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Gassi gehen im Herbst: So gefährlich sind Kastanien für Ihren Hund

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Von: Sina Lück

Im Laub herumtollen und nach Blättern schnappen – Hunden macht Gassigehen im Herbst so richtig Spaß. Doch Vorsicht: Verschluckt er Kastanien, wird es gefährlich.

Berlin – Mit Vollgas in raschelnde Laubhaufen springen, wehenden Blättern hinterherjagen und nach rollenden Kastanien schnappen: Für Hunde ist der Wald im Herbst ein riesengroßer Abenteuerspielplatz. Doch bei der Gassirunde durch die bunte Farbenwelt sollten Besitzer lieber ein achtsames Auge auf die braunen Früchte haben, die mit dem Laub von den Kastanienbäumen fallen. Denn als Spielzeug oder vermeintliche Leckerbissen können sie die Vierbeiner sogar in Lebensgefahr bringen.

Gassi gehen im Herbst: So gefährlich sind Kastanien für Ihren Hund

Das geht schnell: Beim Spielen nach einer Kastanie geschnappt und schon hat der Hund sie verschluckt. Durch ihre glatte Oberfläche rutscht die Frucht problemlos durch die Speiseröhre in den Magen. Gelangt sie weiter in den Verdauungstrakt, kann dies zu einem lebensbedrohlichen Darmverschluss führen. Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von aktion tier e.V., bestätigt: „Leider sehen wir das im Herbst sehr häufig. Junge, verspielte Welpen sind besonders gefährdet.“ (Ein Flugzeug voller Welpen – das steckt hinter der kuriosen Rettungsaktion)

Ein deutscher stichelhaariger Vorstehhund rennt im Wald durch Herbstlaub am Boden. (Symbolbild)
Beim Gassigehen im Herbst sollten Besitzer ihre Hunde im Blick behalten. (Symbolbild) © Ain Liiva/Imago

Daher gilt: Kastanien sind kein Spielzeug und erst recht kein Ballersatz. Häufig bleibt das Unglück allerdings unbemerkt. Treten beim Hund plötzlich Magen- oder Darmprobleme auf, sollten Besitzer stutzig werden. Folgende Symptome geben Hinweise auf einen möglichen Darmverschluss:

Ist klar, dass der Hund eine Kastanie verschluckt hat, muss der Vierbeiner sofort zum Tierarzt. „Das Problem ist, dass der Fremdkörper auf die Darmwand drückt. Sie wird deshalb nicht mehr durchblutet und stirbt ab“, erläutert Dr. Tina Hölscher. Der Hund schwebt in akuter Lebensgefahr. In dem Fall hilft nur noch eine Notoperation, bei der die Tierärzte die abgestorbenen Darmabschnitte mitsamt der festsitzenden Kastanie entfernen.

Gassi gehen im Herbst: Kastanien enthalten giftige Pflanzenstoffe

Eine weitere Eigenschaft der Früchte macht sie für Hunde ungenießbar. Grund dafür sind giftige Pflanzenstoffe wie seifenartige Saponine, die vor allem in Rosskastanien enthalten sind – die Art, die Besitzer bei der Hunderunde meist auf dem Boden finden. Um einen Darmverschluss oder eine Vergiftung durch Kastanien zu vermeiden, sollten sie ihre Hunde beim Gassigehen* lieber genau im Blick behalten. Damit sich der vierbeinige Schützling im herbstlichen Laubwald unbeschwert in sein nächstes Abenteuer stürzen kann. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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