1. Landtiere.de
  2. Hunde

Leishmaniose beim Hund: Die Mittelmeerkrankheit – Ansteckung, Symptome und Behandlung

Erstellt:

Ein Hund schläft in der Wiese. (Symbolbild)
Bei Hunden, die sich im Mittelmeerraum aufgehalten haben, kann ständige Müdigkeit ein Anzeichen für Leishmaniose sein. (Symbolbild) © ingimage/Imago

Die Leishmaniose befällt neben anderen Haustieren vor allem Hunde. Alle Infos über Symptome, Ansteckung, Impfungen und die richtige Behandlung.

Dortmund – Wie viele andere Säugetiere sind auch Hunde von der Leishmaniose bedroht. Bei der als Mittelmeerkrankheit bekannten Leishmaniose handelt es sich um einen Parasiten, der durch die Sandmücke übertragen wird. Die Parasiten nisten sich in den Immunzellen des Hundes ein. Sandmücken sind in Südeuropa, Mittel- und Südamerika und Teilen des Nahen Osten stark verbreitet. Laut des Dortmunder Verbandes für das Hundewesen breitet sich die Leishmaniose sukzessive nach Norden aus. Der Verband geht davon aus, dass mehrere Hunderttausend Hunde den Parasiten in sich tragen.

Leishmaniose beim Hund: Auch bekannt als Mittelmeerkrankheit

Die Leishmaniose beim Hund wird auch als Mittelmeerkrankheit bezeichnet. Der Begriff nimmt Bezug auf den Verbreitungsraum des Überträgers, der Sandmücke. Die Mücke kommt überwiegend im Mittelmeerraum vor, hat jedoch auch in Mittel- und Südamerika eine Heimat gefunden. Hinzu kommen Teilareale des Nahen Ostens. Die Sandmücke ist ein abend- und nachtaktives Tier, weshalb bei abendlichen beziehungsweise nächtlichen Spaziergängen mit dem Hund Vorsicht geboten ist. Die Leishmaniose gilt als Reisekrankheit, die oft im Nachgang eines Urlaubs importiert wird. Auch die Einfuhr eines Hundes aus Osteuropa kann zur Verbreitung der Leishmaniose in Deutschland beitragen.

Leishmaniose beim Hund: So erfolgt die Ansteckung

Eine Ansteckung mit Leishmaniose beim Hund erfolgt durch den Biss der Sandmücke. Die Mücke überträgt mithilfe ihres Bisses zahlreiche einzellige Parasiten auf den Hund. Diese befallen das tierische Immunsystem und sind oft über Wochen und Monate, bisweilen über Jahre inaktiv, bevor sie den Hund nachhaltig krankmachen. Die Sandmücke steckt sich ihrerseits bei infizierten Wirtstieren an und gibt die Leishmaniose an das nächste Säugetier weiter. Als Wirte kommen Nager, Pferde, Hunde, Katzen und sogar Menschen infrage. Eine Übertragung von Leishmaniose ist zudem beim Deckakt möglich. Darüber hinaus kann der Parasit von einem trächtigen Muttertier an die Welpen weitergegeben werden.

Leishmaniose beim Hund: Das sind die Symptome

Die Leishmaniose beim Hund ist eine äußerst komplexe Krankheit und geht daher mit einer Reihe von Symptomen einher, die sich mit anderen Erkrankungen überschneiden. Nicht alle Symptome treten gleichzeitig auf, sondern setzen meist mit Verzögerung ein. So ist es nicht unüblich, dass die Leishmaniose erst Monate oder Jahre nach der Infektion zum Ausbruch kommt. Die verantwortlichen Parasiten verrichten ihre Arbeit mit Verzögerung. Bricht die Krankheit aus, treten bei Hunden folgende Symptome zutage:

Darüber hinaus können eine Entzündung der Bindehaut, ein verstärktes Wachstum der Krallen, eine Störung der Nierenfunktion sowie häufiger Durchfall auf eine Leishmaniose hindeuten.

Leishmaniose beim Hund: So erfolgt die Behandlung

Die Behandlung einer Leishmaniose beim Hund obliegt dem Tierarzt und sollte nicht in Eigenregie durchgeführt werden. Um andere Krankheiten auszuschließen, entnimmt der Veterinär dem Tier eine Blutprobe. Weisen die roten und weißen Blutkörperchen erkrankungstypische Veränderungen auf, erhärtet sich der Verdacht einer Leishmaniose. Sie kann auch über eine Untersuchung der tierischen Antikörper nachgewiesen werden. Ist der Test positiv, erfolgt in der Regel eine Behandlung in Tablettenform und/oder über Nahrungsergänzungsmittel. Da der Erreger äußerst hartnäckig ist, kann eine Behandlung ebenso langwierig wie kostenintensiv sein.

Leishmaniose beim Hund: Die Impfung

Die Leishmaniose beim Hund ist nicht heilbar, da es zwar Methoden zur Linderung der Krankheit gibt, nicht aber, um sie ganzheitlich zu eliminieren. Der Erreger lässt sich nicht abtöten. Es besteht allerdings die Möglichkeit, Hunde indirekt gegen Leishmaniose impfen zu lassen, wobei das Serum keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Die Impfung zielt vielmehr auf die generelle Abwehr vonBakterien, Milben und Parasiten ab. Ein speziell auf das Wirken der Sandmücke abgestelltes Präparat lässt auf sich warten. Dennoch kann eine allgemein wirkende Impfung sinnvoll sein. Sie kostet zwischen 50 und 70 Euro.

Auch interessant