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Hunde erkennen Afrikanische Schweinepest: Supernase Lili sucht nach Kadavern

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Von: Sina Lück

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest rüstet sich Sachsen-Anhalt mit einer vierbeinigen Supernase. Mit ihrem feinen Geruchssinn sucht Spürhündin Lili nach Wildschweinkadavern.

Magdeburg (Sachsen-Anhalt) – Den Geruch eines Wildschweins aufnehmen: Das ist künftig der Job von Kadaversuchhündin Lili. Mit ihrer Supernase soll die zweijährige Belgische Schäferhündin im Kampf gegen die Afrikanischen Schweinepest (ASP) helfen. Damit bereitet sich Sachsen-Anhalt auf den Ernstfall vor. Denn in den Nachbarländern Brandenburg und Sachsen ist die Schweinepest bereits ausgebrochen.

Hunde erkennen Afrikanische Schweinepest: Supernase Lili sucht nach Kadavern

„Die wichtigste Aufgabe in betroffenen Gebieten ist das schnelle Auffinden von verendeten Kadavern, da diese hochinfektiös sind“, erklärt Landwirtschaftsminister Sven Schulze den Hintergrund. „Der Einsatz von Suchhunden wird ein Schwerpunkt bei der Bekämpfung der ASP sein. Die Tiere helfen uns dort weiter, wo Mensch und Technik an ihre Grenzen stoßen.“ Denn Lili gelangt auch in schwer zugängliches Gelände und ins tiefste Dickicht. Spürt sie ein totes Tier auf, muss auch die Umgebung gründlich abgesucht werden. Manchmal hilft auch ein Suchhund, wenn Hunde ausgebüxt sind.

„Bei der ASP handelt es sich um ein nicht auf den Menschen übertragbares, aber für Tiere hoch ansteckendes Virus, das sehr beständig ist. Daher freuen wir uns, dass Lili uns im Falle eines ASP-Ausbruchs bei der Suche nach verendeten Wildschweinkadavern unterstützt“, betont Schulze. Neben Wildschweinen können auch Hausschweine von der tödlich verlaufenden Tierseuche betroffen sein. Die Übertragung erfolgt direkt durch den Kontakt mit infizierten Tieren und Kadavern oder indirekt durch die Aufnahme von Speiseabfällen und Schweinefleischerzeugnissen.

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest rüstet sich Sachsen-Anhalt mit einer vierbeinigen Supernase. Mit ihrem feinen Geruchssinn sucht Spürhündin Lili nach Wildschweinkadavern.
Schäferhündin Lili ist die erste einsatzfähige Kadaversuchhündin in Sachsen-Anhalt. © Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten

Hunde erkennen Afrikanische Schweinepest: Lili zeigt ihren Fund durch Bellen an

Wie sie Wildschweinkadaver erfolgreich findet, hat die Malinois-Dame während ihrer Ausbildung bei der Diensthundführerschule der Landespolizei in Pretzsch gelernt. Auf dem Stundenplan von Lili standen drei wichtige Lernziele: Wildschweinkadaver systematisch suchen, aufspüren und durch lautes Bellen sicher anzeigen. Letzteres ist wichtig, weil sie bei der Suche ohne Leine unterwegs ist und sich nicht immer in Sichtweite befindet. Das intensive Hundetraining hat sich ausgezahlt: Im April hat der Spürhund die Ausbildung mit Bravour bestanden.

Immer an Lilis Seite ist Hundeführerin und Forstinspektorin Viktoria Große, die nun das Können von Sachsen-Anhalts erster Kadaversuchhündin vorgeführt hat. Obwohl die Beiden bisher nur für den Ernstfall trainiert haben, ist die Treffsicherheit nach Einschätzung der 33-jährigen Hundeführerin selbst bei den besten Verstecken sehr hoch. „Ich habe noch nicht erlebt, dass sie etwas nicht gefunden hat“, erklärt Große gegenüber stern.de. Ab sofort ist das eingespielte Team im ganzen Land einsatzbereit. Auch die Bahn setzt Spürhunde ein, um seltene Tiere zu schützen.

Hunde erkennen Afrikanische Schweinepest: Auch NRW bildet Spürhunde aus

In Zukunft will das Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten noch weitere Kadaversuchhunde ausbilden lassen. Auch Nordrhein-Westfalen setzt auf den Einsatz von Vierbeinern mit Supernase. Dafür erhält das Land eine eigene Suchhundestaffel zur Eindämmung der Tierseuche. Die Ausbildung der Vierbeiner im Kampf gegen die drohende Afrikanische Schweinepest findet derzeit in Olpe im Sauerland statt.

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