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Haarausfall kann ein Anzeichen für Lupus sein. (Symbolbild)

Autoimmunkrankheit

Hundekrankheit Lupus: Selten, aber bei Symptomen rechtzeitig handeln

Bei Lupus handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die auch Hunde betreffen kann. Verschiedene Symptome treten auf und müssen einzeln behandelt werden.

Paris – Der Dermatologe Pierre Louis Alphée Cazenave war der Erste, der im Jahr 1851 die Krankheit Lupus in einer wissenschaftlichen Form beschrieb. Lupus ist eine eher selten vorkommende Autoimmunerkrankung, doch sie trifft nicht nur Menschen. Auch bei Hunden ist ein Auftreten möglich.

Hundekrankheit Lupus: Was ist das?

Lupus basiert auf der Bildung von Autoantikörpern. Das bedeutet, dass sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen wendet und sie bekämpft. Bei gesunden Hunden greift das Immunsystem lediglich Krankheitserreger an. Im Falle einer Lupuserkrankung unterscheidet der Körper aber nicht mehr zwischen gesunden und fremden bzw. kranken Zellen. Lupus kann fast sämtliche Körperteile und Organe betreffen. Beim Hund kommen drei verschiedene Varianten vor:

  • systemischer Lupus erythematodes (SLE)
  • cutaner Lupus erythematodes (CLE)
  • diskuider Lupus erythematodes (DLE)

Hundekrankheit Lupus: Die Symptome

Beim SLE richten sich die Symptome nach betroffenen Regionen. Meistens sind der Bewegungsapparat und die Haut betroffen. Typisch sind geschwollene Gelenke, Muskelentzündungen und Lahmheiten. Die Symptome treten meistens in einer Kombination mit Hautrötungen, Blasen, Krusten und Pusteln auf. Ebenso kann Haarausfall auftreten. Oftmals zeigt sich bei den Hunden eine Blutarmut und sie haben hohes Fieber. Das ist entweder lang anhaltend oder kommt in Schüben. An den Schleimhäuten sind meistens gut erkennbare, auffällige Veränderungen zu finden. Manchmal sind Herzerkrankungen und Hirnhautentzündungen eine Folge des systemischen Lupus beim Hund.

Der CLE ist ein „Haut-Lupus“, auch unter dem Begriff „Schmetterlingsflechte“ bekannt. Er betrifft lediglich die Haut und kann durch Sonnenlicht ausgelöst oder verstärkt werden. Anzeichen sind vermehrte Schuppenbildung und Pigmentveränderungen. Meistens bilden sie sich zuerst im Gesicht und breiten sich dann aus. Auch Haarausfall, Krusten und Geschwüre kommen im weiteren Verlauf vor.

Der DLE ist eine Sonderform des cutanen Lupus. Er beschränkt sich auf Licht ausgesetzten Partien des Hundekörpers wie zum Beispiel der Nase.

Hundekrankheit Lupus: Behandlung und Ernährung

Bei einem Hund mit Lupus erfolgt die Behandlung mit speziellen Medikamenten. Die Medikation richtet sich nach den spezifischen Symptomen und unterdrückt das Immunsystem, um ein weiteres Fortschreiten der Hundekrankheit zu verhindern. Manchmal hilft auch Homöopathie bei einzelnen Anzeichen der Krankheit. Die Medikamente werden dem Hund in Tabletten- oder Salbenform verabreicht. Häufig kommt es durch das geschwächte Immunsystem und die Hautveränderungen zu Hautinfektionen. Liegen solche bakteriellen Sekundärentzündungen vor, ist eine zusätzliche Behandlung mit Antibiotika nötig. Im Sommer sollte dem Hund ein hoher Lichtschutzfaktor aufgetragen werden, da Sonnenlicht die Autoimmunerkrankung verschlimmert. Bei sehr starker Sonneneinstrahlung ist es ratsam, den Hund im Haus zu behalten. Sind auch die Nieren von Lupus betroffen, ist es wichtig, in Absprache mit dem Tierarzt einen nierenschonenden, proteinarmen Diätplan aufzustellen.

Hundekrankheit Lupus: Lebenserwartung

Mit der richtigen und frühzeitigen Behandlung haben Hunde mit Lupus die Chance auf ein normales Leben ohne eingeschränkte Lebenserwartung. Sie erreichen in der Regel das Durchschnittsalter ihrer jeweiligen Rasse. Allerdings kann es bei schweren Krankheitsverläufen zum Angriff von inneren Organen kommen. Zum Beispiel das Gehirn, der Darm, das Herz und die Nieren sind dann anfällig für Folgeschäden von Lupus. In solchen Fällen ist die Lebenserwartung reduziert. Sie hängt aber vom konkreten Einzelfall ab. Da einige Medikamente zudem die Leber angreifen, ist eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte wichtig. Dabei erhält der Hund am besten einen allgemeinen Check-up, um den Lupus im Blick zu behalten und frühzeitig zu handeln.