihn in das Projekt. Gemeinsam im Team bildeten sie „Bear“ dazu aus, Koalas am Geruch ihres Fells aufzuspüren.

Hund geht für Frauchen durchs Feuer – in Pfotenschuhen durch die brennende Luft

Und „Bear“ gibt in den Buschfeuern* alles. Ausgestattet mit speziellen Pfotenschuhen kämpft er sich selbstlos durch die brennende Luft, um seinen Menschen weitere Tiere anzuzeigen, die verletzt in den Bäumen hängen. Sein Einsatz hat sich gelohnt: „Bear“ hat mehr als 100 Koalas das Leben gerettet. Kein Wunder also, dass der Rettungs-Hund für sein Engagement nun von der „IFAW“ mit einer Tapferkeitsmedaille belohnt wurde. (Ein Flugzeug voller Welpen – das steckt hinter der kuriosen Rettungsaktion)

In Australien ist der eifrige Hütehund übrigens eine kleine Berühmtheit und hat seinen eigenen Instagram-Account. Seine unermüdliche Arbeit ist weltweit in vielen verschiedenen Dokumentarfilmen zu sehen. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IFAW/Fiona Clark