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Die richtige Hundehaltung: Kosten, Erstausstattung und Erziehungstipps

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Ein Labrador Retriever genießt den Aufenthalt im Grünen mit seinem Menschen (Symbolbild)
Ein Labrador Retriever genießt den Aufenthalt im Grünen mit seinem Menschen (Symbolbild) © Sergey Nivens/IMAGO

Hundehaltung, auch in der Stadt, wird immer beliebter. Mögliches Konfliktpotenzial im Umfeld kann der Halter durch die richtige Erziehung des Vierbeiners vermindern.

Berlin – Der Wunsch nach dem eigenen Hund ist groß. Immer mehr Deutsche erfüllen sich diesen Traum. Zusätzlich begünstigt wurde der Hundeboom durch die Coronakrise – im Juni 2020 wurden bei der Tierschutzorganisation Tasso e.V. rund 25 Prozent mehr Hunde registriert als im Vorjahresmonat.

Hunde-Haltung – wichtige Tipps

Rund 10,7 Millionen Hunde leben in deutschen Haushalten, so eine Erhebung für den Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V. und den Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF). Hundehaltung ist zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden, allein für Hundefutter geben die Deutschen pro Jahr knapp 1,6 Milliarden Euro pro Jahr aus. Insgesamt belief sich laut der Heimtierstudie der Universität Göttingen 2019 die gesamtwirtschaftliche Nachfrage durch die Hundehaltung auf 5,6 Milliarden Euro. Die eigene Tierhalterbefragung im Rahmen der Studie fördert weitere interessante Fakten zur Hundehaltung in Deutschland zutage:

Hundehaltung – eine Frage von Zeit und Raum

Wichtige Überlegungen vor der Anschaffung des Hundes sind:

Hunde-Haltung: Kosten rund um den Hund

Neben dem Zeitfaktor spielt der Kostenfaktor eine erhebliche Rolle. An Kosten fallen für einen Hund im Schnitt an:

Dazu kommen Kosten für Operationen, für die Hundeschule, für Spielzeug und Leckerchen, die je nach Hund und persönlichen Vorlieben des Hundehalters unterschiedlich ausfallen können.

Hunde-Haltung – das gehört zur Ausstattung

Wer einen Hund hält, braucht eine gewisse Grundausstattung. Dazu gehören:

Hunde-Haltung – Informationen zum Verhalten

Haushunde (Canis lupus familiaris) stammen direkt vom Wolf ab. Durch die Domestikation hat der Haushund gelernt, sich an die menschliche Umgebung anzupassen. Dadurch haben sich bestimmte Verhaltensweisen gegenüber dem Urahn Wolf geändert, zum Beispiel:

Einige Verhaltensweisen sind bei Hund und Wolf jedoch identisch:

Rassespezifisches Verhalten von Hunden

Darüber hinaus hat der Mensch über Selektion und Zucht Hunderassen für bestimmte Aufgaben geschaffen. Diese Hunderassen zeigen gewisse Charaktereigenschaften besonders ausgeprägt. Beispiele:

Hütehunde

Rassebeispiele: Australian Shepherd, Border Collie

Besonderheiten im Verhalten:

Treibhunde

Rassebeispiele: Welsh Corgi, Australian Cattle Dog

Besonderheiten im Verhalten:

Wachhunde

Rassebeispiele: Fila Brasileiro, Leonberger, Hovawart, Deutscher Spitz

Besonderheiten im Verhalten:

Gebrauchshunde

Rassebeispiele: Rottweiler, Riesenschnauzer

Besonderheiten im Verhalten:

Jagdhunde, hier: Erdhunde

Rassebeispiele: Jagdhunde, hier: Erdhunde

Jagdhunde, hier: Stöberhunde

Rassebeispiele: Cocker-Spaniel

Besonderheiten im Verhalten:

Jagdhunde, hier: Bracken/Laufhunde

Rassebeispiele: Bracke, Beagle, Basset

Besonderheiten im Verhalten:

Apportierhunde

Rassebeispiele: Golden Retriever

Besonderheiten im Verhalten:

Windhunde

Rassebeispiele: Greyhound, Afghanischer Windhund, Whippet

Besonderheiten im Verhalten:

Schlittenhunde

Rassebeispiele: Husky, Alaskan Malamute

Besonderheiten im Verhalten:

Hundehaltung – alles zur Erziehung des Vierbeiners

Der Erziehung des Hundes kommt eine große Bedeutung zu. Schließlich soll der Hund ein angenehmer Zeitgenosse sein. Er soll sich unauffällig in das Familienleben einfügen, mehrere Stunden alleine bleiben können und ein geduldiger Spielkamerad der Kinder sein. Mit Artgenossen soll er sich vertragen, kein Aggressionsverhalten gegenüber Mensch und Tier zeigen. Dass der Hund stubenrein sein muss und nicht die Wohnungseinrichtung zerstört, gehört zu den Basics des Hunde-Einmaleins.

Dabei haben sich die Methoden der Hundeerziehung in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Als der Hund noch überwiegend als Nutztier gehalten wurde – zum Beispiel als Helfer bei der Herde, auf der Jagd oder zum Schutz des Hofes –, waren aversive Erziehungsmaßnahmen und Strafen bei Fehlverhalten des Hundes an der Tagesordnung. Heute werden Hunde zumeist als Familienhunde gehalten und entsprechend auch als Mitglied der Familie angesehen. Dies ging mit einem grundsätzlichen Paradigmenwechsel in der Hundeausbildung einher. Nicht zuletzt durch populäre Fernsehformate wie Martin Rütters „Der Hundeprofi“ gewinnen sanfte Erziehungsmethoden an zunehmender Bedeutung. Der moderne Erziehungsstil stellt zum einen klare Regeln auf („der Hund darf nicht ins Bett“) und setzt dem Hund Grenzen, baut aber hauptsächlich auf das Prinzip der „positiven Bestärkung“, in dem richtige Verhaltensweisen des Vierbeiners belohnt werden. Begleitet wird die Hundeerziehung von Auslastung des Hundes durch sinnvolle Beschäftigung, zum Beispiel über Nasenarbeit wie Mantrailing.

Hundehaltung – so lernen Hunde

Ein Hund lernt über Verknüpfungen. Das heißt: Innerhalb kürzester Zeit werden verschiedene Ereignisse mit Sinneseindrücken wie Hören, Riechen, Sehen oder Spüren verbunden. Damit Hunde generalisieren, also ein bestimmtes Signal als allgemeingültig erkennen können, braucht es einige Tausend Wiederholungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und an verschiedenen Orten. Beispiel: Hat der Hund zuerst im Garten gelernt, einem Bewegungsreiz wie einem fliegenden Ball nicht hinterher zu rennen, muss dieses Training unter Ablenkung und an ganz unterschiedlichen Orten wiederholt werden, damit das Kommando („warten“) auch wirklich in jeder Situation sitzt.

Durch die Verknüpfung lernt der der Hund auch, dass ein bestimmtes Verhalten eine Reaktion seines Menschen hervorruft. Ist die Reaktion angenehm (Belohnung), lernt der Hund, dass dies ein erwünschtes Verhalten seinerseits ist. Ruft hingegen eine Handlung eine negative Reaktion (Strafe) oder keine Reaktion des Hundehalters hervor, lernt der Hund, dass das gezeigte Verhalten nicht erwünscht oder nicht lohnenswert ist.

Anstatt dem Hund nur über Strafe zu zeigen, dass ein Verhalten nicht gerne gesehen ist, hat der Hundeführer die Möglichkeit, dem Tier ein Alternativverhalten anzubieten. So kann der Hund in kritischen Situationen für das Alternativverhalten (ins Sitz gehen, Blickkontakt mit dem Halter suchen) belohnt werden, anstatt ihn für das unerwünschte Verhalten (Reh jagen) zu bestrafen.

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