Wie Müll entsorgt

Hund an Weihnachten ausgesetzt – ein Jahr später wie ausgewechselt

  • schließen

Eine alte Hündin wird im vergangenen Dezember wie ein Stück Müll auf einer Straße entsorgt. Jetzt hat sie eine neue Familie gefunden und ist wie ausgewechselt.

Birmingham (England) – Eigentlich sollte es für eine Polizei-Streife aus Birmingham ein ganz normaler Arbeitstag werden. Routiniert fahren sie durch die belebte Großstadt, bis sich ihnen ein erbärmliches Bild bietet. Ein bis auf die Knochen abgemagerter Hund irrt verwirrt und bei eisigen Temperaturen an einer stark befahrenen Straße entlang.

Hund an Weihnachten ausgesetzt – ein Jahr später wie ausgewechselt

Die Beamten handeln sofort und bringen die schwache Hündin ins „Rspca“ – eine britische Tierschutzorganisation mit angrenzender Tierklinik. Dort wird erst das ganze Ausmaß sichtbar. In einer Mitteilung erklärt „Rspca“-Mitarbeiter Stephen Lee: „Die arme Molly-Moo kam in einem so erbärmlichen Zustand zu uns, sie wirkte wie innerlich gebrochen, als hätte sie die Hoffnung bereits aufgegeben. Sie war unglaublich abgemagert, die Knochen standen hervor und sie hatte ein schlimmes Hautleiden.“

Die tapfere Hündin Molly-Moo hat zum Glück ein neues Zuhause gefunden.

Hund an Weihnachten ausgesetzt – und wird in Tierklinik aufgepäppelt

Doch das sollte noch lange nicht alles sein. Anhand von Molly-Moos Mikrochip ermittelt die Polizei die Besitzer der armen Hündin. Und es stellt sich heraus, dass sie wohl vor sechs Jahren aus deren Garten gestohlen wurde. Doch jetzt können oder wollen sie das geschundene Wesen nicht mehr aufnehmen. Also fassen sich die Tierärzte der Tierschutzorganisation „Rspca“ ein Herz – Molly-Moo bleibt vorerst in der Tierklinik. Sie geben ihr ein spezielles Futter, das ihr dabei helfen soll, Gewicht zuzulegen, behandeln ihre Hautkrankheit und kümmern sich ganze sechs Monate rührend um sie.

Nachdem sie sich ausreichend erholt hat, entscheiden die Mitarbeiter der Organisation, dass es nun an der Zeit ist, für die gutmütige Hündin ein neues Zuhause zu finden. Also veröffentlichen sie auf ihrer Internetseite einen Aufruf. John Bebbington, ein 55-jähriger Schweißer aus der Nachbarstadt Leicester wird auf die Hündin aufmerksam: „Wir haben unseren Hund nach 13 Jahren gemeinsamer Zeit verloren und waren eigentlich nicht auf der Suche nach einem neuen Hund. Doch als wir das Foto von Molly-Moo sahen, waren wir Feuer und Flamme. Ihr Gesicht sah so traurig aus und ihre Geschichte war herzzerreißend. Ich bin sehr froh, dass sie nicht sprechen kann, denn ich glaube nicht, dass ich es ertragen könnte, zu hören, was sie durchgemacht hat.“

Hund an Weihnachten ausgesetzt – und bekommt eine neue Familie geschenkt

Die tierliebe Familie adoptiert Molly-Moo und anfangs wirkt sie extrem nervös. Die Eingewöhnung fällt sowohl der Hündin als auch der Familie nicht leicht. „Ich konnte sehen, wie verängstigt sie war“, sagt Bebbington. „Ihre Haut war rau wie Elefantenhaut, sie stank und überall im Haus fanden wir Schorf und Fellstücke von ihr.“

Doch die Familie gibt nicht auf und schon nach wenigen Monaten ist eine deutliche Veränderung sichtbar. „Sie ist jetzt ein völlig anderer Hund. Ihr Fell ist nachgewachsen, ihre Ohren sind verheilt und ihre Haut ist wieder weich.“ Es scheint, als ist die Hündin nun endlich in ihrem neuen Zuhause angekommen. Und trotz ihres stolzen Alters ist sie so voller Leben und genießt die gemeinsamen Ausflüge mit ihrer neuen Familie im Park. „Es ist eine wahre Freude, sie heute so glücklich zu sehen. Ich habe definitiv eine beste Freundin fürs Leben gefunden – und sie wohl auch.“ *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © RSPCA Birmingham (Facebook)