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Ohrenentzündung beim Hund: Symptome, Behandlung und Hausmittel

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Basset schüttelt den Kopf. (Symbolbild)
Hunde mit Hängeohren sind häufiger von Ohrenentzündungen betroffen. Diese kann man unter anderem an ständigem Kopfschütteln erkennen. (Symbolbild) © Sandra Dombrovsky/Imago

Manche Hundebesitzer kennen die Symptome nur zu gut: Schüttelt der Vierbeiner ständig die Ohren und kratzt diese, ist oft eine Ohrenentzündung der Grund.

Frankfurt am Main – Eine Ohrenentzündung kann jeden Hund treffen. Besonders häufig sind Exemplare mit schwerem Behang (Hängeohren) und mit viel Fell im Gehörgang betroffen, wie der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpv) berichtet. Die schlechte Durchlüftung des äußeren Gehörgangs führt zu einem feucht-warmen Klima, in dem Bakterien und Pilze sich leicht stark vermehren.

Ohrenentzündung beim Hund: Symptome

Die einfache Ohrenentzündung beim Hund (Otitis externa) betrifft den äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell. Dieser sogenannte Ohrenzwang kommt, was Ohrenbeschwerden angeht, am häufigsten vor. Besitzer bemerken meist folgende Symptome:

Weil der Hund zwanghaft versucht, sich Linderung zu verschaffen, heißt die Erkrankung auch Ohrenzwang.

Greift die Ohrenentzündung auf das Mittelohr über oder ist nur dieser Bereich entzündet (Otitis media), sind Berührungen am Kiefer und das Kauen schmerzhaft. Es kann zu einer Lähmung der Gesichtsnerven mit einseitig hängendem Augenlid und hängender Lefze kommen. Eventuell erscheint auch ein Augapfel eingesunken und die Pupille bleibt selbst bei geringem Lichteinfall eng gestellt.

Noch seltener ist das Innenohr von einer Entzündung (Otitis interna) betroffen. Erkrankte Hunde verlieren das Gehör und leiden unter einer Gleichgewichtsstörung. Diese zeigt sich durch Bewegungsstörungen wie im Kreis laufen oder seitliches Umfallen. Auch Erbrechen, Augenzittern (Nystagmus) oder Schielen tritt auf.

Ohrenentzündung beim Hund: Behandlung und Hausmittel

Eine Mittel- oder Innenohrentzündung beim Hund belastet das Tier sehr und gehört sofort, wenn die ersten Symptome auftreten, in tierärztliche Behandlung. Hausmittel sind maximal für eine leichte Ohrenentzündung des äußeren Gehörgangs geeignet, sofern der Hund nicht unter starken Symptomen leidet (leichter Ohrgeruch, sichtbarer Ausfluss, aber kein Schütteln oder Kratzen). Empfehlenswert ist die Selbstbehandlung mit vermeintlich antibakteriellem Kokosöl oder das Auswischen mit verdünntem Essig allerdings nicht. Denn selbst für einen Tierarzt ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen, was die Ohrenentzündung verursacht. Möglich sind unter anderem:

Die Behandlung der Ohrenentzündung beim Hund fußt auf zwei Säulen:

Spezielle Medikamente wirken gegen Pilze, Bakterien oder Parasiten. Über die Untersuchung eines Abstrichs aus dem Gehörgang ermittelt das Labor die Ursache. Oft lösen auch Mischinfektionen die Beschwerden aus.

Treten Ohrenentzündungen bei einem Vierbeiner häufiger auf, sollten Krankheiten wie eine Allergie oder Hormonprobleme ausgeschlossen werden.

Ohrenentzündung beim Hund: So kann man vorbeugen

Ist bekannt, dass ein Hund empfänglich für Ohrenentzündungen ist, unterstützen verschiedene Maßnahmen die Gesundheit des Vierbeiners und lassen die Erkrankung seltener auftreten. Die korrekte Pflege beugt einer Ohrenentzündung vor. Üppiger Haarwuchs ist regelmäßig auszudünnen, bei starker Schmalzbildung helfen spezielle Ohrreiniger-Lösungen. Wattestäbchen dürfen nie bei Hundeohren zum Einsatz kommen. Leidet ein Tier unter Futtermittelallergien, ist eine strenge Diät einzuhalten.

Ab dem Hochsommer sollten Hundebesitzer die Ohren ihres Vierbeiners nach jedem Spaziergang auf Grannen überprüfen. Lösen anatomisch bedingte Engstellen im Gehörgang oder Wucherungen die Entzündungen aus, hilft langfristig nur eine Operation. Der Tierarzt erweitert dabei den Gehörgang, um den Abfluss von Sekreten und die Belüftung zu verbessern.

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