Sein Hund soll leben

Rührend: Mann trägt zwölf Jahre alten Schäferhund 17 Kilometer bis zur polnischen Grenze

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Weil ein alter Hund auf der Flucht vor dem Krieg zusammengebrochen ist, trägt ihn sein Herrchen 17 Kilometer weit bis zur polnischen Grenze auf seinen Schultern.

Ukraine – In den sozialen Medien sorgt gerade ein extrem emotionales Bild für jede Menge Aufsehen. Das Foto zeigt einen Mann, der seinen Schäferhund auf seinen Schultern bis zur polnischen Grenze trägt – und das circa 17 Kilometer weit. Der zwölf Jahre alte Vierbeiner konnte einfach nicht mehr weiter laufen – er war am Ende seiner Kräfte.

In einem kleinen Peugeot 307 bricht die Familie zu neunt aus Kiew auf, um an die polnische Grenze zu gelangen – fünf Erwachsene, vier Kinder und zwei große Hunde. Nach etwa 16 Stunden Autofahrt erreichen sie ein Dorf nahe der Grenze. Doch augenscheinlich herrscht zu diesem Zeitpunkt jede Menge Stau, die Straßen sind überfüllt und die Familie steckt fest. Da auch dieses Dorf für sie nicht sicher ist und sie die nächsten Tage nicht im Auto verbringen wollen, beschließen sie ihre Flucht zu Fuß fortzusetzen. So wie sie, fliehen die meisten Menschen zusammen mit ihren Haustieren aus der Ukraine.

Weil sie mit dem Auto nicht weiterkommen, trägt ein Mann seinen Hund bis zur Grenze. (Symbolbild)

Emotionales Bild geht viral: Mann trägt Schäferhund bis zur polnischen Grenze

Gegenüber der Tageszeitung „The Guardian“ berichtet die 35-jährige Alisa von den dramatischen Szenen: „Unser Hund ist 12,5 Jahre alt und hatte Mühe, zu laufen. Er fiel etwa jeden Kilometer hin und konnte nicht mehr aufstehen“. Also bittet Alisa vorbei fahrende Autos um Hilfe, doch niemand will sie mitnehmen. Vielmehr raten sie der Familie, die Hunde einfach zurückzulassen. Doch das kommt für Alisa auf keinen Fall infrage. „Unsere Hunde sind ein Teil unserer Familie. Mein Hund hat alle glücklichen und traurigen Momente mit uns erlebt. Mamas Hund ist alles, was ihr von ihrem früheren Leben geblieben ist. Deshalb hat mein Mann unseren Hund zeitweise auf seinen Schultern getragen“. Denn was können die Tiere bei diesem Krieg dafür?* Auch dieser Mann kümmert sich rührend um seine Vierbeiner – er lässt sie nicht im Stich.

Emotionales Bild geht viral: Familie darf über die Grenze, Mann muss zurück

Doch an der Grenze angekommen muss Alisa laut „The Guardian“ einen weiteren schweren Schicksalsschlag hinnehmen. Aufgrund seines Alters und des Mobilmachungsbefehls kann ihr Mann die Grenze nicht überqueren. Er muss zurück in die Ukraine – dort will er sich um seine Mutter und seine Großmutter kümmern. Was genau nun Alisa vorhat, kann sie noch nicht sagen. Am liebsten wäre es ihr, wenn ihr Mann hier wäre. „Jetzt werde ich erstmal entscheiden, ob meine Kinder und ich hier in Polen bleiben wollen oder ob ich weiter nach Deutschland reise.“ *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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