Keine gute Idee

Tiere sind keine Dinge – warum sie nicht unter den Weihnachtsbaum gehören

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Ein niedlicher Welpe, ein süßes Kätzchen oder doch lieber ein Meerschweinchen? Okay – aber bitte nicht zu Weihnachten. Darum ist das kein guter Zeitpunkt.

Bonn – Was schenke ich nur zu Weihnachten? Diese Frage stellen sich jedes Jahr aufs Neue viele Menschen – und für die meisten von uns bedeutet dies purer Stress. Bevor man nun wieder zum klassischen Parfüm oder x-ten Pullover und zu selbstgestrickten Socken greift, denken einige Menschen über niedliche Welpen oder süße Katzen nach. Schließlich schwirren sie seit Corona bei vielen im Kopf herum und auch die Kinder quengeln nach einem tierischen Mitbewohner.

Tiere sind keine Dinge – warum sie nicht unter den Weihnachtsbaum gehören

Doch Tieren ein neues Zuhause zu schenken, will wohlüberlegt sein. Das sollte auf keinen Fall eine spontane Kurzschluss-Handlung aus einer Laune heraus sein. Denn dies würde nur Schmerz und Kummer auf beiden Seiten verursachen. Und warum Weihnachten ein denkbar schlechter Zeitpunkt dafür ist, um sich einen Vierbeiner zuzulegen, weiß der Deutsche Tierschutzbund e.V. „Tiere sind keine Dinge, wie ein Pullover oder ein Spielzeug, die man leichtfertig verschenken sollte. Es sind Lebewesen mit arteigenen Bedürfnissen, die unsere Fürsorge brauchen, solange sie leben“, sagt Dr. Romy Zeller, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

Ob Hund oder Katze – Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke. (Symbolbild)

Tiere sind keine Dinge – die meisten landen nach Weihnachten im Tierheim

Denn viel zu oft geht der Schuss gewaltig nach hinten los. Nach den Feiertagen stellt man fest, dass die Tiere doch mehr Arbeit machen als gedacht. Man muss wieder ins Büro, hat keine Zeit mehr oder das nötige Kleingeld fehlt. Viele dieser spontan angeschafften Tiere werden dann innerhalb der Familie weitergereicht, an Freunde verkauft oder landen schlussendlich im Tierheim. Oft passiert das auch erst im darauffolgenden Jahr. Denn dann hat sich der süße Welpe zu einem erwachsenen, mitunter anspruchsvollen Hund gemausert. Das Kaninchen ist den Kindern mittlerweile zu langweilig geworden oder der Sommerurlaub steht an, und den möchte man sich endlich mal wieder gönnen. Doch coronabedingt haben schon jetzt viele Tierheime einen Aufnahme-Stopp, denn sie kämpfen zudem mit den unendlich vielen Abgabetieren und Welpen aus dem illegalen Handel. Tierische „Weihnachtsopfer“ würden die Tierheime noch weiter an ihre Kapazitätsgrenzen bringen, so der Deutsche Tierschutzbund.

Tiere sind keine Dinge – Bitte keine Tiere aus dem Internet kaufen

Wer sich wirklich für ein Haustier interessiert, der sollte dies vorab und in aller Ruhe mit der ganzen Familie besprechen. Und sich dann gerne auch im Tierheim umsehen. Denn hier warten viele tolle Vierbeiner auf ein Zuhause. Keinesfalls sollte man sie jedoch über das Internet kaufen. „Selbst hinter nett formulierten Anzeigen mit süßen Fotos oder solchen mit vermeintlichen Notfällen lauern oft kriminelle Händler, die ihr Geld auf Kosten der Hunde- und Katzenwelpen verdienen“, sagt Zeller. „Wer hier kauft, unterstützt den illegalen Handel und damit das Leid dieser Tiere.“ *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ardea/Imago