Was ist dran an den Klischees?

Neue Studie: Wesen vom Hund lässt sich kaum auf Rasse reduzieren

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Wie sich ein Hund verhält, hängt von seiner Rasse ab – so bisher die Annahme. Stimmt das wirklich oder sind das nur Klischees? Eine neue Studie aus den USA klärt auf...

USA – Kann man Hunde in Schubladen stecken und immer davon ausgehen, dass beispielsweise Golden Retriever super freundlich sind, Labrador Retriever am liebsten den ganzen Tag apportieren, Dackel einfach nur stur und Schäferhunde besonders wachsam und extrem mutig sind? Nur, weil sie dieser Rasse angehören?

Neue Studie: Wesen vom Hund lässt sich kaum auf Rasse reduzieren

Dies wollte ein Forschungsteam rund um die Biomedizinerin und Studien-Erstautorin Kathleen Morrill von der University of Massachusetts Chan Medical School genau wissen. Die Studie wurde im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht. Insgesamt wurden dafür rund 18.300 Hundebesitzer zum Wesen und Verhalten ihrer Hunde befragt. Als Vergleich dienten bereits gesammelte genetische Daten von rund 2100 „reinrassigen“ und „gemischtrassigen“ Hunden. Wie verhalten sich eigentlich Vierbeiner, die eifersüchtig sind?

Gemeinsam Spass haben: Das Wesen eines Hundes hat nichts mit seiner Rasse zu tun. (Symbolbild)

Neue Studie: Umfeld und Alter eines Hundes spielen mehr eine Rolle

Bei der Gegenüberstellung kam heraus, dass sich der Charakter oder das Verhalten eines Hundes nicht ausschließlich auf seine Rassezugehörigkeit festmachen lässt. Denn sie sagt nur sehr wenig über sein Temperament aus. Vielmehr sind die Gene entscheidend. Ob der Hund besonders schlau, zutraulich, neugierig, verspielt oder wachsam ist, hängt demnach von seinen Eltern ab. Außerdem verändert sich das Verhalten eines Hundes mit zunehmenden Alter. Wie unterscheiden sich eigentlich Rüde und Hündin im Charakter voneinander?

Denn die Rasse beschreibt lediglich ungefähre Größe, Statur, Fellfarbe und Beschaffenheit, Gewicht – legt also Körpermerkmale fest. Jedoch bestimmt sie nicht unbedingt sein Wesen oder sagt aus, dass der Hund freundlich ist. Zudem ist jedes Tier ein Individuum – und etwas zu „pauschalisieren“ wird keinem Hund gerecht. Je nach Vorliebe, Gewöhnung, Auslauf und auch Erziehung kann er also ganz anders reagieren als erwartet. Das Umfeld und das jeweilige Alter spielen dementsprechend weit mehr eine Rolle für sein Verhalten.

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