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Nicht nur Menschen bekommen mit fortschreitendem Alter immer häufiger Krankheiten. (Symbolbild)

Erkennen, Diagnose, Hilfe

Hundekrankheiten im Alter: Diese Krankheiten sind für Hunde-Senioren typisch

Typische Hundekrankheiten bei Hunde-Senioren sind unvermeidlich. Moderne Medizin, angepasste Ernährung und liebevolles Umfeld machen das Älterwerden leichter.

Woolthorpe – Am 18. April 2016 starb in Australien die bis dahin älteste bekannte Kelpie-Hündin Maggie nach arbeitsreichem Leben im biblischen Alter von 30 Jahren auf der Farm ihrer Familie. Immer wieder wird von alten Hunden jenseits der 20 Jahre berichtet. In der Regel neigt sich für Haushunde das Leben rund um den 15. Geburtstag dem Ende zu. Entscheidende Faktoren für ein langes Hundeleben sind unter anderem Rasse oder Mischlingsstatus, Größe und Hundekrankheiten. Extrem große Rassen wie der Irish Wolfhound werden aufgrund eines stark beanspruchten Herzens selten älter als acht Jahre. Kleine Tiere schaffen es als Seniorenhunde häufiger bis jenseits des 16. Lebensjahres.

Hundekrankheiten im Alter: Typische Erscheinungen im Alter und die Symptome

Es geht den Tieren wie den Menschen: Ab einem gewissen Alter stellen sich Wehwehchen ein, die das gewohnte Leben mehr oder weniger beeinträchtigen. Leider neigen Hunde dazu, still zu leiden. Daher sind Wachsamkeit für Veränderungen im Verhalten und ein regelmäßiges Vorstellen beim Tierarzt ratsam. Spezialisten wie Physiotherapeuten für Tiere können mit passender Behandlung große Hilfe bieten.

Markante Erscheinungen und ihre Symptome bei Hunde-Senioren sind:

  • Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Rheuma, Arthrose oder Entzündungen – deutlich verlangsamte Bewegungen, Lahmen oder Einnahme einer Schutzhaltung
  • Einschränkungen der Sinne wie Erblinden, Taubheit oder Orientierungsverlust – fehlende Reaktion auf äußerliche Reize und Unruhe
  • Nachlassen der Kontrolle der Schließmuskel von Blase und Darm – unbeabsichtigtes Absetzen von Urin und Kot
  • Zahnprobleme – mangelnde Nahrungsaufnahme wegen Zahnfleischentzündungen, Karies, Zahnverlust
  • Verdauungsschwierigkeiten – Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen durch Unverträglichkeit des Futters

Neben einer artgerechten Ernährung mit hochwertigem Futter gehören ausreichende Bewegung an frischer Luft und sozialer Kontakt zu Artgenossen zum optimalen Programm für einen gesunden Hund in jedem Alter. Nach Erreichen des Seniorenalters kann in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt der Ernährungsplan stufenweise an die allmählich nachlassende Aktivität angepasst werden. So wird Übergewicht im hohen Alter als unnötige Belastung vermieden.

Hundekrankheiten im Alter: Maßnahmen, um für Seniorenhunde vorzubeugen

Im Idealfall gibt der Hund selbst klar zu erkennen, ob ihm die früheren ausgedehnten Wanderungen zu lang werden. Mit der Zeit wird er ein ausgedehntes Schläfchen im Garten oder auf dem Sofa den rasanten Balljagden vorziehen. Große Hitze im Sommer bedeutet für einen alten Hund zusätzliche Belastung. Dann gilt es, sich auf das Tempo des Tieres einzustellen. Zu Hause sorgen rutschfeste Laufwege für Sicherheit. Steile Treppen stellen eine Gefahr dar. Ein Türgitter bietet hier Schutz. Mit nachlassender Sehfähigkeit und bei Altersdemenz sollte der Hund unterwegs angeleint bleiben.

In der kalten Jahreszeit freut sich der Seniorenhund über einen wärmenden Hundemantel. Große Sprünge wie aus dem Kofferraum können zu Verletzungen führen. Je nach Größe des Hundes empfiehlt sich das Heben durch den Menschen oder eine klappbare Hunderampe. In Sachen Ernährung kann eine Umstellung auf weiches Nassfutter oder selbst gekochte Hunde-Mahlzeiten den träger gewordenen Stoffwechsel sinnvoll unterstützen. Nicht jedes auffällige Symptom ist auf das Alter zurückzuführen. Der Veterinär kann Hundekrankheiten diagnostizieren oder altersbedingte Schwäche behandeln.

Hundekrankheiten im Alter: Wenn der Abschied vom Seniorenhund durch Einschläfern unvermeidlich ist

Es ist der Augenblick, den alle Hundefreunde fürchten. Alle Behandlungen, alle Liebe, alle Leckerlis können das Ende nicht länger hinauszögern. Zumeist sind altersbedingte Hundekrankheiten der Grund, ein geliebtes, altes Tier einschläfern zu lassen. Das größte Geschenk an den Hund ist nun, den letzten Schritt gemeinsam zu gehen. Einfühlsame Veterinäre unterstützen das Sterben zu Hause. So bleibt dem Tier Stress erspart und es kann in den Armen seines Menschen den letzten Atemzug tun. Der Vorgang selbst bedeutet aus medizinischer Sicht im ersten Schritt, den Hund zu narkotisieren. Die eigentliche Überdosis, die den Herzstillstand auslöst, wird das Tier nicht mitbekommen. Der ganze Vorgang dauert zwischen 15 und 30 Minuten und bedeutet ein schmerzfreies und sanftes Ende.