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Ein Welpe muss erst lernen, dass er sein Geschäft nicht drinnen verrichten darf. (Symbolbild)

Mit Geduld und Ruhe erfolgreich

Hund stubenrein bekommen: So klappt es Schritt für Schritt

Ein Pfützchen unterm Esstisch oder ein Häufchen im Flur – wenn ein Welpe einzieht, kann es leicht zu kleinen Unfällen kommen. Diese Regeln gilt es zu beachten.

Zernien – Mit dem Ziel, den Hund stubenrein zu bekommen, suchen viele Neuhundebesitzer Hilfe bei Hundetrainern und in Hundeschulen. Der Verband ProHunde für Dogwalker & Hundetrainer betont, wie wichtig Geduld, Ruhe und einfache Grundsätze beim Training zur Stubenreinheit sind.

Hund stubenrein bekommen: Natürliches Verhalten nutzen

Hunde sind von Natur aus stubenrein. Wenn sie es vermeiden können, beschmutzen Hunde ihre Schlafstätte und direkte Wohnumgebung nicht. Die Hundemutter säubert ihre Welpen in den ersten Wochen und führt sie später, wenn genügend Platz besteht, zur Seite, damit sie sich erleichtern können. Auf dem Weg zur Stubenreinheit kann man sich diese natürliche Veranlagung zunutze machen.

Hund stubenrein bekommen: Ab wann beginnt die Erziehung?

Im besten Fall beginnt schon der Züchter mit dem Training, indem er dem Welpen ermöglicht, sich zum Beispiel im Garten zu erleichtern. Schon acht Wochen alte Welpen nutzen diese Gelegenheit, wenn sie morgens direkt in den Garten gehen dürfen. Zieht der Welpe ein, so sollte der Neuhundebesitzer sofort mit der weiteren Arbeit an der Stubenreinheit fortfahren. Gerade am Anfang gilt aber der Grundsatz: Alles kann, nichts muss. Manche Welpen lernen es schneller, andere brauchen ein bisschen länger, um das Grundprinzip der Sauberkeit im Haus zu verstehen.

Hund stubenrein bekommen: Diese einfachen Regeln beachten

Mit dem Hintergedanken, die natürlichen Sauberkeits-Mechanismen zu nutzen, haben sich die folgenden Regeln als zuverlässig erwiesen:

  • Schlafstätte nahe beim Menschen: Es ist günstig, wenn der Welpe möglichst nah neben seinem Menschen schläft. Ob das im Bett ist oder in einer Box neben dem Bett, ist eine persönliche Entscheidung. Der Welpe meldet sich mit Fiepen, wenn er nach draußen möchte.
  • Toilette anlegen: Wer immer zur gleichen Stelle geht, hat gute Chancen, dass der Hund schnell erkennt, was dort von ihm erwartet wird.
  • Zeitplanung: Je jünger der Welpe, desto kürzer die Intervalle. Länger als zwei Stunden halten Welpen kaum durch zwischen den Toilettengängen.
  • Regelmäßigkeit einplanen: Welpen erleichtern sich meistens nach dem Fressen, Schlafen und Spielen. Wer hier konsequent jedes Mal nach draußen geht, kann Unfälle fast komplett vermeiden.
  • Signale lesen lernen: Etwa ab zehn bis zwölf Wochen zeigen Welpen ihr Bedürfnis an, indem sie unruhig umherlaufen, fiepen oder gar an der Tür warten.
  • Loben und Belohnen: In den ersten Wochen kann es helfen, jedes erfolgreiche Geschäft im Freien oder der „Toilette“ im Garten ausführlich verbal oder mit Leckerli zu belohnen.
  • Ruhig bleiben: Unfälle passieren. Der Hund versteht keinerlei nachträgliche Erziehungsmaßnahmen. Kommentarloses Wegputzen und das Hinterfragen, was man als Mensch falsch gemacht hat, sind der richtige Weg im Sauberkeitstraining.

Hund stubenrein bekommen: Welche Übungen, wenn es nicht klappt?

Manche Hunde tun sich schwer, stubenrein zu werden. Vor allem Hunde, die nicht optimal aufgewachsen sind, zu früh von der Mutter getrennt wurden oder lange auf der Straße gelebt haben, brauchen besondere Aufmerksamkeit. Grundsätzlich gelten für diese Hunde ähnliche Regeln wie für Welpen, werden aber um weitere Tipps ergänzt:

  • Signal beibringen: Jedes Mal, wenn sich der Hund erleichtert, wird ein Signalwort genutzt, damit der Hund dies verbinden kann. Jeder Erfolg wird belohnt.
  • Schlafraum begrenzen: Weil die meisten Hunde ihre Schlafstätte nicht beschmutzen würden, kann es helfen, den Hund über Nacht in einer Box schlafen zu lassen. Morgens führt der erste Gang ins Freie.
  • Gründe hinterfragen: Lassen sich die Probleme nicht in den Griff bekommen, so muss eine weitere Analyse Aufschluss über die Gründe bringen.

Bei anhaltenden Schwierigkeiten ist professionelle Unterstützung ratsam. Hundetrainer und Hundepsychologen helfen hier weiter.