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Mischlinge leben länger als Rassehunde: Stimmt der bekannte Volksglaube wirklich?

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Der Hund ist ein treuer Begleiter des Menschen, den man so lange wie möglich an seiner Seite haben will. Diese Hunderassen leben am längsten.

Man sagt ja, der Hund sei der beste Freund des Menschen. Hunde sind treue Begleiter, die ihren Herrchen gegenüber mit der richtigen Erziehung loyal zur Seite stehen, sie beschützen, sie unterstützen oder einfach nur seelisch wertvolle Gesellschaft leisten. Da ist es kein Wunder, dass Hundebesitzer ihre Vierbeiner am liebsten so lange wie möglich bei sich haben wollen.

Wenn ein Hund oder generell ein Haustier stirbt, ist das immer ein sehr trauriger Tag für die Familie. Und natürlich kann jedes Tier krank werden oder einen Unfall haben und frühzeitig aus dem Leben seiner Menschen gerissen werden. Doch wer nicht auch noch das Risiko eines frühen Todes aufgrund der Genetik in Kauf nehmen will, der kann sich für bestimmte Hunderassen entscheiden, die statistisch ein sehr langes Leben haben. So bleibt ihr Vierbeiner zumindest vom Thema Altersschwäche lange verschont.

Es gibt viele tolle Hunde. Welcher der passende ist, muss jeder für sich entscheiden.
Es gibt viele tolle Hunde. Welcher der passende ist, muss jeder für sich entscheiden. Hier ein Golden Retriever-Australian Shepherd Mischling. (Symbolbild) © imagebroker/Imago

Die „Promenadenmischung“: Mischlinge leben länger als Rassehunde

Im Volksmund und unter Hundebesitzern hält sich die allgemeine Weisheit, dass Mischlinge länger leben als gezüchtete reinrassige Hunde. Das ist verallgemeinert erst einmal korrekt. Der Grund dafür ist das bunt gemischte Erbgut von Mischlingshunden.

Ein Mischling ist per Definition ein Hund, dessen zwei Elternteile verschiedenen Rassen angehören oder ebenfalls bereits Mischlinge, also Hunde mit nicht reinem Erbgut, sind. Früher waren solche zufälligen Hundekreuzungen eher unerwünscht. So entstand im 18. Jahrhundert auch der eher abfällig verwendete Begriff „Promenadenmischung“. Das Wort bezeichnet einen Hund, der dadurch entstand, dass ein Rüde eine Hündin beim Spaziergang, also beim Prominieren, zufällig und vom Menschen ungeplant begattete.

Dadurch, dass bei Mischlingshunden die DNA-Sequenzen völlig zufällig und vor allem neu zusammengemischt werden und somit eine breitere genetische Basis schaffen, verringert sich das Risiko für Erbkrankheiten. Bei Zuchthunden wird dagegen immer die gleiche Rasse verwendet, wodurch rassenspezifische Defekte in der Genetik mit höherer Wahrscheinlichkeit weitergegeben werden.

Wie lange leben kleine Mischlinge im Durchschnitt?

Durchschnittlich kann man sagen, dass kleine Mischlinge bis 15 Kilo etwa 13 Jahre leben, Hunde bis 40 Kilo bis zu elf Jahre und große „Promenadenmischungen“ über 40 Kilo werden durchschnittlich acht Jahre alt.

Mittlerweile sind Mischlinge beliebte Haustiere und werden mitunter sogar absichtlich durch eine Kreuzung zweier Gattungen gezüchtet. Eine dieser „gezüchteten Mischlingsrassen“ ist zum Beispiel der Goldendoodle, ein Hybridhund oder auch Designerhund genannt, der aus der Kreuzung eines Golden Retrievers und eines Pudels entsteht.

Kleine Hunde, große Hunde: Wer lebt länger?

Eine weitere Rolle bei der Lebensdauer von Hunden spielt die Größe des Tieres. Eine Studie der Universität Göttingen von 2013 hat zu diesem Zweck von einem zwei Kilo schweren Chihuahua bis zu einem 80 Kilo schweren Englischen Mastiff 50.000 Hunde aus 74 verschiedenen Rassen untersucht. Dabei wurde herausgefunden, dass große Hunde statistisch eine geringere Lebenserwartung haben als kleine Hunde. Das liegt daran, dass große Hunde schneller altern, als ihre kleineren Artgenossen. Dr. Cornelia Kraus von der Abteilung Soziobiologie/Anthropologie der Universität Göttingen erklärte im Rahmen der Untersuchung, die im Fachmagazin American Naturalist veröffentlicht wurde, dass das Leben großer Hunde im Welpen-Stadium noch ganz normal, im Erwachsenenalter dann aber wie im „Zeitraffer“ ablaufe. Große Hunde altern also nicht etwa früher, sondern einfach schneller.

Warum genau das so ist, hat die Wissenschaft noch nicht herausgefunden. Fest steht nur, dass große Hunde früher sterben als kleine. Die Forscher aus Göttingen vermuten, dass dieser Umstand etwas mit dem Prozess des Alterns und des Wachstums zu tun haben könnte. Kraus fügte hinzu: „Wir vermuten, dass die niedrigere Lebenserwartung großer Rassen die Folge eines übermäßig schnellen Wachstums sein könnte. Zukünftige Studien müssen sich unter anderem mit den Todesursachen und physiologischen Mechanismen beschäftigen, die diesen größenabhängigen Mortalitätskurven zugrunde liegen.“

Große Hunde wie die Dogge, der Schäferhund oder der Wolfshund werden im Durchschnitt etwa fünf bis acht Jahre alt, während kleinere Tiere wie der Chihuahua, Dackel oder Terrier bis zu 14 Jahre alt werden können. Forscher hinterfragen deshalb auch, wie sinnvoll es wirklich ist, bestimmte Hunderassen möglichst groß zu züchten, wenn sie durch diese Veranlagung eventuell früher sterben könnten. Man solle lieber auf Lebenserwartung statt auf Größe züchten.

Das gleiche Phänomen gilt übrigens auch für Mäuse, Ratten und Pferde. Bei anderen Arten von Säugertieren kann es wiederum anders sein und Tiere mit großer Körpergröße leben länger.

Die ältesten Hunde der Welt

Obwohl also statistisch gesehen kleinere Hunde älter werden, sind es ausgerechnet drei mittelgroße bis große Hunde, die die ältesten Hunde der Welt sind. Im Guinness-Buch der Rekorde steht Australian Cattle Dog „Blue Eyes“ auf dem ersten Platz, der bereits vor 100 Jahren geboren wurde und 1939 im Alter von 29 Jahren und sechs Monaten und 12 Tagen verstarb. Australian Kelpie Hündin Maggie wurde theoretisch älter. Sie starb 2016 im Alter von 30 Jahren und kam nur deswegen nicht ins Rekordbuch, weil ihr Besitzer die Geburtsurkunde nicht mehr fand. Auf Platz drei steht Berner Sennenhündin Penny, die trotz ihrer Größe 25 Jahre alt wurde.

Eine kleine Hunderasse lebt also statistisch länger, ist aber noch lange keine Garantie. Auch der ein oder andere große Hund kann seinen Besitzer lange begleiten.

Wichtig: Nicht nur die Größe und das Erbgut des Hundes spielen eine Rolle bei der Lebenserwartung. Genau wie beim Menschen sind auch äußere Faktoren wichtig bei der Gesundheit des Tieres. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie Ihren Hund gesund ernähren, er genug Bewegung an der frischen Luft bekommt, ein angemessenes Umfeld hat und gut gepflegt wird.

Sieben Hunderassen, die im Durchschnitt lange leben

Wer nichts dem Zufall überlassen will, der entscheidet sich für eine Rasse oder einen Mix, die statistisch gesehen eine hohe Lebenserwartung haben, damit der Familienhund auch lange Teil der Familie sein kann.

Reinrassige Hunde, die eine hohe Lebenserwartung haben, sind zum Beispiel Chihuahuas, die bis zu 17 Jahre alt werden können. Danach folgen der Jack Russel Terrier und der Dackel, die im Durchschnitt zwischen 14 und 16 Jahre alt werden. Der West Highland White Terrier, der Zwergspitz und der Malteser werden meist zwischen 13 und 16 Jahre alt und der Tibet Spaniel sowie der Shih Tzu schaffen im Durchschnitt oft 14 bis 15 Jahre. Der Australien Cattle Dog wird etwa 13 bis 15 Jahre alt und die Lebenserwartung für einen Beagle beträgt durchschnittlich etwa 12 bis 15 Jahre.

Wer dagegen auf Mischlingsrassen setzen will, der kann sich an beliebten Hybridhunden orientieren, deren Kreuzungen statistisch gesehen für eine hohe Lebenserwartung sorgen können. Der Cockapoo ist so ein Hund, der nicht größer als 38 Zentimeter und schwerer als maximal elf Kilo wird. Er ist eine Kreuzung zwischen Cocker Spaniel und Pudel und kann zwischen 12 und 17 Jahre alt werden. Der Cockapoo gilt als freundlicher Hund, der aber über einen ausgeprägten Jagdtrieb verfügt.

Maltipoo: Eine Mischung aus Malteser und Pudel

Auch der Maltipoo, eine kuschlige, verspielte und menschenfreundliche Mischung aus Malteser und Pudel, ist ein kleiner Hund der nur etwa 30 Zentimeter und zehn Kilo verzeichnet und im Durchschnitt zwölf bis 15 Jahre alt wird.

Der Puggle wird bis zu 38 Zentimeter groß und 14 Kilo schwer und kann elf bis 15 Jahre alt werden. Dieser Hybridhund ist eine Kreuzung zwischen Mops und Beagle und kommt wunderbar mit anderen Hunden oder Kindern zurecht, ist also der ideale Familienhund.

Chorkie: Eine Mischung aus Chihuahua und Yorkshire Terrier

Das Gleiche gilt für den Chorkie, eine Mischung aus Chihuahua und Yorkshire Terrier. Der kleine Hund wird nur bis zu 23 Zentimeter groß und zwei Kilo schwer, dafür aber 10 bis 15 Jahre alt. Dieses Hündchen liebt Aufmerksamkeit genauso sehr wie die Menschen, die sich um ihn kümmern. Eine große Familie mit vielen Händen zum Streicheln oder ein Single-Haushalt, wo der Chorkie die erste Geige spielt, sind daher beides gute Umgebungen für das Tier.

Auch der Schnoodle kann zehn bis 15 Jahre alt werden und ist als Hund quasi ein Allround-Paket. Der Mischling ist ein Familienhund, kann aber auch als Schoßhund, Therapiehund oder als Performance-Hund trainiert werden. Der Mix aus Schnauzer und Pudel wird bei kleinen Elterntieren nicht größer als 45 Zentimeter und schwerer als zwölf Kilo.

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