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Ein Hund beim Tierarzt (Symbolbild)

Nicht das gleiche

Kastration oder Sterilisation bei Hunden: Was spricht dafür, was dagegen?

Die mögliche Schwangerschaft einer Hündin bereitet einigen Besitzern Sorgen. Oft greifen sie zur Kastration, um vorzubeugen. Alle Infos dazu.

Lüdinghausen – Das Gesundheitszentrum für Kleintiere aus Lüdinghausen informiert über eine Studie, die offenlegt, dass eine Kastration bei Hunden durchaus problematisch sein kann. Für diesen Eingriff gibt es jedoch Alternativen.

Fortpflanzung bei Hunden: Das müssen Besitzer beachten

Manche Hunde neigen zu dominantem Verhalten, ziehen stark an der Leine und gehen offensiv auf andere Hunde zu. Bei derartigen Verhaltensmustern versprechen sich Hundehalter viel von einer Kastration. Der Hund soll ruhiger werden. Doch Erziehungsprobleme, die nicht hormonell bedingt sind, lassen sich mit einer Kastration auch nicht lösen. Und nicht zuletzt soll eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Bei Rüden werden die Hoden, bei Hündinnen die Eierstöcke entfernt. Nach einer Kastration ist der Sexualtrieb eines Hundes stark beeinträchtigt.

Die Kastration erfolgt über eine Operation, daher müssen Hundehalter ein paar Dinge beachten, bevor sie zum Termin kommen. Dazu zählen folgende:

  • Die Operation darf nur auf nüchternen Magen erfolgen.
  • Die letzte Mahlzeit muss mindestens zwölf Stunden zurückliegen.
  • Der Hund darf am Tag der OP auch nichts mehr trinken.

Nach der Operation sollten Besitzer auf lange Spaziergänge verzichten und ihren Hund an der kurzen Leine lassen, damit sich die Wunde nicht dehnt. Es empfiehlt sich das Ansetzen eines Schutzkragens, sodass der Hund die Wunde nicht auflecken kann.

Die Kosten für eine Kastration betragen zwischen 150 und 250 Euro. Bei Hündinnen dauert der Eingriff länger und ist somit teurer. Manche Krankenversicherungen für Hunde übernehmen den Eingriff, einige aber nur bis zu einer bestimmten Summe.

Fortpflanzung bei Hunden – Alternative zur Kastration: Sterilisierung

Die Sterilisierung ist im Vergleich zur Kastration ein Eingriff, bei dem der Hormonhaushalt des Hundes nicht durcheinandergebracht wird. Ähnlich wie bei der Kastration darf der Hund vor der Operation nichts essen und trinken. Der Vierbeiner sollte Mahlzeiten das letzte Mal spätestens zwölf Stunden vor dem Eingriff zu sich nehmen.

Bei der Sterilisation werden bei einer Hündin die Eileiter und bei einem Rüden die Samenleiter durchtrennt. Die Schmerzen nach einer Sterilisation sind für Hunde wesentlich geringer als nach einer Kastration. Für die ersten zwei bis drei Tage nach der Operation müssen Besitzer ihrem Hund Schmerzmittel verabreichen und ungefähr eine Woche auf längere Spaziergänge sowie Herumtoben verzichten.

Zu beachten ist, dass sich das Verhalten eines Hundes nach der Sterilisierung kaum ändern wird. Wer seinen Hund ruhiger stellen möchte, wird mit der Sterilisierung nicht das gewünschte Ziel erreichen, denn die Sexualhormone werden nicht beeinflusst. Die Fortpflanzung ist jedoch ausgeschlossen.

Eine Sterilisation kostet zwischen 100 und 200 Euro. Bei der Kalkulation der Kosten müssen Vor- und mögliche Nachuntersuchungen sowie notwendige Medikamente berücksichtigt werden.

Fortpflanzung: Wann Kastration, wann Sterilisierung?

Bei Hundehaltern hält sich folgender Mythos weiterhin hartnäckig: Hündinnen werden sterilisiert und Rüden werden kastriert. Das stimmt so aber nicht, denn beide Eingriffe können unabhängig vom Geschlecht des Hundes vorgenommen werden.

Für eine Kastration ist ein medizinisch notwendiger Grund erforderlich, da es sich um eine Amputation handelt. Weder die Läufigkeit einer Hündin noch eine hohe Aktivität bei Rüden stellt einen solchen Grund dar – auffälliges und gestresstes Verhalten jedoch sehr wohl. Besitzer sollten sich für den individuellen Fall am besten an einen Tierarzt wenden, dieser kann Auskunft darüber geben, ob die medizinische Notwendigkeit einer Kastration vorhanden ist. Bei einer Sterilisation hingegen muss kein medizinisch notwendiger Grund vorliegen.

Mit einer Sterilisierung wird das Verhalten eines Hundes kaum eingeschränkt, regelrecht die Fortpflanzung wird ausgeschlossen – der Hormonhaushalt wird beim Eingriff nicht durcheinandergebracht. Nach einer Kastration ändert sich das Verhalten eines Hundes oft stark, denn der Hormonhaushalt wird beeinflusst.

Welche Operationsmethode sich am besten eignet und ob der richtige Zeitpunkt für einen derartigen medizinischen Eingriff gegeben ist, sollte stets mit dem Tierarzt im Rahmen einer Voruntersuchung geklärt werden.