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Staupe beim Hund: Wie sich die Viruskrankheit äußert und was dagegen hilft

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Erkrankt ein Hund am Staupevirus, wird es für den Halter höchste Zeit, zu handeln. Alle Infos über Symptome, Behandlung und Übertragungsmöglichkeiten des tierischen Leidens.

Bei der Staupe handelt es sich um eine Viruserkrankung, die verschiedene Tierarten befällt, unter anderem Hunde. Das Virus grassiert hierzulande seit mehreren Jahrhunderten und nistet sich außer bei Haushunden vor allem bei Katzen, Mardern, Bären, Pandas, Stinktieren und Robben ein.

Die Staupe heißt im Fachjargon Carrésche Krankheit, benannt nach ihrem Entdecker Henri Carré. Seit den 60er-Jahren wird betroffenen Tieren eine Impfung verabreicht. War die Krankheit zwischenzeitlich so gut wie ausgerottet, beobachtet der Verband für Hundewesen in letzter Zeit ein Wiederaufleben der Krankheitsfälle. Als Grund nennt der Dortmunder Zusammenschluss eine zunehmende Impfmüdigkeit sowie wachsende Importe von Jungtieren aus osteuropäischen Ländern.

Staupe beim Hund: Übertragung

Ein Hund wird geimpft.
Eine Impfung schützt Hunde vor Staupe. © Andreas Gora /Imago

Die Übertragung des Staupevirus bei Hunden erfolgt durch die Aufnahme kontaminierter Körperflüssigkeiten. Nimmt ein Vierbeiner Speichel, Kot oder Urin eines infizierten Tieres auf, steckt er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst an. Auch die Aufnahme fremden Speichel- oder Augensekrets ist mit einem expliziten Risiko verbunden.

Staupe bei Hunden: Symptome

Da die Staupe bei Hunden unterschiedliche Organe und Körperregionen befällt, kann es zu unterschiedlichen Symptomen kommen. Die häufigsten Anzeichen sind:

Das häufigste Warnsignal für eine Staupeinfektion ist die Erkrankung des tierischen Magen-Darm-Trakts. In der Folge kommt es bei Hunden zu Erbrechen oder Durchfällen nach der Nahrungsaufnahme. Ist obendrein der Atmungsapparat betroffen, leidet der Hund an Husten, Niesreiz und akuter Atemnot. Der zusätzliche Befall des Nervensystems kann tödliche Folgen für den Vierbeiner haben. Abzulesen ist eine Nervenerkrankung an einer Schiefhaltung des Kopfes, epileptischen Anfällen und einer Schädigung der Augen. Hier ist meist die Netzhaut des Hundes betroffen. Auch ein Angriff auf das Rückenmark und daraus resultierende Lähmungen sind bei einem Staupebefall nicht auszuschließen.

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Staupe beim Hund: Behandlung

Die Behandlung einer Staupeerkrankung bei einem Hund richtet sich nach der Schwere des Befalls sowie den auftretenden Symptomen. Daher gibt es kein einheitliches Behandlungsbild. In der Regel verschreibt der Tierarzt Antibiotika. Diese bekämpfen die Bakterien- und Virenformationen im Körper des Hundes. Auch schleimlösende beziehungsweise hustenstillende Mittel werden verabreicht. Leidet das Tier an Durchfall, wird Flüssigkeitsaufnahme verordnet. Ist hingegen das Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen, bleibt dem Veterinär oft nichts anderes übrig, als den Vierbeiner einzuschläfern.

Staupe beim Hund: Impfung

Am effektivsten lässt sich der Staupe bei einem Hund durch eine Impfung entgegenwirken. Zunächst wird eine sogenannte Grundimmunisierung vorgenommen. Es folgen Wiederauffrischungsimpfungen, wobei sich der Zeitpunkt der ersten Immunisierung nach dem Alter des Hundes richtet. Sinnvoll erscheint in diesem Zusammenhang eine Erstimpfung im Alter von zwei Monaten. Einen Monat später erfolgt die zweite Impfung. Die dritte Immunisierung ist für einen viermonatigen Hund ideal. Optional kann das Tier in seinem zweiten Lebensjahr eine Wiederauffrischungsimpfung erhalten. Alternativ verfügt die Veterinärmedizin über Impfstoffe, die nur einmal verabreicht werden müssen. Ihre hohe Wirksamkeit lässt eine Auffrischungsimpfung erst nach mehreren Jahren notwendig werden.

Staupe beim Hund: Spätfolgen

War ein Hund zuvor mit dem Staupevirus infiziert, kann sich als Spätfolge eine sukzessiv fortschreitende Entzündung des Hirns einstellen. Die sogenannte Enzephalitis tritt meist bei Hunden in fortgeschrittenem Alter auf. Selbst, wenn die betagten Tiere einen Infekt mit der Staupe scheinbar unbeschadet überstanden haben, überleben einige Viren in gesonderten Hirnarealen und verursachen neurologische Schäden. Während der betroffene Hund unter heftiger werdenden Schüben leidet, sind seine Artgenossen vor einer Ansteckung gefeit, denn die Viren verbleiben im Körper und werden nicht ausgestoßen.

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