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Hunde als Helfer des Menschen: Was Therapie- und Blindenhunde tolles leisten

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Ein Welpe kaut auf einem Knochen. (Symbolbild)
Die langsame Ausbildung eines Therapiehundes kann schon im Welpenalter beginnen. (Symbolbild) © stock&people/Imago 

Den ganzen Tag nur auf der Couch? Nicht für diese „Super-Dogs“! Ausgebildete Assistenzhunde, wie Blindenhunde, sowie Therapiehunde sind zum Wohle des Menschen unterwegs.

Berlin – Therapie- und Assistenzhunde gewinnen zunehmend an Bedeutung. Denn sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Allgemeinheit. Sie helfen Menschen mit Einschränkungen, ihren Alltag besser zu bewältigen oder Kranken, schneller zu genesen. Assistenzhunde unterstützen Menschen mit physischen und psychischen Einschränkungen bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Therapiehunde verbessern den Behandlungserfolg.

Der Hund als Helfer – tierische Unterstützung

Der Hund ist nicht nur der beste Freund des Menschen, sondern in vielen Bereichen auch ein unverzichtbarer Helfer. Während er früher zum Bewachen und Treiben der Herden, zum Schutz von Haus und Hof oder zur Unterstützung bei der Jagd gehalten wurde, etablieren sich in der modernen Gesellschaft zunehmend neue „Jobs“ für die Vierbeiner. So finden Hunde Anstellung bei der Polizei, beim Militär und beim Zoll. Sie vertreiben Wild auf Flughäfen oder helfen, vermisste Personen und Tiere wiederzufinden. Das sind die Top Six der „Hundejobs“:

Der Hund als Helfer – Therapie und Assistenzhunde, was ist der Unterschied?

Assistenz und Therapie sind noch relativ junge Aufgabenbereiche für arbeitswillige Hunde. Dabei dürfte es schon lange Blindenhunde geben, bereits in der Straßburger Bettelordnung von 1464 bis 1506 findet sich der Hinweis darauf, dass ein Bettler keine Hunde halten dürfte, außer „er wäre blind und brauchte ihn“. Der Deutsche Verein für Sanitätshunde wurde 1893 gegründet. Er konnte den ersten ausgebildeten Blindenhund im Jahr 1916 übergeben.

Heute haben sich neben dem Blindenhund zahlreiche, zum Teil sehr spezifische, Aufgabenfelder gebildet. Aber was ist der wesentliche Unterschied zwischen einem Assistenzhund und einem Therapiehund? Assistenzhunde unterstützen ihren Menschen „in Vollzeit“ und leben mit ihm unter einem Dach zusammen. Dagegen besuchen Therapiehunde eine therapeutische Einrichtung zu festgelegten Zeiten. Therapiehunde sind nicht jeden Tag für mehrere Stunden „auf der Arbeit“, sondern haben genügend Freizeit, um ein normales „Hundeleben“ zu führen.

Der Hund als Helfer – Blindenhunde & Co.: Das sind die bekanntesten Assistenzhunde-Jobs

Der bekannteste Assistenzhund ist der Blindenhund – aber heute gibt es vielfältige Behinderungen oder chronische Krankheiten, in denen Assistenzhunde zum Einsatz kommen. Die Hunde verhelfen ihrem Menschen zu mehr Selbstständigkeit im Alltag. Ihre Ausbildung wird individuell an die Bedürfnisse des Menschen angepasst.

Das sind die bekanntesten Aufgabengebiete für Assistenzhunde:

Blindenführhund

Der Blindenführhund gibt seinem sehbehinderten menschlichen Partner Sicherheit im täglichen Leben und übernimmt im Straßenverkehr oder in Gebäuden das Sehen. Der Hund führt den Halter um Hindernisse herum, unter niedrigen Türen hindurch oder weist den Weg über unebenes Terrain. Die Ausbildung zum Blindenhund ist anspruchsvoll und dauert rund zweieinhalb Jahre.

Behindertenbegleithund/LPF-Assistenzhund

Ein Behindertenbegleithund ist ein wahres Allroundtalent. Er unterstützt Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Er kann heruntergefallene Gegenstände aufheben oder sogar die Wäsche aus der Trommel holen. Der LPF-Assistenzhund – LPF steht dabei für „lebenspraktische Fähigkeiten“ – kann den Lichtschalter betätigen, Türen öffnen und schließen. LPF-Assistenzhunde unterstützen ihren Menschen beim Aufstehen, An- und Ausziehen. Vor allem aber hat der Behindertenbegleithund gelernt, in kritischen Situationen Hilfe zu holen.

Mobilitätsassistenzhund

Der Mobilitätsassistenzhund unterstützt seinen Menschen beim Gehen. Dabei trägt der Hund ein spezielles Geschirr, an dem sich der Partner festhält.

Diabetikerwarnhund

Der ausgezeichnete Geruchssinn prädestiniert Hunde dazu, bestimmte Gefahrensituationen im Voraus erschnüffeln zu können. So warnt der Diabetikerwarnhund den Diabetiker rechtzeitig vor der drohenden Unterzuckerung. Nach demselben Prinzip arbeiten alle medizinischen Warnhunde, zum Beispiel Asthmawarnhunde, Epilepsiewarnhunde und Schlaganfallwarnhunde. Auch bei Narkolepsie, Addison-Krisen und Herzerkrankungen können medizinische Warnhunde bedrohliche Situationen erkennen und Hilfe verständigen.

PTBS-Assistenzhund

PTBS steht für Posttraumatische Belastungsstörung. Betroffenen hilft der so ausgebildete Hund, in dem er Flashbacks und Dissoziationen unterbricht und bei Panikattacken den Menschen an einen ruhigen Ort führt. Er schafft Distanz, geht in für den Menschen bedrohlichen Situationen und Orten voraus, vermittelt Ruhe und Sicherheit. Ähnliche Aufgaben übernimmt ein Autismushund oder ein Assistenzhund für Menschen mit psychischen und psychiatrischen Erkrankungen.

Der Hund als Helfer – hier kommen Therapiehunde zum Einsatz

Das Terrain für Therapiehunde erstreckt sich auf Krankenhäuser, Kliniken, heilpädagogische Praxen, Seniorenheime und Schulen. Der Therapiehund lebt in der Regel im Haus seines Besitzers, der meist in einem therapeutischen oder medizinischen Beruf arbeitet. Der Therapiehund bildet zusammen mit dem professionellen Hundeführer ein eingespieltes Team, das in der tiergestützten Therapie zum Einsatz kommt und so Menschen mit einer medizinischen, neurologischen oder psychischen Indikation hilft. Oftmals unterstützen Therapiehunde den Kranken allein durch ihre Anwesenheit. Der Therapiehund ist eng in den Therapieverlauf eingebunden.

Darüber hinaus gibt es Besuchshunde, deren Aufgabe in erster Linie darin besteht, durch eine offene Begegnung zwischen Mensch und Hund zum Wohlbefinden der Patienten beizutragen.

Hunde als Helfer – Anwendungen

Therapiehunde kommen bei einer Vielzahl von Erkrankungen zum Einsatz. Die wichtigsten sind:

Der Therapiehund wirkt auf mannigfaltige Art und Weise auf den Menschen ein und ist in der Lage, sowohl im psychologischen, sozialen als auch im physiologischen Bereich Erfolge zu erzielen. Dazu gehören zum Beispiel:

Der Hund als Helfer – diese Eigenschaften müssen Hunde mitbringen

Ein Therapie- und Assistenzhund muss folgende Eigenschaften aufweisen:

Der Hund als Helfer – geeignete Rassen

Bringt ein Hund die oben genannten Eigenschaften mit, ist die Rasse oft zweitrangig. Bei Assistenzhunden gilt: Die Größe sollte zum Aufgabengebiet passen. Als Blindenhund kommen daher meist größere Rassen wie der Deutsche Schäferhund zum Einsatz, auch ein Mobilitätsassistenzhund sollte entsprechend groß und kräftig sein. Andere Assistenzhunde können eine Nummer kleiner ausfallen. Vor allem folgende Rassen sind als Assistenzhund geeignet:

Als Therapiehunde eignen sich alle Gesellschafts- und Begleithunde, aber auch Rassen, die ursprünglich dafür gezüchtet wurden, eng mit dem Menschen zusammenzuarbeiten, wie Hütehunde oder bestimmte Jagdhunde. Als Therapiehunde werden häufig folgende Rassen eingesetzt:

Hunde als Helfer – sonstige Voraussetzungen

Auch der Halter muss eine bestimmte Sachkunde nachweisen können. So müssen Hund und Halter zum Beispiel in regelmäßigen Abständen ihre Einsatzfähigkeit in einer Prüfung beweisen, um im Rettungsdienst arbeiten zu können. Auch für den Einsatz von Therapiehunden ist eine staatliche Prüfung vorgesehen.

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