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Die verschiedenen Varianten der Hundenahrung: Trockenfutter, Nassfutter und BARF

Was kommt in den Napf

Hundenahrung: Futtermenge, Futtersorten und alles übers BARFen

Welche Ernährung ist die richtige für den Hund? Die Möglichkeiten der Fütterung sind vielfältig und jede Variante bietet Hund und Halter Vor- und Nachteile.

Berlin – Wenn ein Welpe in die Familie kommt, erhält er in der Regel erst einmal das Futter weiter, das er bereits von seinem Züchter kennt. Doch spätestens, wenn der Hund für das spezielle Aufzuchtfutter zu groß geworden ist, stellt sich die Frage nach der Ernährung für den Hund. Die Auswahl an Futterarten ist groß und die Zahl der Anbieter pro Art ist nahezu unüberschaubar.

Hund und Ernährung mit Trockenfutter – praktisch und in großer Auswahl

Die Ernährung der meisten Hunde in Deutschland erfolgt heutzutage mit Trockenfutter. Dabei haben die Besitzer die Wahl zwischen folgenden Futterarten:

  • Extrudiertes Hundefutter: Hierbei handelt es sich um die klassischen Trockenfutterbrocken, die sehr leicht in der Hand liegen und über eine raue und leicht fettige Oberfläche verfügen. Bei der Herstellung wird der gegarte, hoch erhitzte Futterbrei mit großem Druck in Form gepresst und geht durch den plötzlichen Druckabfall beim Austritt aus der Maschine förmlich auf. Das im Futter enthaltene Fett wird erst im nächsten Schritt aufgebracht. Das Herstellungsverfahren erinnert stark an das von Erdnussflips aus dem Snackregal im Supermarkt.
  • Kalt gepresstes Hundefutter: In diesem Fall wird der gegarte Futterbrei bei niedrigen Temperaturen stark gepresst. Es entstehen feste, schwere Brocken mit glatter, leicht glänzender Oberfläche.
  • Halbfeuchtes Hundefutter: Bei der Herstellung dieser Kroketten bleibt die Restfeuchte im Futter recht hoch. Das sorgt für eine weiche Konsistenz und einen intensiven Geruch. Die Hersteller versprechen somit eine hohe Akzeptanz des Futters.
  • Flockenmischfutter: Einige Trockenfutter kombinieren Trockenfutterbrocken mit Zutaten wie Getreideflocken, Gemüsestücken oder Nudeln. Hier erfolgt die Fütterung nach dem Einweichen.

Hund und Ernährung: Nassfutter

Nassfutter ist auch unter den Bezeichnungen Feuchtfutter oder Dosenfutter bekannt. Bei der Herstellung wird der mehr oder weniger stark zerkleinerte Futterbrei in Dosen und Schalen gefüllt und konserviert. Das Verfahren entspricht der Produktion von Suppen oder Frühstücksfleisch aus der Dose für den menschlichen Verzehr. Dosenfutter ist nicht automatisch reicher an Fleisch als Trockenfutter, hier kommt es auf die Zusammensetzung des jeweiligen Produkts an.

Dosenfutter spielt eine größere Rolle in der Ernährung von kleinen Exemplaren, bei einem großen Hund fallen die Futtermengen aufgrund des Wassergehalts in der Nahrung vergleichsweise hoch aus. Das erfordert viel Lagerplatz für die Dosen. Außerdem ist Büchsenfutter in der Regel teurer als Trockenfutter ähnlicher Qualität. Damit steigen die Kosten für die Ernährung insbesondere bei großen Vierbeinern oder in Haushalten mit mehreren Hunden deutlich an.

Weiterhin ist zu bedenken, dass mancher Hund empfindlich auf Dosenfutter reagiert. Einige Exemplare vertragen nur geringe Mengen zur Verfeinerung des Trockenfutters.

Hund und Ernährung: Frischfutter und BARFen

Eine weitere Möglichkeit zur Ernährung von Hunden besteht in der Fütterung von selbst zubereiteten Rationen mit frischen Zutaten. Klassisch handelt es sich dabei um Mahlzeiten, die sich aus Fleisch, einer Kohlenhydratquelle wie Kartoffeln, Nudeln oder Reis und Gemüse zusammensetzen. Alle Zutaten werden gegart, anschließend vermischt und lauwarm gefüttert. Eine selbst gekochte Diät aus magerem Hühnchenfleisch mit Reis ist übrigens ideal zur Linderung von unkomplizierten Durchfällen beim Hund.

BARFen dagegen steht für die biologisch-artgerechte Rohfütterung (kurz BARF) des Hundes. Dieser Trend stammt aus den USA und hat sich in den letzten Jahrzehnten in Europa verbreitet. Die Entwickler der Methode nehmen die Ernährung von Wölfen zum Vorbild und versuchen, mit den einzelnen Komponenten das gesamte Beutetier nachzubilden. Da die Beute nicht nur aus hochwertigem Muskelfleisch besteht und vom Wolf komplett oder nahezu komplett inklusive Darminhalt gefressen wird, gehören unter anderem folgende Bestandteile dazu:

  • Muskelfleisch (Rind/Schaf/Ziege/Geflügel)
  • Fleischige Knochen (Rind/Schaf/Ziege/Geflügel)
  • Innereien (Rind/Schaf/Ziege/Geflügel)
  • Ganzer Fisch/Fischköpfe
  • Hühner ganz oder in Teilen
  • Kaninchen ganz oder in Teilen
  • Püriertes rohes Gemüse
  • Püriertes, möglichst reifes bis überreifes Obst
  • Fett (Schmalz, Rindernierenfett, Gänsefett, pflanzliche Öle und Fette)

Ernährung und Hund: BARFen oder Fertigfutter?

Prof. Jürgen Zentek (Institut für Tierernährung am Fachbereich Veterinärmedizin an der Freien Universität Berlin) ist Fachtierarzt für Tierernährung und in Deutschland der Experte auf dem Gebiet der Hundeernährung. Er hält jedes ausgewogen zusammengesetzte Hundefutter, das den Bedürfnissen des Vierbeiners entspricht, für die Ernährung geeignet. Auch vertritt er die Ansicht, dass ein Mensch seinen Hund selbst ernähren kann, wenn er sich das erforderliche Wissen aneignet und die Futterrationen bedarfsgerecht zusammensetzt.

Daher gilt: Ein Hundefutter, das ein bestimmter Hund gut verträgt und akzeptiert, ist für die Ernährung desselben geeignet. Sowohl beim Hund als auch beim Halter gibt es unterschiedliche Vorlieben und Empfindlichkeiten. Ob für einen Hund die Art der Ernährung bekömmlich ist, zeigt unter anderem Folgendes:

  • Der Hund setzt regelmäßig ein- bis zweimal täglich ohne Schwierigkeiten festen, wohlgeformten Kot ab, der beim Aufsammeln kaum Spuren auf dem Boden hinterlässt. (Achtung! Bei vielen Hunden wird auf längeren Spaziergängen der Darm aktiv und sie setzen häufiger und weicheren Kot ab. Das ist normal.)
  • Der Hund hält sein Gewicht, wirkt agil und zeigt ein volles, glänzendes Fell.
  • Die Ohren sind sauber und nicht entzündet (Ohrenentzündungen treten oft in Verbindung mit Allergien auf.)

Hund und Ernährung: Die richtige Futtermenge

Welche Futtermenge passt, richtet sich nach Alter, Größe und Aktivität des Hundes sowie nach der Art der Ernährung. Vom Nassfutter benötigt ein Hund aufgrund des hohen Wassergehalts erheblich größere Mengen als beim Trockenfutter. Wichtig ist, dass das Tier mit allen Nährstoffen versorgt wird. Dazu gehören:

  • Protein (Eiweiß)
  • Fett
  • Kohlenhydrate (Hunde kommen ohne Kohlenhydrate aus, aber anders als Katzen sind sie Allesfresser, für die diese eine hervorragende Energiequelle darstellen.)
  • Vitamine
  • Mineralien und Spurenelemente (besonders wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis von Calcium und Phosphor für ein gesundes Skelett)

Die Futtermenge für einen ausgewachsenen Hund liegt bei hochwertigem Trockenfutter in etwa bei:

  • 2,5 Prozent des Körpergewichts bei normaler Aktivität
  • Senioren kommen oft mir einer Tagesration in Höhe von 2 Prozent des Körpergewichts aus.
  • Sehr aktive Hunde (zum Beispiel Diensthunde, Sporthunde, Jagdhunde) benötigen bei hohen Belastungen bis zu 5 Prozent des eigenen Körpergewichts im Napf.

Nassfutter versorgt die meisten Exemplare gut, wenn sie rund 5 Prozent des Körpergewichts als tägliche Ration erhalten. Beim BARFen mit Kohlenhydraten und viel Fett genügen meist 2 Prozent des Körpergewichts als Tagesration, Welpen und Junghunde benötigen zwischen 4 und 10 Prozent.

Ernährung des Welpen

Welpen erhalten die perfekte Ernährung durch die Muttermilch der Hündin. Ab der dritten oder vierten Lebenswoche beginnen die meisten Züchter zuzufüttern, abgesetzt von der Milch wird ein junger Hund meist zwischen der sechsten und siebten Lebenswoche. Dann gibt es keine Muttermilch mehr, sondern es steht nur noch Welpenfutter auf dem Speiseplan.

Auf Faustformel gilt: Welpen sollen „großhungern“. Zu schnelles Wachstum kann gravierende Schäden an den Knochen und Gelenken verursachen. Im Welpen- und Junghundalter sollte ein Hund drahtig, schlank, aber nicht dürr und knochig sein. Muskelmasse kann er gesund aufbauen, sobald das Höhenwachstum abgeschlossen ist.

Wenn ein Hund einzieht, müssen die Besitzer wissen, welche Nahrungsmittel für die Vierbeiner verboten sind. Dazu gehören:

  • Kakao und Schokolade
  • Weintrauben und Rosinen
  • Avocado
  • Rohe Kartoffeln
  • Rohe Hülsenfrüchte
  • Alkohol

Immer häufiger treten Allergien auf, die auch bereits beim Welpen oder Junghund das Wohlbefinden stören. In diesem Fall ist eine Diät der einzige Ausweg. In der Ernährung sollten alle Futterkomponenten gemieden werden, die der Vierbeiner nicht verträgt. Hundebesitzer können diese Mahlzeiten selbst zubereiten oder auf Fertigfuttersorten zurückgreifen, die nur verträgliche Zutaten enthalten.