1. Landtiere.de
  2. Hunde

Rüde oder Hündin: Welches Geschlecht passt besser zu mir?

Erstellt: Aktualisiert:

Rhodesian Ridgeback Welpen kuscheln sich eng aneinander. (Symbolbild)
Vor der Anschaffung eines Hundes sollte man sich sowohl über die geeignete Rasse als auch über das Geschlecht Gedanken machen. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago

Ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Kauf eines Hundes ist das Geschlecht. Zwischen Rüden und Hündinnen zeigen sich Unterschiede im Verhalten.

Oberhaching – Laut Experten der Tierklinik sind Hündinnen für diverse Erkrankungen im Zusammenhang mit der Läufigkeit anfällig. Die Läufigkeit spielt für angehenden Hundehalter hinsichtlich der Unterschiede zwischen den Hundegeschlechtern eine wichtige Rolle.

Rüde oder Hündin: Welches Geschlecht passt besser zu mir?

Biologisch gesehen gibt es Eigenschaften, die die Geschlechter unterscheiden. Nichts jedoch hat es mit dem Geschlecht zu tun, wie emotional oder sensibel ein Hund ist – es handelt sich um einen weitverbreiteten Irrtum, dass Rüden weniger sensibel seien als Hündinnen.

Von Natur aus neigen Rüden eher zu aggressivem Verhalten. Das liegt daran, dass sie für externe Angelegenheiten zuständig sind. Das zeigt sich durch Schnüffeln, aber auch durch die Verteidigung des eigenen Reviers. Hündinnen sind für den Nachwuchs zuständig – ziehen sie sich Verletzungen oder Krankheiten zu, ist auch das Leben der Welpen bedroht. Im Verhalten der Hunde ist es daher verankert, dass Rüden ersetzbarer sind und sich daher größeren Gefahren aussetzen. Das bringt eine höhere Risikobereitschaft und damit mehr Aggressionspotenzial mit sich.

Grundsätzlich hängt das Aggressionspotenzial bei beiden Geschlechtern von der Erziehung ab. Hündinnen gelten als leichter führbar, doch auch sie können zu aggressivem Verhalten neigen. Das gegenseitige Vertrauen zwischen Besitzer und Hund spielt die entscheidende Rolle.

Rüde oder Hündin: Unterschiede der Geschlechter

Hündinnen werden zweimal pro Jahr läufig. In dieser Zeit gestaltet sich die Pflege mühsamer und das Tier benötigt mehr Zeit und Zuwendung. Vor allem, wenn sich Rüden unmittelbar in der Nähe der Hündin befinden, wird der Alltag zur Herausforderung.

Das Verhalten von Hündinnen ändert sich während der Läufigkeit. Sie benehmen sich gegenüber anderen Hunden entweder aggressiv, abweisend oder gar zickig. Besitzer müssen ihre Vierbeinerin aufgrund der Paarungsbereitschaft an der Leine halten – die Hündin neigt stark dazu, das eigene Grundstück zu verlassen und sich Rüden zuzuwenden. Ähnliche Verhaltensmuster zeigen sich bei der Scheinträchtigkeit einer Hündin – sie reagiert abweisend und zickig gegenüber anderen Hunden.

Unterschiede der Geschlechter zeigen sich auch bei Rüden. Vor allem Welpen testen ihre Besitzer gerne, um deren Autorität infrage zu stellen. Nicht kastrierte Rüden zeigen womöglich rauflustiges Verhalten, doch das ist kein Muss und hängt stark von der Erziehung ab.

Wichtiger als die geschlechterspezifischen Besonderheiten sind folgende Faktoren:

Besitzer sollten darauf achten, dass ihr Hund Kontakte aufbaut, das wirkt sich entscheidend auf das Wesen aus.

Rüde oder Hündin: Besonderheiten bei der Haltung

Für unerfahrene Besitzer ist die Erziehung eines Rüden eine größere Herausforderung. Die jungen Rüden stellen die Rangfolge infrage und testen ihre Besitzer. Bei der Begegnung mit anderen Hunden verhalten sich Rüden dominanter als Hündinnen. Halter von Rüden müssen konsequenter durchgreifen können und dem Hund eine klare Linie aufzeigen. Da Rüden wesentlich mehr markieren, gilt es, schon zu Beginn der Erziehung das Revier des Tieres klar abzustecken.

Geschlechterspezifische Vor- und Nachteile gibt es auch bei Hündinnen. Hündinnen sind in der Regel gehorsamer als Rüden und Halter müssen weniger durchgreifen oder klarmachen, wer das Sagen hat. Die Läufigkeit erfordert jedoch viel Pflege und Ausdauer seitens der Hundehalter. Die Hündinnen werden anhänglicher und suchen die Aufmerksamkeit ihrer Besitzer. Scheinträchtigkeit und Läufigkeit sind nicht nur mit einem höheren Zeitaufwand verbunden, sie erfordern zudem Tierarztbesuche. Das wirkt sich entsprechend auf die Kosten aus.

Auch interessant