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Ein frisch gebadeter Jack Russel Terrier (Symbolbild)

Gesund und vital

Hunde-Pflege: Fell, Zähne, Krallen & Co. – das sollten Besitzer beachten

Wer einen Hund hält, muss diesen auch artgerecht versorgen und rassetypisch pflegen. Das A und O der Pflege gibt es hier kompakt zusammengefasst.

Dortmund – Nicht ohne Grund heißt es, dass der Hund der beste Freund des Menschen sei. Die Vierbeiner begleiten den Menschen bereits seit Jahrtausenden und unterstützen ihn während des Alltags. Ob als Jagdhund, Hütehund, Treibhund, Blindenhund oder einfach als guter Gesellschafter: Hunde haben sich extrem an das Leben mit Menschen angepasst – und der Mensch hat mit den Hunderassen ideale Geschöpfe für die verschiedensten Aufgaben geschaffen. Daher trägt der Mensch auch die Verantwortung für die richtige Pflege seines Vierbeiners.

Pflege: Fellpflege beim Hund

Hund ist nicht gleich Hund. Welche Pflege das Fell eines Vierbeiners benötigt, das hängt stark von der jeweiligen Fellstruktur ab. Experten unterscheiden zwischen einschichtigem und zweischichtigem Fell. Ein Hund mit einem einschichtigen Fell besitzt ausschließlich Deckhaar. Dieses kann harsch und fest sein wie zum Beispiel beim Deutschen Boxer oder weich und dem Menschenhaar ähnlich wie zum Beispiel beim Yorkshire Terrier oder dem Pudel. Hunde mit zweischichtigem Fell besitzen Deckhaar und zusätzlich weiche, wärmende Unterwolle. Die Kombination aus Deckhaar und Unterwolle gibt es ebenfalls in allen Haarlängen. Zweischichtiges Fell hat ein kurzhaariger Mops, ebenso wie stockhaariger Deutscher Schäferhund, ein rauhaariger Airedale Terrier oder ein langhaariger Collie. Grundsätzlich gilt:

  • Kurzhaariges Fell wird regelmäßig gebürstet, um loses Haar zu entfernen. Im Fellwechsel und im Sommer bietet es sich an, die Unterwolle auszukämmen. Der Fachhandel bietet dafür spezielle Trimmstriegel an.
  • Stockhaariges Fell wird ebenso gepflegt. Hier ist es wichtig, dass die Zinken der Bürste oder des Kamms bis auf die Haut reichen, damit sich kein Filz bildet.
  • Langhaarige Hunde erfordern ebenfalls regelmäßiges Kämmen und Bürsten und bei Bedarf das Ausdünnen der Unterwolle.

Spezielle Pflege des Fells beim Hund

Hat ein Hund längeres Haar, das einschichtig ist, dann gehört neben dem gründlichen Kämmen oder Bürsten auch der regelmäßige Schnitt dazu. Das Scheren von Rassen wie dem Pudel und das Schneiden von langhaarigen Exemplaren wie dem Yorkshire Terrier übernehmen professionelle Hundesalons. Auch viele Züchter kümmern sich um die Pflege des Fells bei von ihnen gezüchteten Hunden und geben das notwendige Wissen oft gern an den Besitzer weiter. Wer nicht gerade eine Ausstellung besuchen möchte, kann sich durchaus selbst an die spezielle Pflege des Fells beim Hund wagen.

Rauhaarige Rassen besitzen ein harsches Deckhaar und weiche Unterwolle. Das Besondere an dieser Fellstruktur, mit der zum Beispiel rauhaarige Terrier wie der Foxterrier oder der Schnauzer ausgestattet sind, ist, dass das abgestorbene Haar nicht komplett von selbst ausfällt. Das tote Fell bleibt im Haarschaft stecken und das neue Haar kann nur dünn und schwach nachwachsen. Neben untypisch weichem Haar und einer „verwaschenen“ Farbe zeigen nicht korrekt gepflegte rauhaarige Hunde oft starken Juckreiz. Hier gilt es, zusätzlich zum Kämmen und Bürsten das reife Haar mit einem Trimmmesser zu entfernen.

Pflege beim Hund – Zahnpflege

Gesunde Zähne sind wichtig für das Wohlbefinden und die Gesundheit jedes Vierbeiners. Und doch leiden statistisch gesehen bereits 85 Prozent aller Hunde unter Zahnstein, entzündetem Zahnfleisch und ähnlichen Beschwerden, wenn sie drei Jahre alt sind. Dabei pflegen Hunde mit einer natürlich geformten (wolfsähnlichen) Schnauze ihre Zähne selbst, sofern der Mensch ihnen die Möglichkeit dazu gibt. Gut zur Vermeidung von Zahnbelag (Plaque), der den Grundstein für alle weiteren Zahnprobleme legt, sind folgende Produkte geeignet:

  • Rohes Muskelfleisch und Pansen am Stück erfordern viel Kauarbeit, dabei reinigen diese die Zähne und fördern über die unvermeidliche Massage die Durchblutung des Zahnfleisches.
  • Baumwolltaue und anderes Kauspielzeug animiert die Tiere dazu, darauf herumzubeißen, und reibt dabei ganz natürlich Beläge ab.
  • Bewegung an der frischen Luft regt den Speichelfluss an und spült Bakterien aus der Maulhöhle.

Hunde mit verkürzter Schnauze oder Zwergrassen wie der Chihuahua und Toy Terrier neigen zu Zahnproblemen, da im Maul oft zu wenig Platz für die Zähne ist. Hier ist es empfehlenswert, den Hund bereits im Welpenalter an die Pflege der Zähne mit Zahncreme, Zahnbürste oder Fingerling zu gewöhnen.

Pflege des Haustiers: Ohrpflege beim Hund

Theoretisch benötigen die Ohren eines Hundes keine Pflege, allerdings gibt es durch die Zucht Ohrtypen, die regelmäßige Kontrollen und Pflegemaßnahmen erfordern und die anfällig für Erkrankungen wie Ohrentzündungen durch Bakterien und Pilze sind. Außerdem können beim Hund ebenso wie bei der Katze Ohrmilben auftreten. Diese Parasiten vermindern beim Vierbeiner ähnlich wie Flöhe oder Zecken die Lebensqualität. Anfällig für Beschwerden an den Ohren sind unter anderem Hunde, die sich durch folgende Merkmale auszeichnen:

  • schwere, hängende Ohren, die schlecht durchlüftet sind wie zum Beispiel beim Basset Hound
  • Ohren mit starkem Haarwuchs im Gehörgang (zum Beispiel beim Pudel)
  • Hunde mit Allergien gegen Futtermittel oder Umwelteinflüssen wie Pollen
  • Exemplare mit gesteigerter Produktion von Cerumen (Ohrenschmalz)

Es ist empfehlenswert, die Ohren des Hundes einmal täglich zu kontrollieren. Ein gesundes Ohr ist trocken, die Haut erscheint nicht geschwollen oder gerötet und das Ohr riecht nicht stark unangenehm. In der Zeit der Reifung von Getreide und Gräsern ist es sinnvoll, die Gehörgänge nach dem Spaziergang auf Grannen (borstenartige Spitzen an Gras- und Getreidekörnern) zu überprüfen und diese gegebenenfalls zu entfernen.

Hunde-Pflege: Spezielle Ohrpflege beim Hund

Erscheint das Ohr des Hundes stark verschmutzt, gereizt oder neigt der Vierbeiner zu einer starken Bildung von Ohrenschmalz, ist eine regelmäßige Ohrreinigung erforderlich. Besitzer stehen für die Pflege der Ohren folgende Möglichkeiten zur Wahl:

  • Hundehalter können sich ein mit lauwarmen Wasser angefeuchtetes Baumwolltüchlein um den Zeigefinger wickeln und damit den äußeren Gehörgang auswischen.
  • Im Fachhandel und beim Tierarzt sind spezielle Ohrreiniger für den Hund erhältlich. Die Reinigungsflüssigkeit wird in das Ohr eingeträufelt, danach massiert der Besitzer die Ohrmuschel von außen. Im Anschluss schüttelt der Hund instinktiv die Flüssigkeit aus dem Ohr und der gelöste Schmutz wird dabei ebenfalls herausgeschleudert.

Ohrenstäbchen für die Ohrenpflege beim Menschen und ähnliche Hilfsmittel dürfen niemals beim Hund eingesetzt werden. Diese könnten bei einer Abwehrbewegung des Tieres das Trommelfell durchstoßen und schwere Verletzungen auslösen.

Ist das Ohr eines Hundes entzündet oder von Milben befallen, reicht die klassische Ohrenpflege zur Behandlung nicht aus. In diesem Fall ist der Hund einem Tierarzt vorzustellen, der die Diagnose stellt und die passenden Medikamente verordnet. Maßnahmen zur Pflege können den Heilungsprozess unterstützen.

Hunde-Pflege: Krallenpflege beim Hund

Bei den meisten Vierbeinern nutzen sich die Krallen an den Pfoten durch die Bewegung während der Spaziergänge von selbst ab. Anders sieht das bei den sogenannten Daumenkrallen aus, die sich an der Innenseite der Vorderbeine befinden. Früher wurden diese bei den wenige Tage alten Welpen amputiert, das erlaubt das Tierschutzgesetz nicht mehr. Da diese Krallen keinen Bodenkontakt haben, wachsen sie unkontrolliert und können beim Hängenbleiben zu schweren Verletzungen des Hundes führen. Das gilt auch für die Afterzehen, auch Wolfskrallen genannt, die einige Hunderassen einzeln oder in doppelter Form an den Hinterbeinen besitzen (zum Beispiel Berger de Brie, Beauceron, Kangal). Außerdem ist die Krallenpflege in folgenden Fällen nötig:

  • bei alten und kranken Hunde mit wenig Bewegung
  • bei sehr harten Krallen und schnellem Krallenwachstum
  • bei Auslauf nur auf weichen Böden

Die Kralle eines Hundes ist zu lang, wenn sie im Stand den Boden berührt. Eine federnde Bodenberührung im Lauf ist dagegen in Ordnung, der Kontakt schleift das Horn. Die Pflege der Krallen beim Hund besteht darin, diese bei Bedarf zu kürzen. Tierärzte und Hundesalons übernehmen diese Aufgabe.

Baden als Pflege beim Hund

Baden nimmt dem Hund die schützende Fettschicht des Fells und macht ihn anfällig für Witterungseinflüsse. Daher sollte das Baden in der Pflege des Vierbeiners nur genutzt werden, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Ein mildes Hundeshampoo schont die Balance der Hautbarriere und reinigt gründlich. Ist das Wälzen in stinkendem Unrat der Anlass für das Baden, wirken passierte Tomaten hervorragend und oft besser als Shampoo, um den Geruch zu eliminieren. Doch Achtung! Helle Hunde schimmern nach der Anwendung oft einige Tage rötlich oder orange.