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Hund entwurmen: Häufigkeit, Kosten und was passiert, wenn Sie es nicht tun

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Ein Dackel frisst Hundefutter aus einem Napf. (Symbolbild)
Einige Wurmkuren für Hunde können einfach mit zum Futter gegeben werden. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Beim Thema Hund entwurmen scheiden sich die Geister. Die einen halten regelmäßiges Entwurmen für unerlässlich, die anderen geben die Medikamente bei Bedarf.

Frankfurt am Main – Jeder Hund kann sich mit Würmern infizieren. Wenn der Vierbeiner spaghettiartige Würmer spuckt oder es im Kothaufen wimmelt, ist das für die meisten Besitzer schockierend. Spätestens dann ist es an der Zeit, den Hund zu entwurmen. Doch ist es tatsächlich sinnvoll, jeden Hund einmal pro Quartal zu entwurmen? Nach Auffassung des „Bundesverbands Praktizierender Tierärzte“ (bpv) lautet die Antwort: Es kommt darauf an.

Hund entwurmen: Warum es wichtig ist

Würmer sind Parasiten, die im Körper des Hundes leben. Ein gutes Beispiel sind die weitverbreiteten Spulwürmer. Schluckt der Hund deren Eier, schlüpfen im Darm Larven, die sich durch die Darmwand bohren und in die Blutgefäße eindringen. Ein Teil der Parasiten wandert in die Organe oder Muskeln und verkapselt sich dort. Der andere Teil erreicht die Lunge und bohrt sich durch das Gewebe heraus. Der Hund hustet die Fremdkörper hoch und schleckt sie ab. Wieder im Darm angelangt, ist der Entwicklungszyklus beendet. Die neuen Spulwürmer sind nun geschlechtsreif. Sie entziehen dem Hund über die Darmschleimhaut Nährstoffe und legen Eier, die mit dem Kot ausgeschieden werden.

Das Beispiel zeigt: Nimmt der Wurmbefall überhand, schaden die Parasiten dem Hund. Sie schwächen seinen Körper und richten Schäden an den Organen an. Außerdem sind einige Würmer wie beispielsweise der Fuchsbandwurm auf den Menschen übertragbar und für die Gesundheit sehr gefährlich. Daher ist es wichtig, einen Hund regelmäßig zu entwurmen oder zumindest über Kotproben einen deutlichen Wurmbefall auszuschließen.

Hund entwurmen: Häufigkeit

Wie oft die Besitzer einen Hund entwurmen sollten, hängt von dessen Alter und den Lebensumständen ab. Welpen infizieren sich bereits im Mutterleib und über die Muttermilch mit Spulwürmern, denn die im Gewebe verkapselten Larven werden durch die Hormonumstellung bei einer Trächtigkeit aktiv. Die inaktiven Larven im Gewebe lassen sich nicht mit einer Wurmkur abtöten. Daher gilt:

Frisst ein Hund Kot, Kleinnager wie Mäuse oder geht er mit auf die Jagd und beißt dort in Wild, wird empfohlen, den Hund monatlich zu entwurmen. Alternativ kann eine Kotprobe zur Untersuchung eingereicht werden. Empfehlenswert ist eine Sammelprobe von drei aufeinanderfolgenden Tagen. Wird bei einem Vierbeiner ein Befall nachgewiesen, reicht es meist nicht aus, den Hund einmal zu entwurmen. Die meisten Parasiten erfordern mehrere Gaben nach einem festgelegten Schema.

Hund entwurmen: Kosten und Vorgehen

Die Kosten für eine Wurmkur richten sich nach dem Gewicht des Hundes. Üblich sind Beträge zwischen fünf und 15 Euro für eine Dosis. Für Welpen sind Medikamente in flüssiger Form erhältlich, die per Spritze ohne Kanüle direkt in das Maul eingegeben werden. Für alle bereits selbstständig fressenden Hunde bietet die Pharmaindustrie mittlerweile Tabletten mit attraktivem Aroma an. Die meisten Vierbeiner akzeptieren die Kautabletten als Leckerbissen, was es enorm erleichtert, den Hund zu entwurmen. Normale Anti-Wurmtabletten dagegen müssen tief in das Maul gegeben und das Tier zum Schlucken animiert werden. Denn viele Hunde finden die Medikamente selbst in Leckerbissen wie Wurst oder Käse und sortieren sie zielsicher aus.

Bevorzugt der Halter eine Kotuntersuchung, um nicht unnötig zu entwurmen, fallen Laborkosten in Höhe von 15 bis 30 Euro an. Ist ein Wurmbefall nachgewiesen, ist es nicht sinnvoll, den Hund natürlich zu entwurmen. Medikamente sind erheblich wirksamer. Zur Vorbeugung ist die Gabe von als wurmwidrig angesehenen Futterzusätzen wie Möhren, Kokosraspeln, Kokosöl oder Ananas aber keinesfalls schädlich.

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